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Siebenter Band. M bis N.
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Materie

Maßstab

Maßstab wild häufig gleichbedeutend mit Maß genommen, insbesondereaber das Werkzeug genannt, auf welchem die Maßeinheit mit ihren Unterabthei-lungen bemerkt ist, um hiernach die Ausdehnung einer Größe abzumessen, wie z. B.die Elle, der Zollstab, die Schmiege u. dgl. Der verjüngte Maßstab dientdem Zeichner, wenn er einen großen Gegenstand mathematisch ähnlich verkleinertdarstellen will, ist also der eigentliche Maßstab, aber genau verhältnißmäßig ver-kleinert vorgestellt. Er Muß, wenn das Verhältniß der Verkleinerung gegeben ist,jede- Mal besonders nach diesem Verhältnisse construirt werden, und heißt Trans-Versalmaßstab, wenn er nach geometrischen Gesetzen durch horizontale, perpen-diculare und diagonale Linien dergestalt abgetheilt ist, daß man mit möglichsterGenauigkeit, z. B. bei einem Ruthenmaßstabe, die Ruthen, Fuße und Zolle danachbestimmen kann. Die Geometrie gibt zu solchen Construcrionen mannigfache An-leitung; auch finden sich in den mchrsten guten Reißzeugen solche verjüngte oderTransversalmaßstäbe auf den messingenen Linealen emgegraben. Jeder Bau- undandre Riß, auch Plane und Landcharte», enthalten ihren verjüngten Maßstab ver-zeichnet, nach welchem man mit dem Cirkel Größen abnehmen und vergleichen kann.Ausführlich behandelt diesen Gegenstand Maver in s. „Praktischen Geometrie".—Die Artilleristen bedienen sich eines besondern Maßstabes, den wir unter dem Art.Caliber beschrieben haben. — Der sogen. Visirstab (s. d.) ist der Maßstab,um den Inhalt der Gefäße auszumitteln.

Matador, in der spanischen Sprache, wörtlich ein Todtschläger. DieserName, den man noch in einigen Kartenspielen, als L'Honibre, Tarock, Solo, vonden höchste» Trümpfen, und daher scherzweise auch von wichtigen oder reichen Per-sonen braucht, schreibt sich vielleicht von den äbit.ul»,»,-,, einer Compagnie frei-williger Spanier, her, welche die Bewohner Barcelonas zu Anfang dieses Jahrh,errichteten, als sie wider Philipp V. stritten, und welche die Bestimmung hatten,beständig die Lnraßen zu durchziehen und das geringste Murre» wider die Regie-rung mir dem Tode zu bestrafen; wenn nicht, was wahrscheinlicher ist, beide Be-nennungen von den spanischen Stiergefechken hergenommen sind, in welche» dieHauptkämpfer, die dem Thiere, wenn es aufs äußerste gebracht ist, den Todesstoßgeben, ebenfalls Maradores genannt werden.

Matelot (Tanz), s. Horn pfeife.

Mater, s. Matriz e.

»Uteri i>> e,1 i e -I. Heilmittellchre, s. Medicin .

Materie oder körperlichen Stoff nennen wir Dasjenige, waS den Ranmausfüllt, oder was der Verstand den Raum erfüllenden Körpern unterlegt. Danun aber die Erscheinung nur insofern von uns wahrgenommen wird, als sie aufuns wirkt, so haben wir die Materie als ein im Raume Wirksames zu betrachten,was durch seine Ausdehnung und Bewegung gesetzlich wirkt. Von dem Wesender Materie und von der Art, wie sie auf uns wirkt, hat man sich von jeher dieverschiedensten Vorstellungen gemacht. In den ältesten Zeiten nahm man seelen-ahnliche Kräfte in der Materie an, vermöge welcher die materiellen Theile auf unswirkten. Leueipp und Demokrit setzten den leeren Raum und Atome an ihreStelle, und erklärten die ganze lebendige Natur durch Einwirkung äußerer Kräfte.In den spätern Zeiten unterschied Descartes das Materielle durchaus von demEinfachen oder Geistigen und sehte das Wesen der Materie bloß in die Ausdeh-nung (rxteniio). Nach ihm ist die Materie nicht einfach, sondern zusammen-gesetzt, und zwar aus Theilen, »belebe in der Wirklichkeit zwar untheilbar oderAtomen, im Verstände oder in der Vorstellung aber noch theilbar und ausgedehntsind. Newton, der in metaphvsische Untersuchungen nicht einging, führt bloßan, daß er die Materie als eine Zusammenhäufung der kleinsten Theilchen be-trachte, die selbst wieder materiell und ausgedehnt sind und durch eine unbekannte