Materialismus
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Kraft sehr stark unter sich zusammenhängen, woraus folgt, tast er auch zu denAtomisten gehörte. — Der Dualismus des Descartcg verwickelte die Metaphvsiker,wegen der Verknüpfung des Geistigen mit dem Materiellen, in große Schwierig-keiten und veranlaßte mehre metaphysische Svsteme. Zins der merkwürdigste»ist das idealistische oder der Idealismus (s. d.), »ach welchem man alle Mate-rie schlechterdings läugnet, alle Vorstellungen von materiellen Dingen aber fürnichts weiter erklärt als für Ideen oder Vorstellungen, welche die Gottheit in derSeele des Menschen erwecke. Malebranche gründete darauf die Meinung, daßwir alle Dinge in Gott sehen, und daß uns selbst der Glaube berechtige, alle Dingeaußer Gott und die Geister überhaupt zu läugne». Er betrachtete die Wirkungder Materie auf unsern Geist als Einwirkung der Gottheit. Spinoza und Humegingen im Idealismus noch weiter. Jener nahm eine einzige Substanz an, derenEigenschaften unendliche Denkkraft und Ausdehnung sind, und erklärte alle gei-stige und materielle Erscheinungen als Zustände dieser einzigen Denkkraft undAusdehnung. Hume, der weder Substanzen nach Subjecte oder sonst selbstän-dige Wesen annimmt, betrachtet alles Geistige und Materielle als eine Reihevorübergehender Erscheinungen. Leibnitz (s. d.), »velchcr einsah, wie schwersich der Einfluß der Materie auf uns aus Dualismus, Idealismus und Materia-lismus erklären lasse, stellte die Lehre von den Monaden (s. d.) auf. Priestley bildete die Meinung BoScowich'S, daß die Materie bloß aus physischen Punktenbestehe, welche einander anziehen und abstoßen, weiter aus und sagte, die Ma-terie sei ein bloßes Anziehen und Abstoßen, welches sich auf gewisse mathematischePunkte im Raume beziehe. Nach Kant ist der Raum nur Form unserer sinnlichenAnschauung, womit die Materie, die im Raume sein soll, auch zu etwas Sub-jectivem wird. — In der Philosophie wird die Materie (Gehalt) auch der Formentgegengesetzt. —Materiell ist sonach, was der Materie angehört, Undurch-dringlichkeit, Bewegung, Ausdehnung und Theilbarkeit hat, körperlich — ent-gegengesetzt dem Spirituellen oder Geistigen; und eigentlich das Dichte,Grobe, starke, dem Feinen, Ätherische» entgegengesetzt. Dann wird aber Ma-terie (Gehalt) der Form, und folglich das Materiale dem Formalen entgegen-gesetzt, und bedeutet, was den Inhalt, das Wesen eines Gegenstandes betrifft.
Materialismus, diejenige philosophische Behauptung oder systema-tische Ansicht, vermöge welcher die Materie oder die körperliche Substanz alsGrundursache der Dinge angesehen wird. Wer ihr zugethan ist, heißt Materia-list im philosophischen Sinne. In Beziehung auf die Seelenlehre insbesondereist Materialismus die Annahme, die Seele sei eine materielle Substanz (psycho-logischer Materialismus). Der Materialismus ist somit dem Spiritualismusoder ImmaicrialiSmuS entgegengesetzt; beide aber sind Arten des monistischenDogmatismus. Jener kann nun, wie dieser, entweder empirisch sein, wenner seine Behauptung auf Erfahrungen von der Sinnenwelt zu gründen und alsodie innern Erscheinungen aus den Erscheinungen des äußern Sinnes abzuleitenversucht — oder transscendental, wenn er über diesen letzter» Unterschied selbst,als durch die Erfahrung gegeben, Hinausgeht. Beide aber, der Spiritualismussowol als der Materialismus, sind Einseitigkeiten und enthalten keine zureichendeErklärungsgründe der entstehenden Erfahrung. Der Materialismus aber ins-besondere, der diejenigen Erscheinungen hervorhebt, nach welchen das Geistige vondem Sroffartjgen abhängig erscheint, ist verschieden, je nachdem er die Materiean sich, oder die Organisation derselben zu dem Ursprünglichen macht, und imersten Falle bald eine ätherische Materie, eine unsichtbare Flüssigkeit, bald dasLicht, das Wasser rc. als dieMrundmaterie annimmt, wie auch nach den besondernHypothesen, durch welche er das Entstehen aller Dinge daraus erklärt. In beson-derer Beziehung auf die Seele behauptet der Materialist daher, die Materie bringe