Band 
Siebenter Band. M bis N.
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Mathilde (Marlgräfiii v. ToSeana) 1 !>3

Suett'S berühmten Haarschahe wetteifern konnte. Seinen ersten Versuch machteer 1193 auf der Bühne zu Rickmond, von hier ging er nach Cankerbury, kannauf das dubliner Theater, endlich spielte e> 3 2- i^wansea in Wales . 1198trat er >n Pork auf lind erwarb auch hier ebenso viel Ruf als Geld. 1803 stellteihn Colman , Direckor des kleinen Theaters aus dem Heumarkie (Havmarket) inLondon , bei demselben an und gab ihm die Hauptrollen des niedrigkomischen Lust-spiels. Hier stellte M. eine Menge Charaktere, z. B. Old Wiggins, Buskin,Mingle, Cvpher, RiSk, Triangl, kttehemiah Hai», Sire Freistil Plagiary u. a.m.so meisterhaft da", daß nian ihn im Herbst 1804 auf das Drurtilanetheater berief.Als dieses Theater 1809 abbrannte, und die (Gesellschaft sich auf das Lyceumthea-ter begab, erhielt M. alle Rollen, die Bannister, welcher die Bühne verliest, ge-spielt harte. Doch ging er zum Havmarkeitheater, von diesem zum Theater imCoventaarden und endlich wieder nach Hapniarket zurück, wo er 1811 s. berühm-te» Multiple in dem ,,.1<'N>r ->l all vve»li" 80 Abende bei vollem Hause spielte.Auch in Etinburg, Glasgow, Oeewcastle, Manchester >e. konnte man sich an seinemMultiple im „Scherwenzelkomödianten" nicht satt sehen; denn er spielte darin 1Rollen: den Scherwenzel, den Einhelser, einen franz. tragischen Schauspieler, ei-nen Lehrburschen, einen schottischen Trödler, dessen Ära», und einen Lohnkulseber.1818 kündigte er sich wieder in der Hauptstadt an. Diese Vorstellungen, wo M.wöchentlich 3 — 4 Mal 3 Stunden lang ganz allein verschiedene komische Rollenspielt und noch komischere Lieder (mit Begleitung eines Fortepiano) singt, sind ver-hälrnißmäßjg besuchter als alle andre Theater in London . Den Franzosen machter sehr gut, wobei ihm s. vortreffliche Aussprache des Französ . zu statten kommt.Die britischen Mundarten kennt er bis auf die kleinste» Schattirungen. Seinealten schottischen Weiber (die er auch im Costume darstellt) erschüttern tasZw.rch-sell aller Zuschauer. Zn Familienkreisen ist s. Anwesenheit ein Fest) s. Tisch liegtdaher voll von Einladungskarten. Auch in Amerika , wo er 1822 auftrat, fand erdie ehrenvollste Aufnahme. 62.

Mathilde, Markgräfin von Toscana, bekannt durch ihre Verbindungmit (Gregor VII. , war eine Tochter des Markgrafen Bonifaz von Toscana, geb.1046, unk vermählte sich mit Gottfried dem Buckligen, Sohn des Herzogs vonLothringen, lebte aber stets von ihm getrennt und mochte das milde Klima Ita-liens nicht mit einem nordische» Himmel vertauschen. Zm 30. I. Witwe, tratsie ganz auf die Seite Gregors Vll. und Urbans II. gegen den Kaiser Heinrich I V.,ihren Vetter. Sie war beinahe die unzertrennliche Gesellschafterin Gregors,sters bereit, ihni in 'Allem, was er bedurfte, beizustehen. Diese enge Verbindunggab schon der Mitwelt zu ungünstigen Bemerkungen über sie Anlaß, die jedochungerecht waren. Denn so gewiß es nicht bloß Politik, sonder» auch gegenseitigeNeigung und Achtung war, worauf ihre Verbindung beruhte, ebenso wird e«durch alle Umstände klar, daß auch das zartere Verhältniß, das dadurch zwischenihnen geknüpft wurde, immerfort rem blieb. Mathilde war schon von ihrerMutter gewöhnt worden, in dem Papste einen Heiligen, und den Heiligen zu-gleich als Vater zu verehren. Dadurch hatte oirch Gregor mehr Gelegenheit er-langt, zur Bildung ihres Geistes mitzuwirken. Nimmt man noch dazu, daß ihrGeist einer sehr hohen Spannung empfänglich, und in ihrem Charakter die weib-liche Beharrlichkeit bis zur männlichen Festigkeit abgebauet war, so begr, ist manauch, wie sie so viel für Gregor wagen und thun kennte. Die Schenkung allerihrer Güter und Besitzungen an die röm. Kucke (1011 oder 1019z der» die Ur-kunde darüber ist verloren) kostete sie zuverlässig am wenigsten; aber daß sie injeder Gefahr als sein Schutzgeist über ihn wachte, jede Gefahr, die sie nicht vonihm abwenden konnte, mit ihm theilte, und ihn noch ermunterte, der unabwend-baren Gefahr mit Muth und Standhaftigkeit entgegen zu geben: dies bezeichnet

Eonversations-Lexic»». Bd. Vll.