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Siebenter Band. M bis N.
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194 Mathuriner Matthäi

ihr» Kraft und Hingebung. Sie allein stand ihm 108! gegen den Kaiser bei, umterstühte ihn mit ihre» Schätzen, als er in Rom emgeschloffen war, und führteselbst noch nach Gregors Tode den offenen Krieg gegen den Kaiser fort. Sie starbin dem von ihr erbauten Benedictinerkloster zu Poiirone 1115. Ihr Tod gab zuneuen Fehden zwischen Kaiser und Papst (Pascal III .) wegen jener SchenkungAnlaß, welche endlich dahin entschieden wurden, daß der Kaiser einen Theil dermathildischen Güter dem Papste abtrat. Diese hatten in Toscana, Mantua ,Parma, Reggio, Piacenza, Ferrara, Modena, einem Theil von Umbrien , demHerzogthum Lpoleto, Verona , und fast Allem, was das heutige PatrimoniumPetri ausmacht, von Viterbo bis Orvieto, nebst einem Theile der Mark Ancona bestanden. (Dgl. Papst und Gregor VII. ) ^—->.

Mathuriner, s. Trinitarier.

Matrikel heißt jede« förmliche schriftliche Verzeichnis gewisser Personen,welche zu einem Stande gehören. So ist bei den Universitäten die Matrikel da«Verzeichniß, worin die Studenten bei ihrer Aufnahme als Bürger der Universitäteingetragen (immatriculirr) werden; bei den Soldaten die Musterrolle; beiden Geistlichen das Verzeichniß der Eingepfarrten einer Kirche, der bei einer Pfarrebefindlichen Einkünfte; ferner die Reichsmatrikel ehedem das Verzeichniß allerStände des deutschen Reichs und ihrer Beiträge zu den Reichsanstalten. Diewormser Matrikel von 1521 war die Grundlage für die Contingentsstellungund die Kriegssteuern (Römermonate), ein andrer Anschlag war für die Unterhat-tung des Reich-kammerg. richt« Kammerzinsen) vorhanden. Beide waren imLaufe der Zeit unbrauchbar geworden, ohne daß man sich über gesetzliche Berich-tigung vereinigen konnte. Man behalf sich mit Usualmatrikeln.

Matrize heißt bei Schraubenwerken die Mutter oder das Stück, in wel-chem die Spindel auf- und abgeht; bei den -Lchriftgießern die Form, worin Buch-staben abgegossen werden. Sie besteht auS einem viereckigen Stück Kupfer, aufwelche« der Buchstabe mittelst der Patrize eingeschlagen wird; beim Münzwesender Prägestock.

Matthäi (Friedrich), Professor und erster Inspector der königl. Gemälde-galerie zu Dresden, Historien-und Portraitmaler, geb. in Dresden 1175, Sohndes Bildhauers und Inspector« über die Sammlung der Mengs 'schen Gypsab-güsse, bildete sich unter Anleitung s. Vater« und auf der dösigen Akademie unterCasanova. 119k ward er Pensionnair dieser Akademie und trat mit einem s. Ta-lent bewährenden Gemälde, das Urtheil des Paris vorstellend, auf. Nach Casano-va'« Tode setzte er s. Studien auf der Akademie zu Wien unter Füger fort. Seine1800 ausgestellten Gemälde, Kastor und Pollux, und eine Scene aus derSünd-flut, nach Geßner's Dichtung, fanden allgemeinen Beifall. 1802 verließ M.Wien, um sich in Italien noch weiter auszubiden; er blieb zuerst einige Zeitin Florenz und lieferte zu der dortigen Preisvertheilung 1803 ein Gemälde, wo-durch er den ersten Preis gewann. Auch ward er zum Professor honorarius derAkademie ernannt. Späterhin sandte er aus Italien mehre Gemälde zur Aus-stellung nach Dresden ; besonders großen Beisall erhielt 1801 seine Ermordungdes Ägysthus, und sein« Topie einer Grablegung Christi von Rafael, welche er1808 bei seiner Rückkehr in sein Vaterland mitbrachte, 1812 aber ein dort ausge-stelltes Gemälde, Christus, der die Kinder segnet. Zu s. neueren Werken gehörendas Abendmahl (in der Kirche zu Plauen im Doigtland) und der Tod des Kodru«,den er in Auftrag der Stände der Niederlausih für den Landsyndicus v. Houwakd1821 malte und 1821 vollendete: ein Bild, da« in den Annalen der fachs. Kunst-geschichte mit Auszeichnung genannt werden wird. Seit 1809 ist M. Pros. an derdresdner Malerakademie. Man rühmt an s. Gemälden besonders die Tomposition,die tüchtige Zeichnung und die großartige Draperie, vor Allem aber sein Colorit,