Matthäus d. Evangelist Matthia (Friedrich Christian ) 195
welches sich der alten florentinischen Schule nähert. Seine Portrait« sind treffendund wahr. Auch im Leben zeichnet sich dieser Künstler, der bereits viele brave Schü-ler zählt, als ein unterrichteter, durch Reisen gebildeter Mann Vortheilhaft aus.
Matthäus, der Evangelist und Apostel, war vor seiner Berufung zudiesem Amte ein Untereinnehmer bei dem römischen Zoll am See Tiberias, undder Sage nach aus Nazareth gebürtig. Die Nachrichten, welche die Legende vonseinen Lebensumständen und Reisen gibt, sind unverbürgt. Merkwürdig ist erbesonders als Berfasser des ersten Evangeliums, das er um 60 n. Chr. für pa-lästinensische Christen aus dem Iudenthume, zum Erweis der Messiaswürde Jesu,ohne strenge chronologische Ordnung, jedoch mit ziemlicher Ausführlichkeit, ge-schrieben hat. Daß er es ursprünglich hebräisch schrieb, ist durch die Untersuchun-gen der neuern Kritik, welche auch die Echtheit der ersten beiden Capitel in Zweifelsehr, wahrscheinlich geworden. bl.
Mattheson (Johann), Componist, Sänger und Clavierspieler, geb. d.28. Sept. 1681 zu Hamburg , erhielt eine gute Erziehung, componirre schon in seinem9. Z. und ließ sich auf der Orgel hören; im 11. Z. trat er mit seiner ersten Oper, „Ple-jadeS", auf, die er nicht nur allein dirigirte, sondern in der er auch die Hauptrollesang. Dem Umgänge mit Händel verdankte er Vieles. Nachdem er mehre Jahredie Stelle des ersten Sängers am Hamburger Theater bekleidet hatte, ward er1106 Gesandtschafrssecretair beim engl. Gesandten und Hofmeister bei dessenSohne. Er ward über 40 Jahre lang in GesandtschaftSgeschäften gebrauchtund erhielt den Charakter eine» großbrikannischen Legationsraths. Dabei blieb erder Musik getreu und ward zum Capellmeister, Kanonikus und Musikdirektor amDom zu Hamburg ernannt. Die letztere Stelle legte er, seines harten Gehör-wegen, 1128 nieder. Den Wunsch, so viele Werke auszuarbeiten, al« er Lebens-jahre zählen würde, übertraf er noch; denn er hatte bis zu seinem Tode, d. 11. Apr.1164, 88 Schriften über Geschichte, Moral und Musik herausgegeben, seine 24Oratorien und andre Cantalen ungereimt. Er hinterließ deren noch ungleich mehrim Manuskripte, die er deni Hamburg . Grmnasium schenkte. Zn seinem Testa-mente vermachte er 44,000 Mark hamb. Cour. zum Orgelbau in der Michaelis-kirche zu Hamburg . Unter seinen gedruckten Werken sind die vorzüglichsten: „Diegroße Generalbasschule" (1131) und „Der vollkommene Capellmeister" (1139).Seme Weike haben über mehre Zweige der Musik Licht verbreitet, durch rauhenund derben Styl aber auch ihm heftige Gegner zugezogen. Der vorzüglichste Ge-genstand seines Streitens war die Solmisation.
Matthiä (Friedrich Christian), Rektor des Gymnasiums zu Frankfurt a.M., geb. den 30. Dec. 1163 zu Göttingen , wo sein Barer Pros. der Medicinund zweiter Bibliothekar war, ei hielt seine Schulbildung auf dem evangel. Gym-nasium zu Erfurt und seit 1111 auf dem Gymnasium seiner Vaterstadt. Dannstiidirtc er auf der Universität daselbst, unter Heyne und als Mitglied des Philo-log. Seminars, die classische Philologie, zugleich aber auch Theologie, orientalischeSprachen unter Michaelis, benutzte Schlözer'S , Garrerer'S, Meiners's, Käst-ner'S, Lichtenberg'S Vorlesungen, und erlernte die franz., engl., ital . und spa-nische Sprache. Nach Vollendung seiner Studien ging er als Lehrer der lat§in.und griech. Sprache an ein Erziehungsinstitut zu Neuwied , und von da 1184nach Grünstadt bei Worms , als Direckor des dortigen Gymnasiums, das vorzüg-lich unter ihm aufblühte. Als die Franzosen 1193 die Pfalz überschwemmten^flüchtete er von seinem Posten, kehrte aber 1194 auf denselben zurück und nah»nach Auflösung der Anstalt, 1198, die Ernennung zum Pros. der latein. undgriech. Sprache an der Centralschule zn Mainz an. Dort trat er zugleich 1800in den Muvicipalrath der Stadt und 1801 in das eonneil xriirral <ln ,^z>. Klont1'onnerc und wurde Mitglied der Commission zur Organisälion der «Lchule zu