Matthias Mauerbrecher 197
grosse. Er zeigte während seiner ganzen, fast unter zielen Unruhen und kriegengeführten Regierung, dass er die Wissenschaften nicht nur beförderte sondern auchgern sich mit ihnen beschäftigte, beider wurde der kostbare Bücbeischatz, den er inseinem geliebten Musenteinpel Ofen »usamniengebrachi hatte, 20 Jätn e nach seinen.Tote von den Türken vernichtet. Hier ruhte er von seinen Ki legsbeschwerden mwissenschaftlichen Beschäftigungen aus und versammelte (belehrte und Künstlerinnsich. Auf einem Reichstage, den er 1488 zu Ofen hielt, gab er mehre besehegegen die Zweikämpfe, die Rechtskniffe in den Processen und andre Mißbräucbe.Er war mit neuen K> iegsrüstunzen gegen die Türken beschäftigt, als er 1190 zuWien starb. Die Nation verlor in ihm den größten König. Er hinterliess nur einennatürlichen Sohn, Johannes Corviuus, der umsonst sich bemühte, seinem Vater aufdem Throne zu folgen. Die Ungarn wählten unter vielen Bewerbern König Wla-dislaw VII. von Böhmen .
Matthias, Johann von Harlem, s. Taufgesinnre.
Matthisson (Friedrich v.), geb. d. 23. Jan. 1761 zu Hohendokcleben beiMagdeburg kurz nach seines Vaters Tote, ward bis in sein 14. Jahr von seinemGroßvater, einem Landgeistlichen, erzogen. Er besuchte darauf die Ecbule zu Klo-ster-Bergen, ffudirte auf der Universität zu Halle Theologie, die er aber bald nntPhilologie, Naturkunde und schöner Literatur vertauschte, wurde Lehrer an demErziehungsinstitute zu Dessau und nachher Hofmeister einiger jungen Liesiänder,mit denen er sich in Altona, Heidelberg und Manheün aufhielt. Dann lebte er2 Jahre bei seinem Freunde von Bonstetken zu Nyon am Genfeisee. Aus de»Schweiz ging er als Erzieher nach Lyon in ein Handlungshaus, von wo Familien-angelegenheiten nach 1 Jahren ihn wieder in die Heimatk riefen. 1794 ward erLecror und Reisegefährte der regier. Fürstin von Anhalt-Dessau , und befand sich1795 — 96 zu Rom und Neapel, 1799 theils im südl. Tirol, theils ii» nördl. Ita-lien und 1801 u. 1808 in der franz. Schweiz . Nach dem Tode der Fürstin vonAnhalt-Dessau trat er 1812 in die Dienste des Königs von Würkemberg, der ihnzum geh. LegakionSrath, Mitglied der Hoftheateroberintendanz, Oberbibliothekarund Ritter des Eivilverdienstordens ernannte, nachdem er ihm schon früher dasAdelsdiplom eriheilt hakte. Im Gefolge der Familie des Herzogs Wilhelm v. Wur,temberg ging er 1819 nach Italien und lebte mehre Monate in Florenz . Der jetztregier. König von Würkemberg verlieh 1825 ihm das Ritterkreuz der würtemberg.Krone. — M. ist als lyrischer Dichter ein Liebling des Publieums geworden.Sanfte und zarte Gefühle der Liebe und Freundschaft weiß er mit eindringenderInnigkeit auszudrücken, und in der Schilderung dei Natur und ihrer successiven Er-scheinungen ist er Meister. Dabei zeichnet sich sein Vers durch Wohlklang undrhythmischen Fluß voriheilhaft aus. Auch als Prosaiker ist M. aufgetreten in s.„Erinnerungen" (Zürich 1810—15, 5 Bde.). Dieses Werk enthält interessanteDetails über die Örter und Gegenden, welche der Herausgeber theils stüchtig durch-zog, theils auf längere Zeit zu seinem Aufenthalte wählte, und lehrreiche Nachrichtenvon mehren berühmten Männern, die er kennen lernte. Dabei spricht sich überallein edler Sinn aus. Eine AuSg. letzter Hand von M.'S Schriften erschien in 6Bdn.(Zürich 1825). (Vgl. seine Selbstbiogr. in den „Zeitgenossen", Nr. V, u. ,Griefevon Bonstetten an M.", herausgeg. v. Füßli, Zürich 1827.)
Maub euge (der Maler), s. Mabuse.
Mauerbrecher (Sturmbock), eine bei den Alten und im Mittelalter ge-bräuchliche Kriegsmaschine, um die Mauern eines belagerten Platzes einzustoßen.Sie bestand aus einem schweren, mit einem metallenen Widderkopf versehenenBalken, der unter einem beweglichen Dache, das aufRolle» stand, in Stricke» oderKetten hing. Man schob sie an die Mauer, und unter dem Schutze des Dachesbewegten mehre Menschen den Widderkopf mit möglichster Kraft, in wiederholten