Band 
Siebenter Band. M bis N.
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Mauren

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physischen Princip der kleinsten Wirkung (princ-ip. n>in. ->et.) betreffend, welchenProfessor König in Franckcr angriff und die Idee dazu Leibnitz beilegte. (Vgl.Gehler'S „Wörkerb.", 6. Bd., S. 79h.) Mehre Schriften waren die Folge diese«Krieges, in den sich auch Voltaire mischte, der anfänglich ein genauer Freund undLobretner M.'s war; später aber entzweite sie gegenseitige Eifersucht, und die Umannehmlichkeiten, die Voltaire bei dieser Gelegenheit erfuhr, bewogen ihn sogar1753 den preuß. Hof zu verlassen; er suchte Trosi in neuen Sotvren. M. schickteihm eine Aussoterling, die Voltaire mit Spott beantwortete. — Brustbeschwerdenund Blutauswurs bewogen M. 1758 abermals nach Frankreich zu reisen. 1758begab er sich nach Basel , wo er den 27. Juli 1759 in den Armen seines Freunde«Bernoulli starb. Er war von außerordentlicher Lebhaftigkeit, die ihm, verbundenmit seiner Art sich zu kleiden, ein sonderbares Äußere gab. Er war höflich, selbsteinschmeichelnd und sprach mit Geist und Leichtigkeit. Aber dieser Vorzüge un-geachtet führte er ein trauriges Leben. Eine zu empfindliche Eigenliebe, ein hitziger,mürrischer, herrischer Charakter und das allzu große Bestreben emporzukommen,schadeten ihm sehr. Als Schriftsteller zeigte er sich geistreich, voll Feuer und Phan-tasie, aber oft auch gesucht, steif und paradox. In seinem Style ahmte er Fontc-nelle nach. Seine Werke, theils Philosoph., theils makhemat. Inhalt«, sind zu Lyon 1756 in 4 Bdn. erschienen.

Mauren, eine Classe der Bewohner des westlichen Afrika , besonders derReiche Fez und Marokko . Die Araber nennen dieselben Medainien (Seeleuie);sie selbst nennen sich Mosleim (Gläubige) und sind strenge Mohammedaner. Siesind arab. Ursprungs, leben in den Städten und beschäftigen sich vorzüglich mitdem Handel. Die Römer nannten einen Theil des westl. Afrika Mauritanienund die Einw. Mauros. Ihre Kriege mit den Römern sind bekannt. In derFolge kam dieses Land unter die Herrschaft der Vandalen, deren König Genserich(429) ein mächtiges Reich stiftete, das aber (531) durch Belisar zerstört wurde.Die Saracenen (Araber), Mohammed's Anhänger, breiteten ihre Eroberungen in»7. Jahrh, auch in diesem Theile von Afrika aus, der durch einen Statthalter desKhalifen von Damaskus regiert wurde. Diese Araber oder Saracenen, welche diespanischen Geschichtschreiber los älc»,» (U.iuros) nannten, weil sie in dem altenMauritanien wohnten, suchten auch in Spanien Eroberungen zumachen. Siebenutzten die Unordnungen in dem Reiche der Westgothen und unterwarfen sich(711—13) ganz Spanien (s. d.), mit Ausnahme eines kleinen Theils. Siebrachten Wissenschaften und Künste mit nach Spanien , und noch jetzt findet manin diesem Lande merkwürdige Überreste davon. Während der größte Theil desübrigen Europa in Barbarei versunken war, blühten Gelehrsamkeit und Künstebei den Arabern in Spanien . Aber die Theilung des Landes unter verschiedeneRegenten und ihre Uneinigkeiten schwächten sie so, daß sie den unaufhörlichen An-griffen der Regenten der neu entstandenen christl. Königreiche in Spanien nichtmehr widerstehen konnten und zuletzt bloß auf das Königreich Granada einge-schränkt wurden. Ferdinand der Katholische eroberte nach einem lOjähr. Kriege(1491) auch dieses und machte dadurch der (beinahe 800jährigen) Herrschaft derMauren in Spanien ein Ende. Ein Theil der Mauren ging nach Afrika , diemeisten blieben in^Spani -m, lebten als fleißige, ruhige Unterthanen und »ahmengrößtentheil« das Äußerliche des Christenthums an. Diese Letzter» nannte man inSpanien MoriscoS ; Philipp >>., in seinem grausamen Eifer für das Christen-thum, beschloß ihren gänzlichen Untergang. Seine Bedrückungen und Verfolgun-gen hatten einen bewaffneten Aufstand der MoriscoS in Granada (1571) zurFolge, nach dessen Dämpfung über 100,000 derselben verjagt wurden. Phi-lipp lll. endlich vertrieb sie ebenfalls au« übertriebenem Religionseifer (1610)gänzlich. Fast eine Million Morisken ging nach Afrika über. Da sie die geschick-