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Siebenter Band. M bis N.
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Mauvillon

Mäuscthurii,

Zlothwendigkeit der königl. Sanction und vertheidigte die Geistlichkeit i» dem Be-sitze ihrer Güter, die für Nationalgüter erklärt werden sollten. Als am 8. Nov.1789 der letzte Gegenstand zum dritten Male zur Verhandlung kam, veranlaßteM. dnrcd seine glühende Rede einen sehr unruhigen Auftritt in der Versammlung.Als erdaraufdiese verließ, ward er von dem Volke mit dem Schreckensrufe: „ V I«l-,l,lcri,e! ^ verfolgt. „1Ie>> uinid", sagte er kaltblütig scherzend den Nächsten, „vvcr, k-7,-ve>»>i > !.,,i ?" Man lachte, und M. war gerettet. Dieser Vorfall schlug

s. Muth nicht nieder, denn er sprach, so oft es die Gelegenheit gab, mit dem nämli-chen Elfer für dieRechie des Throns und s. Standes. Nach Auflösung der Natio-nalversammlung, 1792, begab sich M. nach Roni, wo ihm der Papsiden bischösl.Titel gab und ihn als Nuntius zur Krönung Franz 1>. nach Frankfurt schickte.Bald dararis ernannte er ihn zum Bischof von Nicäa und 1798 zuni Cardinal.Bei den fortdauernden Stürmen der Revolution blieb M. in Rom und beschäf-tigte sich bloß mit den Pflichten seines bischöfl. Amts und mit den Wissenschaften.Indessen unterließ er nicht, in s. Hirtenbriefen u. s. w. seinen Abscheu vor den inFrankreich verübten Gräueln laut auszusprechen und den Bou. bonS seine Treue zubeweisen. Bis dahin hatte er eine achtungswerthe Festigkeit des Charakters be-hauptet, die selbst seine erklärten Gegner anerkannten. Aber als Bonaparte 1801die kaiserl. Würde angenommen hatte, hielt er die Sache der Bourbons für ret-tungslos verloren und glaubte, daß auch ihm die Klugheit rathe, sich der von derfranz. Nation und fast allen Mächten Europas anerkannten kaiserl. Regierung zuunterwerfen. Er konnte diesen Schritt mit seiner stets bewiesenen Anhänglichkeit,an monarchische Grundsatz.- entschuldigen und auf diese Weise hoffen, der Hierarchie,die durch das am 15. Iul, geschlossene und ani 10. Sept. 1801 ausgewechselteConcordat in Frankreich sehr beschränkt worden war, förderlich zu sein; vielleichtschmeichelte sich auch der ehrgeizige Mann mit der Hoffnung, aus diesem Wege zuder höchsten geistlichen Würde in der kathol. Christenheit gelangen zu können: kurz,er schrieb in den Ausdrücken der Hochachtung und Bewunderung an Napoleon undleistete ihm als Franzose die Huldigung. Darauf reiste er 1801 in dem Gefolgedes Papstes nach Paris und assistirte bei der Kaiserkrönung. 1808 ward er zumErzbischof von Paris erhoben. Don nun an war er einer der ergebensten Dienerseines Herrn. Alle s. Hirtenbriefe, alle s. Reden predigten den unbedingtesten Ge-horsam gegen Napoleons Decrete , und s. Anreden an ihn erschöpften Alles, wasdie niedrigste Schmeichelei zu leisten vermochte. Daher erhielt er 1814 keinen Zu-tritt bei Ludwig X VIII.; er mußte sogar den erzbischöfl. Palast in Paris räumen,und das Capitel wollte ihn nicht als Erzbischof anerkennen, da er kein päpstl. Brevehatte. Um es zu erhalten, reisie er nach Rom , ward aber, weil er das Erzbisrhumohne Genehmigung des heil. Stuhls angenommen, auf die Engelsburg in Verhaftgesetzt. Er unterwarf sich den ihm auferlegten Büßungen und ward wieder alsCardinal anerkannt. Doch erhielt er weder das Erzbisthum Paris noch sein vori-ges Ansehen wieder und starb zu Rom den 11. Mai 1817.

Mäusekhurm bei Bingen am Rhein . Nach mündlichen Überlieferun-gen ward dieser im Rhein erbaute Thurm vom strengen Erzbischof Hatto vonMainz erbaut. Alte Märchen leiten den Namen von den Mäusen ab, welche, alser zur Zeit des Kornmangels von EhrenfelS hinüberflüchtete, schwimmend ihn biszu dem Thurme verfolgten, wo sie ihn dann aufzehrten. Nach urkundlichen Nach-richten aber entstand der Thurm erst zu Anfange des 13. Jahrh, unter dem Erz-bischofSeyftied als Zollthurm, dessen Geschütz (Muserie genannt, daher derName)die Ausweichenden anhielt.

Mausoleum, s. Artemisia.

Mauth , s. Zoll.

Mauvlllo n (Jakob), Oberlieut., Lehrer am Carolinum zu Braunschweig ,