Band 
Siebenter Band. M bis N.
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Maximilian H. (deutscher Kaiser)

Beharrlichkeit die besten Plane und verlor bei schlechter Verwaltung der Finanzen,welche beständigen Geldmangel verursachte, nicht selten die Früchte großer undglücklicher Thaten. Es gelang ihm, die 1493 eingefallenen Türken zurückzuschla-gen und sie sein ganzes Leben hindurch von seinen Erblonden abzuhalten; dagegenkonnte er nicht hindern, daß sich dieSchweiz nach einem 1498 und 1499 unglück-lich geführten Kriege vom deutschen Reiche losriß. Sein Plan, Ludwigs XII.,Königs von Frankreich, Macht in Italien einzuschränken und ihn zur Aufgebungseiner Ansprüche aus Mailand zu zwingen, veranwßte unaufhörliche Kriege, ohn«ihm den Besitz von Mailand zu sichern. Ebenso verunglückte das große Bündniß,welches er 1508 zu Cambrai mit Spanien, Frankreich, Mantua, Modena unddem Papste wider die Republik Benedig geschlossen. (S. Ligue.) M. zog end-lich selbst gegen Frankreich zu Felde und trat sogar, um Geld zu erlangen, demauf« Neue triumphirenden Venedig Verona gegen 200,000 Ducaten ab. Ruhm-voller sind seine Thaten im Innern des deutschen Reich«, das seit 8 Jahrh, einSchauplatz der Barbarei und der Gesetzlosigkeit gewesen war. Was s. Vorfahrenso lange vergebens versucht harten, das vollbrachte M. Schon 1495 machte erauf dem Reichstage zu Worms durch den ewigen Landfrieden, der allen Beseh-dungen ein Ziel sehte, den innern Unruhen und Gewaltthätigkeiten größtentheil»ein Ende. Um der Mangelhaftigkeir der deutschen Rechte und den großen Justiz-mißbräuchen abzuhelfen, nahm er auf eben diesem Reichstage das römische undkanonische Recht als subsidiarische Entscheidungsquellen auf und stiftete das Reichs-kanimergericht als höchsten Gerichtshof. Auch schaffte er die ungeheuern Miß-bräuche -er westfälischen oder Femgerichte ab, obgleich er ihr, gänzliche Aufhebungnicht zu Stande bringen konnte. Die Einrichtung der deutschen Kreise, welcheden Frieden und die Sicherheit im Innern befestigen sollte, rührt von ihm her.Ferner errichtete M. zuerst stehende Truppen u. d. N. Lanzknechte, verbesserte da«grobe Geschütz, gab vortreffliche Polizeigesehe, bildete die Verfassung der Reichs-tage mehr aus, führte Posten und andre gemeinnützige Einrichtungen ein, liebteund beförderte die Wissenschaften und wendete nicht kleine Summen auf Unter-stützung der Künstler und Gelehrten, wozu er oft die reichen Fugger in Anspruchnahm; auch sorgte er für die Universitäten zu Wien und Ingolstadk und stifteteauf der erstem eine Professur der Dichtkunst. M. selbst war Dichter; er halt«eine umständliche, aber romanhafte Beschreibung s. Lebens in die Feder dictirt.Davon war die Hälfte seit 1512 fertig; 1514 befahl er s. Geheimschreiber Treitz-saurwein v. Erntreitz: „das Buch mit Schrift und Gemel in Ordnung zu brin-gen". Nach dem Tode de< Kaisers (den 12. Jan. 1519 zu Wels in Oberöstreich)wurde da« Buch vergessen, und die vollendeten Formen blieben vermuthlich in denHänden der Künstler. Erst in neuerer Zeit wurden diese zu Grätz entdeckt und demDruck übergeben u. d. T.: „Der Weiß Kunig, eine Erzählung von den ThatenKaiser« Maximilian I. , von Max. Treihsaurwein auf dessen Angaben zusammen-getragen, nebst den von Hannsen Burgmair dazu verfertigten Holzschnitten" (Wien 1175, Fol.). Lange Zeit wurde auch M. für den Verf. des Theuerdank (s. d.)gehalten, dessen Held er ist. Jetzt aber weiß man, daß sein Secretair Pflnzing,vielleicht mit Dorwissen M.'S, dieses Buch verfaßt hat. M. wurde in Wiener.-Neustadt begraben. Ferdinand I. errichtete ihm zu Innsbruck ein schönes Denk-mal. M.'S Nachfolger, nach einem kurzen Zwischenreiche, war s. Enkel, Karl V.

M a x i m i l i a n II., deutscher Kaiser, Sohn Ferdinands l., geb. zu Wien 1527, zum römischen König gewählt 1562, folgte s. Vater 1564 in der Kaiser -würde. Er war da« Muster eines weisen, klugen und gütigen Regenten. Aus s.Erziehung hatte er mehre lutherische Glaubenslehren als wahr erkannt und ange-nommen, ohne sich jedoch zu denselben zu bekennen; auch gab er seinen Erbunter-rhanen größere Religionsfreiheiten, war überall duldsam und bestätigte 1566 den