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Siebenter Band. M bis N.
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Maximilian der Große (Kurf. v. Baiern )

Religionsfrieden. Der türkisch«Kaiser, Soliman II., bekriegte M., um JohannSigismunds. Fürsten von Siebenbürgen, Ansprüche auf Ungarn zu unterstützen.Soliman's Tod endigte den Krieg 1567, indem sein Nachfolger Selim einen8jähr. Waffenstillstand schloß. Zoh. Sigismund blieb erblicher Fürst von Sieben-bürgen und hatte 1571 Stephan Bathori, und als dieser 1575 König von Polen wurde, desselben Bruder, Christoph Bathori, zum Nachfolger. Selim erneuerteden Krieg 1576; aber M. starb in dems. Jahre zu Regensburg , den 12.Oct. Erhatte sich einem Weibe anvertraut, die wegen ihrer Wunderarzneicn in Ruf stand.Zn s. Regierung fällt die Gefangenschaft des Herzogs zu Sachsen-Gokha, JohannFriedrich, zu Wienerisch-Neustadt von 1567 — S5. (Dgl. Grumbach.) M.hinterließ von s. Gemahlin Maria, T. Karls V., außer 2 Töchtern 6 Söhne, diealle unbeerbt starben. Der älteste, Rudolf, folgte ihm nicht allein in der Kaiser -würde, sondern auch in den gesammlen östr. Erblanden, welches vermuthen läßt,daß M. das Recht dex Erstgeburt im Hause Östreich eingeführt habe.

Maximilian derGroße, auch der E r st e, Kurfürst von Baiern ,Sohn Herzogs Wilhelm V., geb. zu Landshut 1573, brachte daselbst s. Jugendzu, lernte die lakein., franz. und ital . Sprache fertig sprechen, verstand auch diespanische, studirte bis 1591 zu Zngolstadt, machte Reiseis und trat 1596 die Re-gierung des Herzogthums Ober- und Niederbaiern an, welche ihm sein erst 1626verst. Vater aus Frömmigkeitseifer abtrat. Don der Natur mit trefflichen Gei-stes-und Herzensgaben ausgerüstet, gebildet durch strenges Studium und durch-drungen von dem Wunsche, der Vater seines Volks zu sein, hätte M. Baiern beiRuhe von Außen auf die höchste Stufe von Macht unk Blüthe erheben können.Auch hatte er schon die Schulden s. Landes getilgt. Allein die fortdauernden Re-ligionszwiste, verbunden mit Östreichs Streben nach Unabhängigkeit, führten dendreißigjähr. Krieg herbei und brachten Baiern um einen Theil der schönsten Früchte,die es von M.'s weiser Regierung zu erwarten hatte. Der Kaiser Rudolf!!, über-trug ihm 1607 die Achtsvollziehung gegen die Stadt Donauwörth , welche dadurchunter bairische Oberherrschaft kam, trotz der nachdrücklichen Verwendung derevang. Stände, welche 1610 zu Halle in Schwaben , unter Friedrich V. von derPfalz, eine Union bildeten. Hieraus wählte die durch M. zu Stande gekommenekathol. Liane denselben zu ihrem Oberhaupte. Er verband sich mit dem KaiserFerdinand !!. gegen Friedrich V. , brachte Öberöstreich zum Gehorsam, siegte aufdem weißen Berge 1620 und eroberte die Ober-und Unterpfalz. Der Kaisergab ihm die Kurwürde und, zur Vergütung für 13 Mill. Gldn. Kriegskosten,1623 und 1628, die Erblande des unglücklichen Friedrich. M.'s FeldherrTilly besiegte Friedrichs Vertheidiger in Deutschland und nöthigte Dänemark 1629zum Frieden. Allein nach Tilly's Niederlage 1631 bei Leipzig , rückte GustavAdolf 16ö2 nach Baiern, nahm Donauwörth und München in Besitz, mußteaber, von Wallenstein genöthigt, sich nach Nürnberg und Sachsen zurückziehen.Nachher drang Bernhard v. Weimar in da» Land ein. Zuletzt behaupteten dieFranzosen und Schweden so sehr die Oberhand in Baiern , daß sich M. 1647 zurNeutralität bequemen mußte; sein Land ward aber, weil er den Waffenstillstandvon Ulm 1647 aufkündigte, mehr als zuvor verwüstet. Der westfäl. Friede ge-währte ihm die Oberpfalz, die Grafschaft Cham und die Kurwürde nebst dem Erz-trnchseßamt (1648). Während dieses Kriegs war M. dennoch für das Aufblühens. Staats rastlos besorgt; er baute die Residenz, das Zeughaus und das ZosephS-spital in München , legte daselbst den Hofgarten an, zog die merkwürdige Soole-leitung von Reichenhall nach Traunstein 1616, baute die Iesuitencollegien zu Am-berg, Burghausen, Mindelheim, Heidelberg, und ließ dem Kaiser Ludwig in derFrauenkirche zu München da« prächtige Denkmal errichten. Er starb den 27.Sept. 1651 zu Zngolstadt. Seine Geschichte hat P. P. Wolf („Geschichte Ma-ximilians I.", 2. Th., München 1807, fortges. von Dreyer, 3. Th., 1809) treff-