Band 
Siebenter Band. M bis N.
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208 Maximil. Email. (Kurf.v.Baiern ) Maximil. (Kurf.v.Kölii)

lich beschrieben. Merkwürdig sind dieses Fürsten älemii-, Untern-,. die er für s.Sohn nnd Nachfolger Ferdinand u. d. T.: „Anlest. zur RegierungSkunst", aufge-setzt hat (herausgeg. latein. und deutsch , mit alten und neuen Parallelstellen erläu-tert, von Christ. Frech. v. Areki», Würzburg 1822).

Maximilian Emanuel , Kurfürst von Daiern, Sohn des Kurf.Ferdinand, geb. 1662, folgte s. Vater 1619 unter der Vormundschaft s. Oheims,des Herzogs Maximilian Philipp von Leuchtenberg. 1683 zog er der von denTürken belagerten Stadt Wien mit 11,000 M. zu Hülfe und focht gegen Ost-reichs Hemde nicht nur in Ungarn, sondern auch am Rhein mit großem Ruhm.Seme Vermählung mit des Kaisers Leopold I. Tochter, Maria Antonia , gab ihmeinige Ansprüche auf die spanische Erbfolge, doch hinderte ihn der Tod seines Soh-nes, 1699, sie geltend zu machen. Da auch Östreich ihm viele Ursachen zu Kalt-sinn gegeben hatte, so verband er sich beim Ausbruche des spanischen Erbfolge-kriegs mit Frankreich, räumte die span. Niederlande , deren Statthalter er war,franz. Kriegsvölkern ein und bemächtigte sich der Städte Ulm, Memmingen , Neu-burg und Regensburg . Aber nach 2 verlorenen Schlachten 1101, auf dem Schel-lenberge und bei Höchstädt , mußte er sein Land verlassen und ward 1106 nebst s.Bruder, dem Kurf. von Köln , der ebenfalls auf franz. Seite getreten war, vomKaiser Joseph I. als ein Reichsfeind in die Acht erklärt, welche auch, trotz der vonSeilen des Fürstenralhs, dessen Einwilligung dazu nicht begehrt worden war, ein-gelegten Pi okestation, erst im badner Frieden (1111), wo er zugleich seine sämmt-lichen Länder zurückerhielt, aufgehoben wurde. 1111 schickte er dem Hause Öst-reich ein HülfscorpS unter seinem Kurprinzen, Karl Albrecht , wider die Türken.1121 verglich er sich mit Pfalz wegen der Reichsverwesung, die nun von Beidengemeinschaftlich geführt wurde. Er starb den 26. Febr. 1126.

Maximilian Joseph III., Kurfürst von Baiern , Sohn des Kurf.Karl Albrecht, geb. 1121, war 13 I. alt, als sein Vater (s. Karl VII. ) nach desKaisers Karl VI. Tode Ansprüche auf die östreich. Staaten machte. Nach demplötzlichen Absterben s. Vaters, 20. Zan. 1115, versuchte er gegen die Truppen derKaiserin Maria Theresia noch ein Mal das Glück der Waffen und entsagte, da ihmder Erfolg nicht günstig war, in dem Frieden zu Füßen, 22. April 1115, allenseinen Ansprüchen auf Östreich, wogegen er seine verlorenen Länder zurückerhielt.Seine erste Angelegenheit war nun, durch Einschränkung des Hofstaats, durchEinziebung eines Theils seiner Truppen und durch die Überlassung eines andern,Theils derselben an die Seemächte, überhaupt durch strenge und weise StaatS-wirihschaft, dem erschöpften Lande zu Hülfe zu kommen. Die Staatsschuldenwurden 1119 durch eine Commission untersucht, welche Mittel zu ihrer Tilgungausfindig machen sollte. Die Fabriken wurden emporgebracbt, und kein Hofbe-dienter durste sich in Tücher kleiden, die nicht im Lande verfertigt waren. 1153ward eine neue Gerichtsordnung eingeführt; der Ackerbau wurde durch gute Ver-ordnungen, Belohnungen, und von 1162 an durch Urbarmachung öder Plätze be-fördert. Die Wissenschaften hatten sich seiner Unterstützung zu erfreuen, Schulenund Universitäten wurden verbessert, und 1160 die Akad. der Wissensch. in Mün-chen gestiftet. Bei aller Anhänglichkeit des Kurfürsten für die kaihol. Kirche ver-minderte er doch die Klöster, gestartete den Protestanten in München die Ausübungihres Gottesdienstes und war einer der ersten Fürsten , welche das Aufhebungsbreveder Jesuiten vollzogen. Man überreichte ihm einst eine Liste von sogen. Freigei-stern mit der Bitte, diese gefährlichen Leute zu entfernen. „Gerade die bestenKöpfe", antwortete er, und warf das Papier ins Feuer. Er starb als das Opferungeschickter ärztlicher Behandlung an den Kinderblattern, den 30. Dec. 1111.Mit ihm erlosch die jüngere Hauptlinie des Hauses Wittelsbach , und seine Länderfielen an die sulzbachische , damals kurpfälzische Linie.

Maximilian (Franz Taver Joseph), letzter Kurfürst von Köln , Bischof zu