dir Einführung des nachher von Borda noch vervollkommneten MultiplicationS-kreise?, die Theorie der Resractionen und Finsternisse, die Fixsternverzeichnisse ie.Seme hinterlassenen Manuseripte werden aiif dem Observatorium zu Gotlingo,verwahrt; davon sind erschienen: „<),»-»> incOii.', o>!. l.i>:ltte-nl>ei-" (Götiingen1111, Fol.). Kästner hat s. kckc>-,üui>> geschrieben in Mursinna'S „äl«un. <!,»:t.ei,>>> .", auch Benzenberg gab in der von ihm besorgten neuen Ausg. von M.'Sfimhern Schriften biograph. Notizen über diesen merkwürdigen Mann. lX.
Ve ayer oder M ayr (Simon). Dieser in Italien heimische Componist,dei eine Reihe von Jahren, vorzüglich bis 1812, fast allein Aussehen machte unddie deutsche Harmonie in italien . Musik übertrug, ist 1163 zu Mentors unweitIngolstatt in Oberbaiern geb. Sein Vater, Organist daselbst, gab ihm den er-sten musikal. Unterricht. Äö. war für die Wissenschaften bestimmt und bezog dieUniversität, allein seine Neigung zur Musik veranlaßte ihn, diesen Weg zu verlas-sen. In einem Alter von 25 I. kam er nach Bergamo und fand an dem GrafenPesenli einen Beschützer. Dieser verschaffte ihm Mittel, in Venedig unter Leitungdes Capellmeisters Berkoni das Studium der Musik fortsetzen zu können. Nachdem Tode seines Wohlthäters sak er sich genöthigt, die theatralische Laufbahn zuwählen. 1802 ward M. zum Capellmeister der Kirche <li 5u>. äl.iiü, hluvss >'> >-in Bergamo ernannt. Man hat eine große Anzahl von ihm eomponirm- ernsthafterund komischer Opern, Oratorien, Cantaten w. Unter seinen Oper» haben an»meisten Ruf: „Lodoiska", „ällttci IWnNii", „I.:, (Unvvi.i >li N-n/.ia" (1803),,,,VIol.>5u> ei .4lex>u>>>" (1801), ,,I..1 inen liinnolni e I.» Ivi.l „äloiloit
in O-ninln". Im Komische» ist er weniger glücklich.
Mazarin (Jules), Ludwigs XIV. Prineipalminister und Cardinal , geb.zu Pisema in Abruzzo (nach Flassan zu Rom ) 1602, von adeliger Herkunft, stu-dirke auf der span. Universität Aleala de HcnareS die Rechte und nahm hie,ausunter den päpstl. Truppen Kriegsdienste. Er stand als Capikain bei seinem Corpsim Veltlin, als er im Auftrage des Generals Torguato Conti den Waffenstillstandzu Rivalta d. 11. Sept. 1630 zwischen den stanz., span. und kaiserl. Generalenunterhandelte. Damals stellte ihn der Nuntius BaguiLudwig XUI.und dem Car-dinal Richelieu als eine» ausgezeichneten Mann vor. Als der Ki >eg über die Erb-schaft des Herzogkhums Mantua auSgebroche» war, harte D(. als päpstl. Ministermehre Zusanmienkünfte mir Richelieu und begab sich selbst »ach Grenoble zu Lud-wig X1U. Vermöge seiner Verbindungen mit Frankreich und Spanien war er zumUnterhändler zwischen Beiden geschickt. Die Franzosen , welche vor Casal standen,waren im Begriff, die Feindseligkeiten zu erneuern, und nur noch 500 Schrittevon den spanischen Linien, als M., mit einem Tuche winkend, ihnen mit dein Zu-ruf entgegenkam: „Friede! Friede!" Er erklärte, unter welche» Bedingungen manbereit sei, Casal zu räumen; die stanz. Anführer nahmen sie an. Durch diese Un-terhandlung erwarb er sich die Freundschaft Richelieu '?, und Ludwig XU!. liest ilm1641 von Urban VUl. zum Cardinal erheben, worauf er Mitglied des Staarsi arkswurde. Richelieu empfahl ihn sterbend dem Könige so dringend, daß dieser ihn inseinem Testamente zum Mitgliede des Regentschaftsraths ernannte. Nach Lud-wigs XIII. Tode (16t3) übertrug ihm die Königin Anna von Ostreich, als Regen-tin, die Stelle eines ersten Ministers. M. wurde damals für den Geliebten derKönigin gehalten, und Einige haben aus dieser Vertraulichkeit den Ursprung dereisernen Maske (s. d.) ableiten wollen. Er trat anfangs mit vieler Bescheiden-heit und Einfachheit auf. Aber ungeachtet dieser Mäßigung bildete sich eine mäch-tige Partei gegen ihn. Man haßte ihn schon als Ausländer auf dem höchstenPosten und machte seine Person, seine Sitten, seine schlechte Aussprache lächer-lich. Überdies seufzte das Volk unter schweren Abgaben. Diese Umstände hatteneinen Bürgerkrieg zur Folge. (S. Fronde.) Die Königin war genöthigt, mit