Merkel
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bürg, ging 1757 nach Paris , wo er mehre Jahre lang unter unsers LandsmannsWille Anleitung arbeitete und bis 1764 daselbst verweilte. Wahrend dieser Zeiterwarb er sich durch einen auf das Jubiläum der Universität s. Vaterstadt gefertig-ten Kupferstich nicht allein den Beifall der Kenner, sondern auch die Würde eine«Kupferstechers der Stadt und Universität Basel , und ward sogar nach s. RückkehrMitglied des Raths. Auf s. Reise nach Italien , 1765, nahm ihn die Akademie zuFlorenz zum Mitgsiede auf, und bei seinem spätern Aufenthalte in Rom gewann erdurch s. Verdienste die Freundschaft Winckelmann's . Nach s. Rückkehr errichtete erin Basel die erste Kunsthandlung in der Schweiz und eine Zeichnen- und Kupfer»stecherschule. Mit Hülfe s. Schüler gab er vorzügliche Werke heraus, worunter sichein Katalog der düsseldorfer Galerie mit Kupf., eine Sammlung von Kupferstichennach den besten Werken Holbein'S, eine ähnliche nach Zeichnungen von Israel v.Mecheln u. a. Meistern auszeichnen. Er ward zum kurpfälz. Hoskupferstecher er-nannt und 1778 als Rath der Akademie nach Wien berufen, wo inan ihm die An-ordnung der Galerie des Belvedere übertrug. Nach vollendeter Arbeit kehrte er1783 nach Basel zurück, gab hier s. Katalog jener Galerie heraus und sehte s. Ge-schäft als Kupferstecher und Verleger eifrig fort. Durch den Ausbruch der Revolu-tion darin gestört, wandte er sich 1803 nach Berlin , wo er 1806 alsMuglied derAkademie aufgenommen wurde, auch dort sich mit der HerauSg. einzelner Blätterbeschäftigte und vor einigen Jahren gestorben ist.
Meckek (Johann Friedrich), I>, und Pros, iy Halle, der dritte d, N, auseiner um Anatomie und Medicin hochverdienten Fanzstie, ist 1781 zu Halle geb.Sein Großvater, Johann Friedrich , 1774 gest,, erwarb sich durch mehre inden Schriften der berliner Akad. befind!. Abhandlungen, namentlich durch (.Disser-tation: „kle guiiiio p.ire »civorum oeostni" (Gott , 1748), denRuhm eines derersten Anatomen, die je gelebt haben. Sein Vater, Philipp Friedrich, 1803gest., Pros. der Chirurgie und Entbindungskunst zu Halle, verband denRuhmeines Wissenschaft!. Lehrers mit dem eines vielbeschäftigten und glücklichen Prak-tikers. Solche Vorbilder leuchteten dem Sohne, welchen die Natur nuk d.iz herr-lichsten Geistesgaben ausgestattet hatte, in die Bahn der Wissenschaft. Nachdemer durch s.„Jnauguraldissertat.: „lleocindltiouil»,- corilid almorunlms" sich alsein s. Familie würdiger Sprößling bekannt gemacht hatte, trat er eine Wissenschaft!.Reise durch Deutschland, Italien und Frankreich an. Vorzüglich betrieb er dasStudium der comparativen Anatomie, für welche er in Deutschland unstreitig dasMeiste geleistet hat. Schon in s. Übersetz, von Cuvier'S „Vergleichender Anatomie"(Lpz. 1809—10, 4 Bde.) legte er in Noten und Anm. einen Echatz der seltenstenKenntnisse nieder, der die Übersetz, weit über das Original stellt. Bald folgtens. „Beiträge zur vergleich. Anatomie" (Lpz. 1809—13, 2 Bde.), reich an eigen-thümlichen und scharfsinnigen Ansichten, nach welchen Vorarbeiten er ei» „Systemder vergleich. Anatomie" zu bearbeiten anfing, dessen erster Theil (Halle 1821)große Erwartungen für die folgenden erregt hat. Auch die normale und pathologi-sche Anatomie bearbeitete er mit Glück, wie dies s. „Handbuch der pqiholog. Ana-tomie" (Lpz. 1812—18, 3 Thle.l, s. „Handb. der menschl. Anatomie" (Halle1815—20, 4 Bde.), die „Tubulae an!>tc»»i«:c>-p.itl>>'I»;ss>.'!>e" (Lpz. 1817 26,4 Bde., Fol.), die „Ocsariptio moiizlroruni" ic. (Lpz. 1826, mit Kupf., 4.)u. a. Schriften beweisen. Alle zeugen von dem treuesten Fleiße bei den mühsamstenUntersuchungen, von seltenem Scharfsinn in Aufstellung von Gleichungen undCombinationen und tiefer Einsicht in die BildungSgesehe des Lebens, welche er mei-sterhaft zu entwickeln versteht. Eine von ihm vorzüglich aufgefaßte und mit Glückempirisch nachgewiesene Idee ist die, daß der menschliche Organismus bei seinerBildung stufenweise sich entwickele, und diese Stufen bleibenden Bildungen derThierclassen entsprechen, wie er auch in den sogen. Mißgeburten nur Hcmmungs-bildungen oder ein Stehenbleiben auf niedern Bildungsstufen erkennt. — Als