Band 
Siebenter Band. M bis N.
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228 Medicecr, Piero

Florenz galt. leicht geitvftn, sich mit Fürsten zu verschwägern; aber er verheira-thete seine Sohne und seine Enkelinnen mit Töchtern und Söhnen florentinischerBiii ger. Mit gleicher Klugheit leitete er auch die ankern Angelegenheiten der Re-publik in den schmierigen Verhältnissen mit Neapel, Mailand Und Venedig , worinseine über die Welt verbreiteren kaufmännischen Verbindungen und sein unermeß-licher Credit ihn kräftig unterstützten. (Der gelehrte Pignotki beurtheilte jedoch denCosimo strenger und unparteiischer als Roscoe.) Nachdem Eosmus Alle? gethan,was seine? Hause? Macht auf dem unschern Boden der Volksgunst befestigenkonnte, starb er nichtsdestoweniger (1464) mit kummervollen Aussichten in dieZukunft; denn sein Vetter, der kluge Bernardo dei M., der sich in den Kriegengegen Mailand und Neapel so viel Verdienst erworben hatte, und sein Sohn Gio-vanni waren vor ihm gestorben; sein andrer Sohn Piero schien wegen s. Kränk-lichkeit wenig ;um Staatsoberhaupte geeignet, und dessen Söhne Giuliano undLorenzo waren fast unmündig. Wirklich verschenke Piero gleich im Anfangedie Liebe, welche Floren; gern von s. angebeteten Vater auf ihn übertragen habenwürde, indem er, auf den boshaften Rath eines falschen Freundes, Diotisalvi Ne-roni, um s. Finanzen, die durch s. Vaters Freigebigkeit etwas gelitten, wiederzuordnen, eine Menge Summen, die dieser an Bürger ausgelieben, aufkündigteund eintrieb. Die ihm dadurch und durch die Verlobung s. Sohnes Lorenw mitClarice (aus dem edeln Hause der Drstni) beim Volke erwachsene Ungunst beschlos-sen Neroni und der herrschsüchtige Luca Pitti , in Verbindung mit den wahren Pa-trioten Nicolo «oderini und dem persönlich gegen die Medici erbitterten AgnoloAceiajuoli, ;u seinem «kurze zu benutzen. Sie eröffneten eine Liste, >» welche dieFeinde der Medici sich einschrieben; Piero, dem dies verrathen ward, ließ dagegendie ihn. Wohlwollenden sich ebenfalls unterschreiben, welches auch viele schon indie Liste seiner Widersacher Eingetragene aus Furcht thaien. Nach vergeblichenVersuchen gemäßigter Maßregeln zur Veränderung der Regierung beschlossen dieUnzufriedenen, den Piero auf seinem Landhause zu Earreggi zu todten und steh mitHülfe des Marchese von Ferrara des Regiments zu bemächtigen. Aber der An-schlag ward dein Piero entdeckt, worauf er im Aug. 1466 mit einer zahlreichenSchar Bewaffneter nach Florenz zog. Von diesen bewacht, hielt er steh ruhig ins. Hauke, «eine Gegner bewaffneten sich zwar auch, verloren aber den Muth,als Luca Pitti von ihnen abfiel; und als Piero einer Botschaft angesehener Bür-ger in einer wohlgesehten Rede seine Mäßigung, und wie er die Erneuemng derabgelaufenen b-lia keineswegs verlange, dargelegt hatte, das Volk aber schlechter-dings nichts gegen ihn unternehmen wollte, zerstreuten sich seine Feinde, und ihreHäupter ftohen aus Florenz . Darauf ward der mediccischen Partei die l>-,li.> er-neuert , und die Medici wurden von nun an allmächtig. Allein die übrigen Mit-glieder der Iiaiia mißbrauchten diese Macht zu Willkürlichkeiten aller Art, diePiero, fast immer bettlägerig, nicht hindern konnte; er ging daher damit um, seineverbannten Feinde zurückzurufen, um durch sie die eignen Freunde zu bändigen,als (1484) der Tod ihn übereilte. Die geheimen Feinde der Medici glaubtendurch die Jugend und Unerfahrenheit seiner Söhne, Lorenzo und Giuliano, einenneuen Versuch zum Sturze des mächtigen Hauses begünstigt. Im Einverständnis;mir P«pst «lrtus >V. und dem Erzbischof von Pisa , Francesco Lalviaki, machtendie Pt'.zi, das erste Geschlecht nach den Medici, einen Anschlag auf Lorenzo'S undGiuliano'S Leben, der nach manchen fehlgefchlagenen Versuchen endlich, am 26.April 1418, in der Kirche S.-Reparata ausgeführt ward. Aber die Ermordungdes Lorenzo schlug fehl; die gelungene des Giuliano mußten alle Verschworene, dadas Volk alsbald zu Gunsten der geliebten Medici sich bewaffnete, mit dem Tode,und das Haus Pazzi (s. d.) mit seinem Sturze büßen. Lorenzo, nun alleini-ger Haupt s. Hauses und in dem Dorsteheramtc der Republik mehr als je befestigt,