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Siebenter Band. M bis N.
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Medicin (gerichtliche)

der medicinischen Wissenschaft ein Ende zu machen, und ein solcher Mann erschienwirklich in Aalen (s. d.) von PergamoS; sein -System erhielt eine fast unge-theilte Herrschaft, die sich das ganze Miktelalter hindurch bis in das 16. Jahrh,herein erhielt. Wir sehen aber inzwischen (»n 7. Jahrh. n. Ehr.) ein geistreichesVolk, die Kräder, als tanialige Welreroberer auch in die Wissenschaft der Medicineingreifen, dieselbe, auf Aalen fußend, nach ihren Begriffen gestalten und wenig-,stens in praktischer und pharmakologischer Hinsicht nicht ohne Vermehrung undVerbesserung lassen; ihre» Alanz erreichn die arabische Medicin unter Avicenna (geb. WO), der für einige Zeit selbst mehr galt als Aalen , aber dennoch früherwieder diesem in der allgemeinen Meinung weichen mußte. Die abendländischeMedicin beginnt mit der vielleicht schon im 9. Jahrh, bestehenden, spater erst(1143 u. 1233) bestätigten schule zu Salerno , wo nach Grundsätzen griechi-scher Arzte Medicin gelehrt wurde. Das übrige Miitelalrer hindurch bestand eineGalenisch-Arabische, großteniheils von unwissenden Mönchen gepflegte Medicin,die nur nach und nach sich lichter gestaltete. Im 11. Jahrh, hob sich die Anato-mie durch Mondini, die Arzneimittellehre durch die Entdeckung neuer Welttheileund Handelswege, die praktische Medicin durch die Erscheinung neuer Krankhei-ten, namentlich der Lustseuche. Auch wurde durch die (1453) aus Konstantino-pel vertriebenen, Aricchen Liebe zum griechischen Studium im Abendlante wiederverbreitet, und man las die griechischen Ärzte, namentlich HippokrateS, wieder inder Ursprache, womit denn die bisherige Barbarei und das sklavische Nachbetennicht mehr bestehen konnte. So bereitete sich der Sturz der Aalemschc» Autori-tät vor, der im 16. Jahrh, vollständig erfolgte und das Wesentliche der Reforma-tion des TheophrastuS ParacelsuS (1526) ausmacht. Das chemisch-theosophsschpSrsteni dieses Schwärmers verfeinerte und ordnete I. B. von Helmont (gest.1644), bis eS, der theosophischen Hülle entkleidet, in das materiell-chemische S pstemdes Franz SvlviuS (gest. 1672) und endlich in das psychiatrische Svstein A. E.Skahl's (gest. 173i) überging. Aber bald nach Harvey's großer Entdeckung deswahren Blutlaufes (1619) hatte sich die iatro-mathemarische Schule unter Al-xhons Borelli (gest. 1679) ausgebildet, die endlich in das tvnannsche System desFr. Hoffmann (gest. 1742) sich umwandelte, aus welchem die dynamischen Schu-len der neuern Zeit hervorginget!, die einer specieller» Betrachtung überlasse,, blei-ben müssen. S. .Kurt Sprengel'S „Aeschichke der Arzne,künde" (3. Anst., Halle1321, 5. Thl. 1827) und Ludwig Ehoulanr'S „Tafeln zur Geschichte der Me-dicin" (Leipzig 1822, Fol.); I. F.K.Hecker's „Gesch. der Heilkunte:c." (Berlin 1822, 1. Bd.); „Encyklop. Wörterbuch der Medicin. Wissenschaften", heraus-gegeben von den Pros. der Medicin. Facultät zu Berlin : Gräfe, Hilfeland, Link,Rutolphi, v. Siebolt (Berlin 1827, 1. Bd.) I!. I'.

Medicin, gerichstiche, U ol ini n.-> lä>, >-,,,-58 (s. d. vor.A.). Sie unter-scheidet sich von der Medicin. Polizei dadurch, daß sie der Inbegriff aller Kennt-nisse, aus den sämmtlichen Zweige» der Arzneiwissenschaft gesammelt, ist, welcheden Arzt in den -Luand setzen, den Aerichre» über Rechtsfälle, deren Gegenstanddurch medicinische Aruntsatze klar gemacht werten muß, den nöthigen Aufschlußmitzutheilen. Der dazu bestellte Arzt ist der gerichtliche Arzt, und nur Der solltedazu ernannt werten, der nicht nur in seiner Wissenschaft die gründlichsten Kennt-nisse besitzt, sondern auch sich täglich mir den Fortschritten derselben bekanntmacht.Gegenstände der gerichtl. Medicin sind folgende: Untersuchung aller Verletzungenan Menschen, Bestimmung der Todtlichkeit derselben nach ihren Aartungen, alsWunden, Quetschungen, Erschütterungen, Verrenkungen und Knochenbrüche,Verbrennungen, Entzündungen u. s. w.; oder nach der Menge der Beschädigun-gen, oder nach der Beschaffenheit des verletzten Theils, des Kopfes, Halses, derBrust, des Unterleibes, innerer Theile u. s. w.; ferner Untersuchung über Fälle