Millin
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des weiblichen, ganz eigentlich Epoche gemacht und viele Nachahmungen veranlasst,auch ist er in mehre Sprachen überseht worden. In dieser Rücksicht kann er mit„Werther'S Leiden" verglichen werte», ohne beide Werke deßwegen, in Ansehungdes poetischen Werthes, gleichstellen zu wollen. Die sogenannte siegwarl'sche Pe-riode ist zwar längst vorübergegangen, aber ihre Wirkungen waren noch lange nach-her, sowol in der likeranschen als in der gewöhnlichen Welt bemerkbar. Die Aus-drücke: stegwart'sche Liebe, stegwartisiren, sind »och jetzt verständlich. Ausge-zeichneter ist M. als lyrischer Dichter. Seine Elegie» und Lieder haben sichdurch sanfte Frömmigkeit und zarte Liebe, dann durch Natürlichkeit, Leichtigkeit,Warme lind durch Gefälligkeit der Versisication und Sprache empfehlen. Mehrederselben sind Volkslieder geworden. Dahin gehören namentlich: „Bei Nektarund Ambrosia n. s. w."; „Das ganze Dorf versammelt sich u. s. w."; „Es lebendie Alten u. s. w."; „Traurig sehen wir uns an u. s. w." („Gedichte", Ulm 1783).M.'s Predigten athmen den Geist und das Gefühl echter Religiosität und Sittlich-keitz sie unterscheiden sich durch eine gemeinfaßliche Bcredisamkeit und durcheine einfache, würdige Sprache. M. war ein edler, liebenswürdiger, anspruchs-lose^ Mann, der bei einem grossen Hange zur Gemächlichkeit doch immer gemein-nützig zu werden sti ebte. Vgl. die Biographie und Charakteristik M.'S in den„Zeitgenosse»", XIll. I)l>.
Millin (Auguste-Aubin), Professor der Altcrtbümer zu Paris , Mitgl. derAkad. der Inschriften und der Ehrenlegion, wurde nach dem Tode des berühmtenAbbe Barthöleniy Aufseher (n<»>iwi,->l, ,n) des reichen Antiken- und Medaillen-cabinetS der kaiserl., nachher königl. Bibliothek. Er stammte aus einer an-gesehenen Faiwlie, Millin de Grand Maison, und war geb. zu Paris den 14. Juli17.79. Anfangs studiere er Naturgeschichte, dann Philologie, endlich Archäologie.Als Jüngling war er Anhänger > epublik. Grundsätze und schrieb damals seinen„^liiiiiiint: , > >>>iblioui>>" und andre Schriften, die er später nicht m daS Verzeichnißs. Schriften eintrug. Später huldigte er in s. Schriften Donaparte. Unter Napo-leon'-« Regierung machte er 2 archäologische Reisen in Frankreich und Italien , woerMancheS eindeckte, wasdie Italiener übersehen hallen. M. war einer der gelehr-testen und geschmackvollsten Archäologen Frankreichs . Um uns hat er das Verdienst,unsere Gründlichkeit s. Landsleuken bekannter gemacht zu haben, theils durch sein„blux.irl» tn„)Llc>ji>''i>'»,uc", welches er beinahe 20 I. ohne de» geringsten Ertragherausgegeben, theils durch s. „llisiionn.-nis -lcx bsuux .n i-i", durch die verbess.Ausg. des „I>iuti»ii»uir<- cke lu sulilc" von Chomprä und durch s. „»oxnixen-x,,,-tigur> inäililii Nil nonvelleniiNi t ox^Iitjnö!,". Neue Verdienste UNI die Archäolo-gie erwarb er sich durch s. „I'eix>ur>ü >Ioi- Vii8cs :>ul>«j»e->", s. „O-ili'iii' ix^tlio-lopstgne" (2 Bde., 1811) und seine Beschreibung niedrer Münzen und Medaillen.Durch diese Schriften sowol als durch seine Vorlesungen, deren Besuch zumguten Tone gehörte, hat er den Geschmack an der schönen Kunst des Alterthumsin Paris gar sehr befördert. Um die Kunstgeschichte seines Vaterlandes hat ersich durch s. „Vovo^e elanx les (Ispal tenieiid ein inieli cls >i, 1 lunss", durch s.„Ilistuiro NX tulliguo cle la levulntion lroix aira" und „llisluiis inäUiIIign« eisI'em>>srvnr X.ipvlä.»,-- Verdienste erworben. Kleine Lehrbücher über das Stu-dium der Antike, Münzkunde , Gemmcnkunde, Mythologie bieten eine leichteund angenehme Übersicht dieser Zweige der Kunst und Wissenschaft dar. Zwardürften wir Deutsche in den meisten dieser Werke wenig Neues finden, allein manliest auch das Bekannte gern bei ihm wieder. Interessanter ist die prachtvoll ge-druckte „Beschreibung der zu Canosa ausqegrabenen alten Vasen". Seine „Abbil-dung und Beschreibung einer schönen Mosaik", worauf die römischen Theater-costume vorgestellt sind, war in der Herausgabe schon weit vorgerückt, als er starb.Als Aufseher des Antikeiicabinets hat er eine zweckmäßige Anordnung der Münzen