Band 
Siebenter Band. M bis N.
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Millot

nach den Ländern, Städten und Regenten gemacht, wobei ihm Eckhel's „vockrim»nunmioruin veleru»," zum Führer diente. Seiner Gefälligkeit, womit er stetsbereit war, auch Fremden die seiner Ansucht anvertrauten Schätze zu zeigen, ge-denken alle Reisende mit Ruhm. Auch war er einer der angenehmsten Gesellschaftter. In Frankreich tadelte man seinen etwas nachlässigen Styl, da er schnell ar-beitete. In seinen letzten Jahren ließ M. seine Werke aus eigne Kosten druckenund besorgte selbst den Absatz derselben. Da sie größtentheils mit illum. Kupf.versehen waren, so ließ erAlleS in seinem Zimmer, wie in einer Werkstatt, betrei-ben. Durch Bosheit oder Zufall verbrannten ihm fast alle seine Sammlungen,als er auf einer Reise nach Italien begriffe» war. Die Beschreibung dieser Reiseist sein letztes, unvollendet gebliebenes Werk. Er starb 1818 zu Paris im 60. I.seines Alters. Er war nicht verheirathet. Da er Ursache hatte, mit seinen Ver-wandten unzufrieden zu sein, so vermachte er sein Vermögen seiner Freundin, derGräfin de Laffolais. wein letzter Wille (Paris 1817) enthält sein sittlich-religiö-ses Glaubensbekenntniß. Mehr über ihn s. im 15. Hefte der „Zeitgenossen".

Millot (Claude Frarwois Tavier), ein ausgezeichneter Schriftsteller imhistorischen Fache, Mitgl. der Akad. und Lehrer des 1804 zu Vincennes erschosse-nen Herzogs v. Enghien (s. d.), ward den 5. März 17-8 zu Ornans, einer Stadtin derFranche-Comt-, geb. Nach geendetem Studium trat er in den Orden der Je-suiten und wurde Pros. der Rhetorik ani Collegium dieser Congregation zu Lyon .Eine Rede zu Ehren MonteSguieu's, die den Preis von der Akademie von Dijon erhielt (1757), zog ihm den Haß seiner Obern zu, was ihn veranlaßte in die Weltzurückzutreten, wo ihn der Hr. v. Momazet, damals Erzbischof von Lyon, zu sei-nem Dicar ernannte. Da M. jedoch einsah, daß ihm die Bercttsamkeit fir dieKanzel abgehe, so begab er sich dieser Art öffentlicher Vortrüge für immer undwandte seinen ganzen Fleiß auf die Geschichte. Die von ihm zum Unterricht derJugend verfaßten Grundrisse der Geschichte von England und Frankreich erwar-ben ihm großen Ruhm, und bald ward er dem Minister Marquis de Felino inParma empfohlen, welcher damals ein Collegium für den jungen Adel in Parma errichtete. M. erhielt 1768 an dieser neuen Lehranstalt das Professorat der Ge-schichte, welches er auch so lange bekleidete, bis Felino, verfolgt von Gegnern, dieden fanatischen Pöbel gegen ihn aufhetzten, sich zurückzog, woraufM. nach Frank-reich zurückkehrte. Zum Lohne für sein edles Benehmen bei dieser Gelegenheitsetzte ihm der Hof eine Pension von 4000 LivreS aus und übertrug ihin später dieErziehung des jungen Herzogs von Enghien , der er bis an sein Ende mit Treue vor-stand. M. starb den 21. März 1785. — 1777 kam M. an Gresset's Stelle indie Akademie, obschon das Haus Noailles und mehre Philosophen sich seiner Auf-nahme unter allerlei Verwänden widersetzten, die d'Alembert jedoch mit demWitzworte beseitigte: „Millot habe nichts vom Priester an sich als das Kleid". InBetreff seines Charakters äußerte derselbe Philosoph später über ihn: „er sei un-ter allen seinen Bekannten derjenige, welcher die wenigsten Ansprüche mache undam freiesten von Dorurtheilen sei". M. war von großer Bescheidenheit, still undeinfach in seinem Benehmen und dabei in seinem Fach ein ausgezeichneter Gelehr-ter. Unter seinen in einem reinen und fließenden Style geschriebenen Werkensind die vorzüglichsten: 1) „kleinen; <Ie l'l>i8t»ire <Ie kennve, üe;>u>8 Llovi;jurczu's 1x>u>8 XV" (3 Bde.); 2) „k^Iiunens cle I'liiztmrc ,I',1»^l«tei rc ckezniis8c>n online 5ous lc.8 K»innin8 ju8gu'ü 6eor^e! II" (3 Bde.); 3) kll^»ie„8 cle1'lii8toire Uiiiver8e>1e" (9 Bde.; deutsch : „Des Abbä Millot's Universalhistorie,aus dem Franz, mit Zusähen und Berichtigungen von W. C. Christian!", 11 Tble.,1777—89, fortges. von Brorson, a. d. Dänischen von Jensen, 12. u. 13. Thl.,Lpz. 1807); 4) „l,'lii8toiro rle8 7>o»bs<lour8" (3 Bde., nach St.-Palaye'sHandschriften bearbeitet, ist eine der besten Quellen zur Geschichte der Trouba-