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Siebenter Band. M bis N.
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3S8 Minnr Minnesinger

ment oder in den Kammern die Maßregeln der Minister vorzüglich begünstigt undsolche bei den Verhandlungen selbst sowol au« dem besten Gesichtspunkte darzustel-len sucht als beim Abstimmen über Alles, was dem Ministerium angenehm istund von diesem gewünscht wird, sich sür dasselbe erklärt. Da ohne Stimmen-mehrheit im Parlament oder in den Kammern sich in einem constitutionnellenStaate kein Ministerium erhalten kann, so ist natürlich, daß da« jedesmalige Mi-nisterium sich diese Stimmenmehrheit aus olle Weise zu erwerben und zu sichernsucht. An Mitteln dazu kann eö einem gewandten und geschickten Ministeriumnicht fehlen, besonders da nicht, wo die Besetzung aller öffentlichen Stellen, dieim weitesten Umfange zum Staatsdienst ersoderlich sind, von der Regierung ab-hängt, und diese das Recht hat, darin nach Willkür Veränderungen, Ab - undVersetzungen vornehmen zu können. In England wird nicht minder wirksam dasSystem der Verleihung von Sinecuren und der Aristokratismus der der Regie-rung einmal ergebenen Familien zu demselben Zwecke angewandt; die Art derWahlen der Repräsentanten ist in Frankreich wie in England zur Bildung einerMinisterialpartei ebenfalls gleich günstig. Dort dient dazu das System de« dop-pelten Wahlrechts, das einer Anzahl der reichsten Gutsbesitzer in jedem Departe-ment zusteht, hier das System der sogen. Ilolie» boiou^i,.,. (S. d. und-Oppositionspartei.) Unter Canning's Ministerium hörte man davon we-nig. Es gewann sich seinen Anhang durch die Gerechtigkeit, Redlichkeit und Mä-ßigung seines Thuns.

Minne. Das alte deutsche Wort Minne und Minnen ward erst über-haupt von Liebe und Freundschaft, auch von göttlicher Liebe gebraucht. Dannbekam es bei den deutschen Dichtern des Mittelalters eine emphatische Bedeutung,nämlich die der edeln, treuen und glücklichen Geschlechtsliebe (die auch einmal vomMinnesinger Walther v. d. Dogelweide hohe Minne genannt und von der niedernunterschieden wird). Eine Erklärung des Wortes Minne aus jener Zeit ist zuschön, als daß sie hier Übergängen werden sollte. W. v. d. Dogelweide sagt:„Minne ist zweier Herzen Wonne, theilen sie gleich (d. i. theilen sie einander gleich-mäßig diese Wonne über ihre Herzen mit), so ist die Minne da". Der Begriffder Minne wurde im Ritterihume, besonders der Deutschen , sehr edel gefaßt, undschon damals hat sich die Liebe bei den deutschen Dichtern viel reiner, inniger undidealischer ausgesprochen als etwa bei den Franzosen. Mit Recht sang Walther v. d. Vogelweide: „Tugend und reine Minne, wer die suchen will, der soll kom-men in unser Land! da ist Wonne viel. Deutsche Zucht geht vor in Allem", d.

Minnegerichke, s. Gerichtshöfe der Liebe.

Minnesinger heißen die deutschen Dichter des Mittelalters von demHauptinhalt ihrer Lieder, auch schwäbische Dichter, weil diese Mundartin ihren Gedichten vorherrscht. Denn als zu Anfange des 12. Jahrh, die Kunstdes Gesanges über das südliche Frankreich nach Deutschland zog, fand sie in derfügsamen und wohllautenden schwäbischen Mundart ein willkommenes Mittel de»Ausdrucks und an den kunstliebenden Hohenstaufen eine fördernde Pflege. Imengern Sinn« verstehen wir jedoch darunter nur die lyrischen Dichter, die Sängerder Minnclieder. Die Minnesinger waren Ritter oder doch Edelleute, die da»poetische, zwischen Krieg, Andacht und Liebe getheilte Leben der Ritterschaft zumSingen begeisterte. Sie lebten und sangen besonders an den Hefen kunsiliebenderdeutscher Fürsten , wie Kaiser Friedrichs ll., Herzog Leopolds IV. von Östreich,König Wenzels von Böhmen, Herzog Heinrichs von Breslau , Heinrichs von An-halt, Markgr. Heinrichs des Erlauchten, LandgrafHermanns von Thüringen, unddas ritterliche Leben, die fröhliche Festlichkeit und die feine Sitte jener Hoflagergab ihren Gedichten die Zartheit und die Pracht, die Beredtheit und die Zierlich-keit, die wir an ihnen bewundern. An jenen Höfen wurden zur Ergötzung der