Band 
Siebenter Band. M bis N.
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409
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Mirandola

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Schiffe; mit dem dritten entfloh er, Von seinen geheimen Freunden unterstützt,bewerkstelligte er zwar am I.Aug. d. I, eine neue Landung in Venezuela ; sein 'Aus-ruf zur Freiheit machte aber so wenig Eindruck auf das Volk, daß er sich schon den13. Mit Verlust wieder einschiffen mußte. Erst am Ende 1810 gelang es ihm, dieFahne der Freiheit in Caracas aufzupflanzen. (S. Südamerikan. Revol.)Nach mehren Triumphen und noch größer» Unfällen, verfolgt vom Hasse der Prie-ster und gedrängt durch Finanznokh, Abfall und Verrätherei, sah er sich zuletzt ge-nöthigt, mit dein span, General Monteverde die Eapirularion vom 26. Aug. 1812abzuschließen, gegen deren Inhalt ihn der span. General treuloserweise als einenGefangenen behandelte. Man brachte ihn nach Spanien in das Gefängniß LaCaraca, den furchtbarsten Kerker der Inquisition bei Cadix, in welchem er nach ei-ner tjahr. harren Einsperrung gestorben ist. Die Mönche ließen seinen Körper un-beerdigt hinwerfen und übergaben sein Geräth den Flammen, M. war ein wohl-gebilderer Mann, voll Kraft und Feuer, nach Thaten dürstend, im Wollen fest,im Handeln kühn; dabei von ausgebreitete» Kenntnissen. Er schätzte Wissen-schaften und Künste, hatte einen scharfen Klick und viel Geschmack, schrieb bündigund leicht, und war mit der Verfassung, den Gesehen, der Literatur und den Vil-len jeder Nation, vorzüglich mit ihrer militairischen Verfassung genau bekannt;Pluiarch und Livius waren seine Lieblingsschriftsteller; Timoleon, Thrasybul undEpaminondas seine Helden. Obwol er in seinem polnischen Verhalten m Vene-zuela jakobinische Formen nachahmte, so hat er doch ohne Selbstsucht, aus ivinemElfer für die Sache, einem großen Ziele mit ebenso viel Beharrlichkeit als Geistund Muth Vermögen, Kraft, Glück lind selbst das Leben geweiht. X,

Mirandola (Johann Pico, Herr von, Graf und Fürst von Concordia ),mit dem Beinamen der Phönix, eine der schönsten Zierden der Wissenschaften zurZeit ihres WiederaufblühenS, geb. 1463, war der jüngste Sohn von Ioh. Franzv. M, und Julia, aus dem ekeln Geschlechte Bojarto. Früh zeigte er außer-ordentliche Proben von Fassungskraft und Gedächtniß. Dem geistlichen Standebestimmt, begab er sich in einem Alter von 11 I. nach Bologna , um das kanoni-sche Recht zu studiren. Nach 2 I, fühlte er einen Widerwillen gegen diese Vtu-dien; dagegen zog ihn seine Neigung zur Philosophie und zu den Geheimnissender Natur. Seine Wißbegierde zu befriedigen, bereiste er Italien und Frank-reich , besuchte die berühmtesten Schulen und hörte die ausgezeichnetsten Lehrer.Nach 7 I. des anhaltendsten Fleißes ging er nach Rom und machte im I. 1486900 Thesen aus allen Wissenschaften und gelehrten Sprachen bekannt, die ernach damaliger Silke öffentlich vertheidigen wollte. Er federte alle Gelehrte ausallen Ländern auf, sich mit ihm zu messen, und erbot sich sogar, den Fremdendie Reisekosten zu ersetzen. Aber Niemand wagte zu erscheinen. Dagegen suchteman seine Rechtgläubigkeit verdächtig zu machen. M. schlug diese Angriffe durchs. „ckpolocft-ck zurück, ein Werk voll gründlicher und wohlgeordneter Gelehr-samkeit. Um seinen Feinden, die mit Anklagen nicht abließen, jeden Anlaßzu rauben, entschloß er sich, obgleich er für die Liebe und ihre Genüsse nicht un-empfindlich war. die ch'engste Lebensweise zu befolgen und sich ausschließlich mitden Wissenschaften zu beschäftigen. In Folge dieses Beschlusses warf er 5 Bü-cher ital. Liebesgedichte ins Feuer, deren Verlust allerdings zu bedauern ist.Es hat sich in dieser Gattung Nichts von ihm erhalten als ein Commentar übereine Canzone des Girolamo Benivieni , worin er die Liebe nach den Begriffender Neuplatoniker darstellt, M, widmete sich nun dem Studium der bibli-schen Literatur; die erste Frucht derselben war der „HeptapluS", eine mystischeoder kabbalistische Auslegung der Schöpfungsgeschichte, in welcher er auch Plako'sLehre auf Moses zurückführte. Zwei I, darauf gab er eine Abhandlung in 10Capiteln „Oe blute ct blnu" heraus, worin er die Lehren des Plato und Ansiste;