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les zu vereinigen suchte. Er lebte jetzt abwechselnd zu Ferrara im Umgänge mit dengelehrteren und ausgezeichnetsten Männern seiner Zeit, namentlich des Loren; v.Medici undPolizian, »nd war mit großen literariftben Arbeiten beschäftigt, zu de-nen sein Werk gegen die Astrologie als eine Vorarbeit anzusehen ist, als ein Fieberihn befiel, an welchem er 1494 zu Florenz in seinen, 31. Lebensjahre starb. Durchihn pflanze sich die Anhänglichkeit an platonische, kabbalistische Philosophie aufViele (z. B. seinen Neffen Franz Pico v. M., der aber seinen Meist nicht erreichte)fort. M. wird von seinen Zeitgenossen als ein Wunder von Gelehrsamkeit undGenie gepriesen. Paulus IoviuS sagt von ihm, daß die unsterblichen Götteralle seltene Gaben des Körpers und Geistes in ihm vereinigt hätten. Wirwerte» bei dem Anblicke seiner Schriften nicht ebenso urtheilen, wenn wiruns nicht zugleich an den damaligen Zustand der Wissenschaften erinnern.
Mire (Noel le), ein guter Kupferstecher aus Rouen , der auch dieAusgaben von Rousseau '«, Doltaire's, Doccaccio's und Lafontaine'- Werkendurch seinen trefflichen Grabstichel zierte. Seine letzten Arbeiten machen einenTheil der schönen cie klnrcnce" aus. Er starb 1801.
Mirevelt (Michael Ianson), ein berühmter Portraitmaler, geb. zuDelft 1568, und Sohn eines Goldschmieds. Er widmete sich erst der Kupfer-stecherei unter Wierinx, vertauschte aber diese nachher mit der Malerei unterAnleitung eines Malers Blocklandt. Er soll gegen 10,000 Portraits gemalthaben und sich dieselben sehr theuer haben bezahlen lassen. M. war Menno-nit und von sehr liebenswürdigem Charakter. Er starb zu Delft 1641. Seinälterer Sohn, Peter M-, ist auch als Maler geschätzt.
Mirkhond oder M i r ch o n d, s. Persische Literatur.
M i s ch n a, M i s ch n a h, s. Talmud .
M i s e r e r e, Erbarme dich, wird ein berühmter Kirchengesang, eigent-lich der 57. Psalm, welcher in der Vulgata anfängt: älincierc n,ei ,1,genannt. Besonders berühmt ist davon die Composirion des Allegri(s. d.). Miserere nennt man auch das Bild des gekreuzigten sterbendenHeilandes. So heißt endlich eine schreckliche Krankheit, welche durch Versto-pfung der Eingeweide hervorgebracht wird.
Misericordia nennt man in den Klöstern Das, was wider die Ordens-regeln den Mönchen gegeben wurde; auch der Ort, wo sie diese Bewilligungengenossen.— Misericordiä, die Stühle, worauf alte und schwache Geistlichebeim Gottesdienste saßen, indeß die rüstigern stehend fungirten. — Misericor-dias domini ist der zweite Sonntag nach Ostern, an dem der GottesdienstMit den Worten: ä1i8er>cnr,li,i» cloniiiii cantabo in r>elern»m. anfing.
Missalen, Missalbuchstaben, nennt man die größten Buch-staben, weil ehemals die Missalen (mi,,.-,!,-,) oder Meßbücher, welche dieGesänge und Feierlichkeiten der kath. Messe enthalten, damit geschrieben undgedruckt wurden. — Missalia, das für eine Seelenmesse an den Priesterbei einem Begräbnisse bezahlte Geld.
Misse, die musikalische Composttion der während des kathol. Hochamtsoder während der kirchlichen Messe zu singenden Worte. Dieser Text besteht 1)aus dem Kvrik; eleiiin»! (Kriste eleiüc»»: 2) aus dem 6Ic>r!» in excel >ns cleu,wozu noch einige Anrufungen kommen, z. B. l,->uciL»ius te etc.; Ornti-isninx tilii rte.; sloin'ino ckeu; rer coelsLtir etc.: tolli; pece,>I.i ete.; Oim
rancta 5p!ritii; 3) das Oresto oder das apostolische Glaubensbckenntniß; 4) das8.inc:t>l§ und Ori-inna: 5) das Heneclinlu» und 6) das A^nn «, clei etc. Mansieht daraus, daß die Bestandtheile dieses Texte« durch den Gang, welchen derCultus der Messe nimmt, bestimmt sind, und daß der Inhalt aus Anrufungenund Zwischengesangen der Gemeinde besteht. Die Aufgabe daher, diesen Text zu