Mithridates 421
merk aufKappadocien. Da er aber die Macht des Ariarathes, welcher dieses Landbesaß, und dessen genaue Verbindung mit den Römern fürchtete, ließ er ihn meinchelmörderisch umbringen. Zu gleicher Zeit fiel Nikomedes, König von Bithrnien,in Kappadocien ein, vertrieb den Sohn des ermordeten Königs und vermählte sichmit Laodice, der hinterlassenen Witwe, einer Schwester des M. Dieser nahm hier--von Gelegenheit, in Kappadocien einzufallen, eroberte es und setzte, gegen seinenanfänglichen Plan, seinen Neffen wieder auf den Thron. Bald aber nciyigte erden jungen Fürsten durch entehrende Federungen zu einer Kriegserklärung. Beidezogen ungefähr mit gleichen Heeresmaffen gegen einander aus. M. bor den Frie-den an, lud den jungen Fürsten zu einer Unterredung ein und todtere ihn Mit ei-nemDolche, im Angestchie beider Heere. Die Kappadocier, die ihren Herrn fallensahen, befiel ein panischer Schrecken, und M. bemächtigte sich des Landes fast ohneGegenwehr. Nikomedes verabredete jetzt mit seiner Gemahlin, einen Jünglingfür den dritten Sohn des Ariarathes auszugeben und diesen die Römer um Hülfeanstehen zu lassen. Laodice reiste selbst nach Rom , um die Aussage zu bestätigen.Nun bediente sich M., von Allem unterrichtet, desselben Betrugs, indem er denRömern zu beweisen suchte, daß der junge Fürst, dem er Kappadocien übergab(welche? sein eigner Sohn war, dem er den Namen Ariarathes gegeben), der recht-mäßige Sohn des Ariarathes sei. Die Römer, welche den doppelten Betrug ent-deckten, nahmen dem M. Kappadocien und dem Nikomedes Paphlagonien , und dieKappadocier wählten AriobarzaneS zum Könige. Kaum aber hatte Sylla, dessenWaffen ihn auf den Thron gehoben, Asien verlassen, als M. mit Beistand desKönigs von Armenien , Tigranes, seinen Sohn in Kappadocien wiedereinsetzte.Zugleich nahm erBühynien weg und gab das Land seinem Bruder Sokrates Chri-stas . Bald sehten jedoch die Römer Alles wieder in den vorigen Stand. M. rüstetesich daher gegen Rom selbst und brach, da die Römer seine Federungen nicht befrie-dige» wollten, plötzlich gegen Kappadocien und Bilhvnien zugleich los. SeineKriegsmacht bestand aus 250,00!) M. Fußvolk, 50,000 Reitern, 130 sichelwa-gen und 100 schiffen. Die Streilkräfte der Römer mit den bithynischen Hülfsvöl-kern waren nicht viel geringer und wurden von Cassius AguiliuS und Oppius an-geführt. M. eröffnete den Krieg mit Glück. Er schlug nicht nur den Nikomedes,sondern auch den Aguilius, eroberte Bikhynien und nahm einen großen Theil der rö-mischen Flotte weg. Phrygien, Karien, Mysien, Lycien, Pamphylien, Paphlago-nien und alle Länder bis an Ionien fielen in seine Gewalt und begrüßten ihn alsden Schuhgott Asiens . Die römischen Feldherren Oppius und Aguilius wurden ihmsogar von den Einw. von Laodicea und Lesbo« als Gefangene ausgeliefert, und erließ Lehrerin zu PergamuS geschmolzenes Gold in den Hals gießen, die Habsuchtder Römer damit verspottend. Die asiatischen Freistaaten Magnesia, Mitplane,EphefilS u. s. w. öffneten dem Sieger die Thore, der so große Schätze zusammenbrachte,daß er s. Heere 5 I. lang damit unterhalten konnte. Die römischen Bürger, welchein Kleinasien wohnten, ließ M. sammt ihren Weibern und Kindern umbringen.Dionvsius gibt die Zahl der Ermordeten auf 150,000, Appian aus 80,000 an.Hierauf eroberte M. die Inseln des ägäilchen Meeres; Rhodus widerstand jedoch sokräftig, daß er nach PergamuS zurückkehrte. Von hier schickte er s. OberfeldherrnArchelaus mit 120,000 M. nach Griechenland; Athen fiel durch Verrath, andrePlätze wurden erobert, und sein Feldherr MetrophaneS verwüstete Euböa . Auf dieNachricht, daß derselbe einen bedeutenden Verlust erlitten, ließ M. seinen SohnAriarathes mit einem mächtigen Heere in Macedonien einfallen, welches nebstThrazien in Kurzem bezwungen wurde. Allenthalben waren seine Waffen siegreich,bis endlich die Nachricht, daß Italien selbst bedroht werde, die Römer zu kräftigenMaßregeln aufschreckte. Sylla begab sich als Oberfeldherr nach Griechenland ,zwang Athen durch Hunger, rieb des Archelaus Heer in einer blutigen Schlacht