Band 
Siebenter Band. M bis N.
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Mittcl^lter

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schaffen ganz in das leere Schellengeläute scholastischer Sophisterei. Die Arzneifünde wurde nur von einigen Arabern und den Salernitanern, die von ihnen ge-lernt. auf eine etwas bedeutende Weise gernebe»: sonst war sie eine Skla'.'in derAstiologie und ein Gegenstand der Speeulation so schau,: als kenntniülosertriiger, größtentheils jüdischer Nation. Die Philologie halte zu Lanfrank's undAbälard'S Zeiten eine glückliche Periode, ward aber im 1t. und 12. Jahrh, ganzvergessen. Ungeachtet dieser unfruchtbare» Behandlung der Wissenschaften standendie belehrten in hoher'Achtung, und der höchste akademische Grad ward der Ritter -würde gleichgeschäht. Die Universitäten ihrerseits zeigten sich solcher Ehre würdigdurch Stolz und Unabhängigkeitsgeist gegen Päpste und Fürsten . Bei aller Werth-.losigkeit hakte die DiSputirsucht jener Zeit doch das Verdienst, unter dem Dorwandeder Kathederfreiheit den Vertrag und das Behaupten von Wahrheiten, welche die«achsame Hierarchie scheuen mußte, möglich zu machen, und sie ist durch Lurher'sin Wittenberg angeschlagene Sähe eine unbedeutende Veranlassung und Bedin-gung der Kirchenverbesserung und somit des neuern Lichts in der Gelehrsamkeit ge-worden. Doch hat nicht, wie Manche zu glauben geneigt sind, die Reformationallein zu einem Hähern wissenschaftlichen Streben und zur Freiheit im Denken dasZeichen gegeben; sie selbst ward vielmehr aus diesem Streben und dieser Freiheiterzeugt, die schon einige Menschenalter früher aufgewacht, durch die aus Konstan-tinopel gezüchteten Griechen und die Buchdruckerkunst, durch die guten Köpfe undwissenschaftliebenden Große» Italiens meist ausgebildet, und selbst in Deutschland in der Brüderschaft von Deventer , in Weßel, Erasmus. Celtes, Reuchlin u. A.herrlich erschienen waren. Aber mit dieser Männer Erscheinung, mit dem Auf-gang, der glänzenden Sonne neuer Aufklärung ging das romantifehe Zwielicht desMittelalters zu Ende. Dies sind die Hauptcharakterzüge jener Zeit, die ein neuererGeschichtschreiber treffend genug die Zeit verkannter Verdienste genannt hat. —In der Geschichte des Mittelalters gibt es folgende Hauptepocken. Auf die Bil-dung der einzelnen germanischen Staaten, zunächst nach der Völkerwanderung,folgt »ach einigen Jahrhunderten die Universalmonarchie Karls des Großen. Siehatte kurze» Bestand, aber es blieb von ihr übrig die Idee der Einheit der ganzenChristenheit unter einem geistlichen überhaupt und unter der weltlichen Schnhberr-schaft des neu erweckten römischen Kaiserihums: eine Idee, die das ganze Mittel-alter hindurch mächtig gewirkt hat. Neue Gestaltungen der europäischen Staatennach dem Falle der Earolinger, VerheerungSzüge neuer Barbaren, der Saracenenim Süden, der Normänner im Norden und Westen, der Ungarn im Osten, derenaller die germanische Kraft endlich Meister wird. Colonien der Normänner inFrankreich, Italien und England. Von diesen romantischen Abenteurern vor-nehmlich geht der Rütergeist aus, der ganz Europa durchdringk. Das Christenthumdringt in die slawischen Länder. Kämpfe zwischen dem geistlichen und weltlichenArm zerrütten die Christenheit. Die Idee ihrer Einheit sowie des Ritterthumswird verherrlicht in den Kreuzzügen, deren Gelingen jene Zwietracht vereitelt,Entstehung der Städte, des dritten Standes. Orientalischer Handel über Italien in den Abend und durch die Hanse in den Norden. Derderbniß der Geistlichkeit in2 Epochen, nach Karl dem Gr. und nach Gregor VIl. (nicht durch Beide). Bettel-orden und Inquisition. Verfall des kaiserl. Ansehens inDeutschland und Italien ;Zerrüttung dieser Länder durch das Faustrecht; desto mehr Festigkeit gewinne»andre Reiche; Aufblühen neuer Kunst und Wissenschaft; Universitäten. DiePäpste durch ibre Abhängigkeit von Frankreich und das große Schisma erniedrigt,Concilien »u Konstanz und Basel . Untergang des griechischen Kaiserkhums, dahereinerseits Bedrobnng des Abendlandes durch die Türken, andrerseits Verbreitungbnzantinischer Gelehrsamkeit. Buchdruckerkunst, Entdeckung der neuen Weltund des Seewegs nach Ostindien, Reformation. S. Rühs's „Handb. der Ge-