Mnemonik
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Mkls, wo der Welk-, oder Himmelspol, d. h. der Punkt ist, um welchen sich derganze Himmel täglich zu drehen scheint. Mehre Sterne in dieser Gegend gehendaher gar nicht unter, z. B. die zu»> großen Bären gehörenden Sterne. — Mit-ternacht oder Miriernachlzeir ist der dem Mittage, von dem sie um 12 Stun-den verschieden ist, gerade entgegengesetzte Zeitpunkt, m welchem die Lonne beiihrem scheinbaren Umlaufe den tiefsten Stand unter dem Horizont eines OrtS er-reicht. Von diesem Augenblick an nimmt der Tag nach der bürgerlichen Zeitrech-nung seinen Anfang. — MitternachtSpunkt ist der DurchschnutSpunkt desMeridians mit dem Horizonte nach der Mitternachtsgegend hin. Die Seefahrernennen ihn Nordpunkt. Er ist einer von den 4 Cardinalpunkten.
Mnemonik, Gedachinißkunst, nennt man gewöhnlich die Kunst, derKraft des Gedächtnisses durch besondere Methoden zu Hülfe zu kommen. So gibtes z. B. künstliche Methoden, sich der Orte, und andre, um sich der Zahlenleichter zu erinnern. Diese Methoden sind ferner nach der Wahl der Mittel, dieman dabei anwendet, verschieden. So bedienen sich Einige der äußern Gegen-stände (Topologie), welche am meisten in die Augen fallen, oder willkürlich ent-worfener Bilder (Evmbolik), welchen sie die Gegenstände in einer gewissen Ord-nung anknüpfen, Andre hingegen der Zahlen. Was das erstere dieser Mittel be-„trifft, so ist es z. B. für einen Redner, um alle Theile seiner Rede genau im Ge-dächtnisse zu behalten, allerdings zweckmäßig, wenn er vorher den Ort genau an-schaut, wo er diese Rede halten soll, hier die auffallendsten physischen Gegenständebemerkt und an den Anblick eines jeden derselben im Geiste einen Theil seiner Redeknüpft. Wollte er z. B. in seiner Rede im Vorbeigehen von der Wachsamkeit desTurenne sprechen, so nimmt er sich vor, daß einer der ihm gegenüberstehendenPfeiler die Tugend dieses Feldherrn bedeuten soll; so wird ihm, wenn er die Redehält, beim Anblick jenes Pfeilers, sowie jedes andern Gegenstandes, an welchen ereinen Theil seiner Rede geknüpft hat, nach dem Gesetze der Jdeenassociation jederGegenstand seiner Rede gegenwärtig sein. Was die Methoden betrifft, gewisseZahlen im Gedächtnisse zu behalten, so gibt es deren mehre. Unter '.Andern hatman vorgeschlagen, gewisse Worte so zu bilden, daß sie, nach einer vorausbestimm-ten Bedeutung der Buchstaben al« Zahlen, zugleich auch eine Zahl anzeigen. DieUmbildung der Worte geschieht gewöhnlich an ihren Endigungen, und der Nutzendieser Mekbode ist vorzüglich bei der Geschichte sichtbar. Man entwirft z. B.folgendes Schema:
2
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O
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1
3
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5
6
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Will man nun z. B. seinem Gedächtniß einprägen, daß Julius Cäsar 48 Jahrv. Chr. die Oberherrschaft über Rom erlangt, so verändere man den Namen Ju-lius in Julios. Da nun dies als der Endsylbe, nach vorstehendem Schema, dieZahl 46 gibt, so wird man sich bei dem Namen Julios zugleich auch immer andiese Hauptzahl erinnern. Will man nicht vergessen, daß Alexander d. Gr. seineHerrschaft im I. 331 v. Chr. stiftete, so sage man statt Alexander Alexita, indemdieses ita nach vorliegendem Schema die Zahl 331 gibt. So gibt CrruS, ver-wandelt in CyrutS, auf dieselbe Weise das Stiftungsjahr seiner großen Monarchie.Alles dieses sind jedoch nur Speeialmethoden, um das Gedächtniß für gewisse Ge-genstände und in gewissen Fällen zu unterstützen. Andre haben versucht, eineMnemonik von umfassenderer Art nach allgemeinen Grundsätzen zu bilden. In-dessen hat noch kein Versuch dieser Art etwas Vorzügliches geleistet, und bis jetzt