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Siebenter Band. M bis N.
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Modell

nahen und entfernten Nationen den Blick erweitert, wo endlich in Folge einheimi-scher Industrie der nationale Wohlstand blüht, da muß natürlich und folgerechtArt und Weise der Einzelnen zu leben, sich einzurichten, zu kleiden, zu schmücken ic.den vielfachsten Wechsel haben, und es gehört daher die ganze Befangenheit undSchwerfälligkeit mancher sogenannten Philosophen dazu, um unbedingt tasAna-thema über das wechselnde Kind des Augenblicks, die freilich oft in ihren Erscheinun-gen unbequem genug auftretende Mode, zu sprechen. Daß sie eine Beleberin der In-dustrie ist, die ohne sie sich lange nicht in dem blühenden Zustande befinden würde,in welchen! sie in manchen Ländern sich befindet, ist gewiß, und ebenso gewiß ist es,daß nur dann das Bestreben, die Äußerlichkeit um und an sich möglichst zu verschö-nen und ihr durch Wechsel einen Reiz zu geben, Tadel verdient, wenn dies bis zurstutzerhaften Narrheit und so weit getrieben wird, daß darüber Wichtigeres ver-säumt, der Ruin des häuslichen Wohlbefindens herbeigeführt und die Nebensachezur Hauptsache im Leben gemacht wird. Welche Spielereien die Sucht eitlerPer-sonen, sich auszuzeichnen, verbunden mit dem SpeculationSgeiste der Handelsleute,schon im Reiche der Mode hervorgerufen haben, weiß übrigens Jeder, und die oftseltsamen Formen und Schnitte der Kopfputze und Kleider, sowol bei Männernals bei Frauen, sowie die manchmal höchst lächerlichen Benennungen derselbenund der gerade getragen werdenden Farben (man denke nur an die Hüte ü la 2)p-silantiü und ü !-> O,uiroga, an die Stiefeln ä !>> Suworoff, an die Uhrketten ü laNelson, an die Bänder und Schnallen ä ü> Sontag ic.), beweisen dies genugsam.Als Geburtsland der Moden wurde bisher immer Frankreich betrachtet; dochmacht England dermalen nicht weniger Anspruch auf diese Ehre, und man muß ge-stehen, daßin der Bizarrerieund Verschrobenheit der Art sich zu kleiden, die britischenElegants und PetitmaitreS es den französischen in unserer Zeit meist zuvorthun.Die jetzt unter uns so verbreiteten, der Mode ganz oder zum Theil gewidmetenZeitschriften sind deutschen Ursprungs (angefangen in der Absicht, um die Erfin-dungen der pariser und londner Schneider und Putzmacherinnen möglichst allgemeinbekannt im Baterlande zu machen); andre Länder haben diese Mode nachgemacht.Die erste Zeitschrift dieser Art: „Mode- und Galanteriezeitung, oder unentbehrli-ches Handbuch", erschien in Erfurt 1158. Jetzt behaupten die wiener „Zeitschriftfür Literatur, Kunst, Theater u. Mode", das srankfurter „lournnl eles clanie»", dieleipziger „Modenzeitung" und seit 1829 das pariser Wochenblatt: „älbum clersaloiis. c>u Uevlio «le; inoilc; et teilen ie cle; mocurs", darunter den ersten Platz.

Modell, Vorbild, Musterbild, nennt man in der Malerei !>) eine männ-liche oder weibliche Person, welche der Künstler nackend vor sich hinstellt, um siezum Gegenstände seines Studiums zu machen. Ein Gemälde nach solch einemlebenden Modell heißt auch Act oder eine Akademie, b) Eine Gliederpuppe (»,»»-neguiii), s. Gliedermann. In der Bildhauer- und Baukunst heißt das Mo-dell ein künstlicher aus Thon, Gyps oder Wachs geformter Körper, der zum Vor-bilde für denjenigen dient, welchen der Künstler aus einem härtern Stoffe zu bildenvorhat, besonders wenn er im vorgegebenen Maßstabe (wie das architektonischeModell) zur Ausführung des größern dient. Hier ist also das Modell eigne Er-findung und Vorarbeit des Künstlers. Das Studium des Malers nach besondernModellen kann und soll keinen andern Zweck haben, als die verschiedenen Formenund Bewegungen der lebenden Natur an beiden Geschlechtern nach Verschiedenheitdes Alters, der Lage und Handlungen kennen zu lernen, das Auge dadurch zuschärfen und die Hand zu üben, das richtig Wahrgenommene mit Sicherheit,Wahrheit und Leichtigkeit darzustellen. Soll der Künstler diesen Zweck erreichen,so darf er sich nicht an ein einziges oder nur wenige Modelle halten, sondern muß dieNatur in ihren mancherlei Vorbildern für Geschlecht, Alter und Charakter studi-ren. Hat der Künstler die Idee irgend einer Gestalt oder eines Charakters deut-