Band 
Siebenter Band. M bis N.
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Modena

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lich gedacht, so wird er dieselbe bei der Ausführung überall vorwalten lassen. Bil-dete er,aber von mehren Modellen verschiedene Theile mir sklavischer Beobachtungder Individualität nach, so mühte ein unharmonisches Ganzes entstehen, wie es keindenkender Künstler, sondern bloß ein geistloser mechanischer Copist liefern kann.Modelliren heißt ein Modell machen, auch eine Gestalt abformen; ein Mo-del lni ach er (nioüelrn,) ist derjenige mechanische Künstler, der Körper nachverjüngtem Maßstabe als Vor- oder Abbild verfertigt, z. B. Modelltischler. M o-dellschneider ist derjenige Künstler, der die Formen zu Abdrücken oder Abgüs-sen ic. in Holz schneidet. <l,l.

Modena und das Haus Ostreich-Este. Das souveraine Herzog-thumModena liegt in der Lombardei , in der fruchtbaren Ebene, bieder Panaro bewäs-sert. Esgrenzt an Toscana,Lucca,Bologna,Mantua und Parma . MitModenasinddurch den wiener Congreß aufs Neue zu einem Ganzen verbunden Reggio (mit derStadt gl. N. an den reizenden User» desTessone, Ariosto's Geburtsort), Miran-dola, Correggiv (wo der Maler dieses N„ oter'Ant. Allegri, geboren ist), CarpiundRivoli, zusammen ötfUM., mit 380,000Einw.; ferner Massa und Car-rara (Stadt, 8500Emw., mit einer Bildhaucrakademie und berühmten Mar-morbrüchen), nebst den vormaligen kaiserl. Reichslehen in der Landschaft, zusam-men 4-sOM. mit 28,800 Emw.; das Ganze also gegen 99 mit 408 8<i0Emw. i» 10St., K3Dlkist. i!»d über 460D. Die Haupt- und Resitenzst. Mo-dena (20,000 Einw.) ist schon gebaut (8l,.,Ü!, äl-ir-.!,., und das an Gemäldenreiche Schloß), sehr reinlich und besitzt mehre Kunstsachen, eine Bibliothek, eine Uni-versität, eine Kunstschule, eine Riiierakademic, ein BiSthuin ic. Die modenesiftbeBildergalerie kam 4746 durch Kauf nach Dresden. Modena ist die Geburtsstadtdes Philologen und Archäologen Sigoniu«, des durch seine Forschungen in der ital.Geschichte berühmte» Muralori und des Dichters Tassoni, der die erste komischeEpopöe in Italien schrieb: -irr,.-In-, r.->>ii,,", ein Gedicht, zu dem ein Eimer

Anlaß gegeben hat, welche» die Moteneser 1249 bei einem Brunnen vor Bologna erbeutet und als Tropäe nach Modena gebracht hatten, wo er noch jetzt im Thurmeder Domkirche aufbewahrt wird. Das Land erzeugt vorzüglich Oliven, Wein undSeide; daher Seidenfabriken und Seidenhandel, besonders in Reggio . Der^taathat lEMill. Gldn. Eink. und wird von einer Seitenlinie des Hauses Ostreich, vondem Herzog von Östreich-Este, ohne Stände absolut monarchisch regiert. DasHaus Este, eins der ältesten in Europa, stammt aus der Lombardei . Es besaßehenials Güter im Toscainschen. Des Markgrafen Albert (»m 960) Urenkel Al-bert Azzo II. (gest. 1097), Herr von Mailand, Genua u. s. w., wurde derLlamm-vater der Häuser Braunschweig und Este. Der mit seiner ersten Gemahlin, Kuni-gunde, Weiss 1l., Herzogs von Ba>ern, T., erzeugte Sohn, Welf O ., beerbte näm-lich seinen mütterlichen Oheim Wtlflll. in Deutschland , undvon Welfs IV. zwei-tem Sohne, Heinrich dem Schwarzen, Herzog von Baicrn, stammt das HausBraunschweig ab. Der von Albert Azzo I I. mit seiner zweiten Gemahlin, Gar-sende oder Irmgard, Gräfin v. Maine in Frankreich , erzeugte Sohn Fulko aberwurde Herr von Este (Ateste, Stadt im Mduanischen) und Wilfter des HausesEste. Die Nachkommen dieses Fulko verwalteten in Ferrara, Modena und Parmadas Amt eines Podesta u. a. Stellen. Dadurch stieg ihr 'Ansehen, und bei den Un-ruhen, welche damals das republikanische Oberitalien zerrütteten, wählten dieGebiete Ferrara 1288, Modena 1290, und Reggio den bisherigen MarkgrafenObizzo 111. von Este zu ihrem Herrn. Ein Nachkomme dieses Obizzo, Borso vonEste, wurde vom Kaiser Friedrich 1U. 1452 zum Herzoge von Modena und Reggioerhoben. (Dgl. Este.) Der letzte ebenbürtige Herzog dieses Geschlechts, Alfons II -,erhielt vom Kaiser Rudolfll. die Erlaubniß, einen in morganatischer Ehe erzeugtenSohn seines Oheims, Cäsar v. Este, zu seinem Nachfolger zu ernennen, der aber