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sehende ward. Auch scheint das Christenthum nicht, wie Einige glauben, die ein-zige Quelle jener hervortretenden Züge des Meiste« der neuern Zeit zu seyn ; Vielerscheint indem germanischenCharakter begründet; ja selbst das germanische He,den-tbum war strenger und ernster als das griechische, seine Mythologie zwar incht inBeziehung auf die Schönheit der äußern, sinnlichen Gestaltung und Foriii unk die-ser zu vergleichen, aber über dieses durch die geistigere, d. i. weniger materiasiinscheNaturverehrung vielleicht erhaben. Hier schlug die christl. Anficht leichter Wurzel.Am lebendigsten aber offenbaren sich jene Züge in der romantischen Ritte, reit undder ihr nachfolgenden Kunst (vom 12. Jahrh, an), denn die Kunst ist es, welche zu-erst den unsterblichen Meist einer Zeit in sich aufnimmt, und man hat daher dasRo-mantische als den Geist der modernen Kunst, im Gegensatz des Antiken, angesehen.(Vgl. Romantisch.) In der christl. Kunst aber äußerte sich der Charakter einervon dem class. Alterthume verschiedenen Zeit hauptsächlich dadurch, daß, wie über-haupt die L)bjectivltät und Naivetät der Darstellung in der vollendeten Ausbildungder Gestalt mehr verschwand und die Kunstdarsiellung subjecriver und sentimentalerward, indem sie der Schilderung des Gegenstandes mehr den Zusatz von dein Ge-fühle des Schildernden, gleichsam die Farbe seiner Ansicht gab, dasKerperlitlie über-all zu vergeistigen, das Endliche dem Unendlichen zu nähern strebte, so auch insbe-sondere die Poesie, sogar im Epischen, lyrischer und musikalischer, die Malere, unterden bildenden Künsten (s. Malerei) die her«sehende, und die Tonkunst zu »oeb niegesehener Vollendung erhoben ward. Die Poesie suchte auch die Wunder derGeister-weltundder Religion mit dem Dränge des mächtigen Gefühls und der Sehnsuchtnach dem Unendlichen fragmentarisch, aber bedeutsam darzustellen; der abenteuer-liche Wunderglaube, durch Phantasie erzeugt, sollte die Mythologie ersetzen. DieKunst erschuf dämmernde Gestalten, wo sich die Phantasie frei ergoß; wo sie sichober an die Natur hielt, irrte sie häufiger von der Form des Schönen in die gemeineCharakteristik ab, welche die rohe Wirklichkeit sialt der Wahrheit ergreift. Ader dieMalerei erschufauch das liebliche Helldunkel, und in den kunstvoll verbundenen Tö-nen wogte und brauste die Macht des Gefühls. Dagegen schloß sich die Plastik mehrder Malerei an (s. Pittoresk) und strebte mir derselben zu jener Bedeutsamkeitdes Individuellen hin, welche nur letztere zu erreichen vermag. Die Baukunü nichtminder zeigte das Bestreben, durch symbolische Bedeutung das Gefühl zu wecken inden räthselhaften und kolossalen Gebäuden der christl. Tempel. Diese in Allem herr-schende Sentimentalität der Darstellung, d. i. die stärkere Empfindsamkeit,verbunden mit der Sehnsucht nach dem Unendlichen, äußerte sich mit phantastischemSchwünge in dem Mittelalter; die Kirche, die Liebe, die Ehre und das Ritterkhumwaren der reichhaltige frische Stoff der romantischen Gesänge und künstlich bedeut-samen Werke. Jede Nation gestaltete diesen Geist eigenthümlich; der antiken Dar-stellung verwandter der Italiener, wie überhaupt der Südländer heiterer und sinn-licher, melodischer und wohllautender; gigantischer, ernster und düsterer der Nord-länder. Ja selbst im Komischen trat der Charakter des vorwaltende» Gefühls alsHumor und Laune hervor. Von der Zeit der Reformation an beginnt eine neueEpoche, in welcher der romantische, dämmerungsvolle Charakter dem Hellern Lichtedes Verstandes und der Wissenschaft weicht. Hier wird der Einfluß der Religionauf die Kunst geringer; daher sehen wir auch hier die Kunst die verschiedenstenRichtungen, z. B. die moralische oder intellectuelle, historische oder bürgerliche, an-nehmen und die Stoffe der verschiedensten Zeiten bebanteln, jedoch so, daß auch dieBehandlung der Gegenstände des Alterthums den Charakter der neuern Zeit nichtvcrläugnen kann, welche oft zu sehr auf Rührung und Wirkung hingeht und einenelegischen Grundton hat (modern- oder sentimentale Behandlung); ja es mochteselbst das Hinneigen der Poesie zur Philosopkne, namentlich zu teni in derselbenvorherrschenden Idealismus, zu den weniger hervortretenden Zügen dieser Kunst-