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Modulation
epoche gehören, die man oft, im Gegensatze der romantischen, vorzugsweise modernnennt. Aus jenen Zügen, sowie aus dem Vorwalten des Privat - und bürgerlichenLebens, erklärt sich auch die Verbreitung des Romans, gleichsam eines Schattensder romantischen Poesie, welcher an die Stelle des hvhern Epos getreten, und jenesmodernen Dichtertalents, das, wie Göthe sagt, „durch eine abenteuerliche Ver-knüpfung der bedeutenden Zustände des menschlichen Lebens sich die Theilnahmeder ganzen gebildeten Welt zu verschaffen gewußt hat", indem es zugleich die wirk-liche Gegenwart zur Poesie zu erheben strebt; ferner die Ausbildung und Verbrei-tung des bürgerlichen Schauspiels und der Familiengemälde, die Herrschaft derdidaktischen und elegischen Poesie, sowie der Landschaft, der Prospecke und desPortraus in der Malerei. Überhaupt herrschen in dem Leben der Modernen die(meh>- systematische) Wissenschaft und die Gewerbe noch über der Kunst, weßhalbdie Kunst niehr ein Interesse der feiner gebildeten Stände und das Erzeugniß ein-zelner zerstreuter Genien geworden ist. I.
Modulation, im weitern Sinne die mannigfaltige und schickliche Ab-wechselung der Töne in dein Verfolge der Melodie, oder die Tonführung überhauptund die Folge von Accorden. Im engern Sinne bezeichnet Modulation eine solcheTonführnng, bei welcher ein musikalisches Stück sich aus einer Tonart in die andrebewegt (übergeht in dieselbe), oder dasjenige Verfahren, welches man eine Aus-weichung nennt. Im letzter» Falle wird al>o dadurch die Kunst bezeichnet, den Ge-sang und die Harmonie aus deni Haupttone durch andre Tonarten, mittelst schick-licher Ausweichungen, durchzuführen und dann wieder in den ersten oder Haupt-ton, zurückzuleiten. In ganz kurzen Tonstücken, die nur aus Einem Satze bestehen,oder auch mlangen Ltücken, wo man eine Zeit lang in demHaupttone bleibt, eheman in einen andern ausweicht, besieht die gute Modulation nur darin, daß manmit gehöriger 'Abwechselung und Mannigfaltigkeit Melodie und Harmonie eineZeit lang in den« angenommenen Tone fortsetzt und am Ende darin schließt. Hierzuwird erfodert, daß gleich im Anfange der Accsrd durch den Klang seiner wesentli-chenTöne, derOetave, O.uinte und Terzie, dem Ohre deutlich gemacht werde; her-nach, daß der Gesang, sowie die Harmonie, durch Töne der angenommenen Tonlei-ter durchgeführt, hingegen keine derselben fremde Töne, weder im Gesänge noch inder Harmonie, gehört werden. Dabei ist aber dennoch eine Mannigfaltigkeit von Ac-cordeu nothwendig, damit das Gehör die nöthige Abwechselung empfinde. Manmuß nicht, wie wol beschränkte Harmonisten zu thun pflegen, nur immer bei 2 oder3 Accorden verweilen oder sich in solchen Versetzungen wiederholen, viel weniger,ehe das Stück oder dessen erster Abschnitt beendigt worden, wieder in den Haupt-ton, von welchem man ausgegangen ist, zurückkommen und in demselben schließen.Die Regel, daß man nur solche Töne hören lasse, die der angenommenen Tonleiterzugehören, ist so zu verstehen, daß die Berührung eines der Tonleiter fremdenTones nur gleichsam im Vorbeigehen stattfinde, und dieser selbst sogleich auch wie-der verlassen werde. So könnte man z. B. in der Tonleiter O-rI»> allerdings durchU" in -V-m sil und durch ti? nach der Dominante und von dieser wieder zurück inden Hauptton gehen, ohne daß durch diese 2. dem Grundtone von O-sinr frem-denTöne, die hier gehört werden, das Gefühl dieser Tonleiter selbst verletzt odervernichtet würde. Nur müssen nicht solche fremde Töne genommen werden, die derTonleiter von O-,I„c gänzlich widersprechend sind, wie, wenn man in dieser Ton-art ci^ oder ,I',5 hören lassen wollte. Die zw-ite Art der Modulation, oder Das,was man im engern Sinn unter Modulation versteht, erfodert schon mehr Kennt-niß der Harmonie und ist größer» Schwierigkeiten unterworfen. Sie besteht näm-lich in derKunst, länger,, Stücken durch öftere Abwechselung des Tones eine noth-wendige Mannigfaltigkeit zu geben, und setzt voraus Kenntniß der Verwandtschaftder Tonarten und der sie verbindenden Leittöne. Da es nothwendig ist, in langem