den Türken eine völlige Niederlage, und der König von Ungarn und Böhmen , Lud-wig l>., erstickte auf der Flucht bei dem Dorfe Ezelje i» einem Rumpfe. Ltni 12.Aug. 1687 sehlug der Herzog von Lothringen den Großvesier dei Moh.icz, woraufUngarn ganz von den Osmanen befreit und ein Erdreich wurde, Siebenbürgen aber die Hoheit von Östreich anerkannte.
M oha m med, der Stifter einer Religion, die sich über einen großen Theildes -Orients verbreitet bat, war ein Sprößling des arabischen StammesKoreish undder Familie Hafchem, berühmt in ihrem Vaterlande als dle Fürsien der heil. StadtMekka und die Wachter der Kaaba . Seme Geburt wird in das I. 889, von A.in d. I. 571 n. Ehr. gefetzt; Mekka war sein Geburtsort. Sein Großvater, Ab-dul Motalleb, ein reicher und edler Durger, hatte 18 Sehne. Einer derselben,Abdallah, heirakhete ?lnnra und starb, als sein Sohn Mohammed noch ein Kindwar. Da er ein geringes Vermögen hinterließ, ward M. erst von seinem Großva-ter und nach dessen Tode von seinem ältesten Oheim, Abu Taleb, erzogen. Dieser,ein Kaufmann , bestimmte ihn für denselben Stand und nahm ihn auf einer Han-delsreise nach Syrien mit sich. Bei dieser Gelegenheit besuchte er ein nestoriani-sches Kloster, wo er besonders von einem der Mönche bemerkt wurde und Eindrückeempfing, die für seine spätere Entwickelung vielleicht wichtig waren. Die moham-medanischen Schriftsteller sind sehr weitläufig in ihren Beschreibungen von den be-wundernswürdigen Geistes- und Körpereigenschafien, die ihren Propheten schonvon Jugend auf auszeichneten; indeß theilte er die allgemeine Unwissenheit seinerLandsleute. Sein Oheim hatte ihn einer reichen Wittwe, Namen? Khadijah , ZumFacior empfohlen, und er erwarb sich ihre Zufriedenheit so sehr, daß sie ihn heiraiheteund dadurch in eine gemächliche Lage versetzte. Lie war 15 I. älter als er, dennochlebte er, aus Dankbarkeit oder Klugheit, in glücklicher und treuer Ehe mit ihr undenthielt sich bis an ihren Tod der sinnlichen Neigungen, denen er später folgte. Erwar noch Kaufmann und machte eine zweite Reise nach Syrien , wo er w.eder mit ne-stonaiiischen Mönchen Umgang hatte. Indeß scheint er von Jugend auf eine Nei-gung zu religiöser Beschaulichkeit gehabt zu haben; denn er pfiegte alljährlich, wäh-rend des Monats Ramadan, sich in eine Höhle bei Mekka zu begeben und dort ein-sam zu verweilen. Wann derGedanke zu einer neuen Religion ihm in den Sinn ge-kommen, woher er, innren unter einem götzendienerischen Volke, die Überzeugungvon der Einheit Gottes genommen, und inwieweit er mir dem Ehrgeiz des pro-phetischen Charakters das Streben nach persönlicher Größe verband: dies sindPunkte, die wir nur durch Vermuthung aufklären können. Daß ein uugelehrierAraber eine hohe Ansicht von dem damaligen Zustande der Menschen gefaßt undweue Entwürfe darauf gegründet habe, ist nicht wohl glaublich; wahrscheinlichbeschränkten seine ersten Plane sich auf seine Landsleute. Daß er aufrichtig inseinem Eifer, den Götzendienst abzuscbassen und eine reinere Lehre zu verbreiten,verfuhr, obgleich er diese Absicht durch Täuschung und Betrug zu erreichen suchte,wird man leicbi glauben, wenn man sich an die vielen Beispiele einer ähnlichenVerbindung bei Gesetzgebern und Religionsverbesserern erinnert. M. begannseine vorgebliche Sendung im I. 609 in seinem 40. Lebensjahre. Er bekehrtezuerst seine Gattin Khadijah, der er eine Unterredung mit dem Engel Gabriel , vondem er für einen Apostel Gottes erklärt worden, mittheilte. Durch sie ward ihrO-bemi oder Vetter, Waraka, gewonnen, der ein Christ und mit dem A. unk N.Testamente genau bekannt gewesen sein soll. Auf diese folgten M.'s DienerZeid, dem er die Freiheit scbenkte, und sein junger Neffe, der feurige Ali. Sehrwichtig war der Beitritt Abubekr'S, eines Mannes von achiungswerthem Cbarakter, der »I großem Ansehen stand und 10 der vornehmsten Bürger von Mekka nachzog. Sie alle wurden von M. in den Lehren des I Sla m (d. i.Heil, wie dieneue Religion vorzugsweise genannt ward) unterrichtet, die für gllmälige Mitthei-