Band 
Siebenter Band. M bis N.
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448 Mohammed (Prophet)

Feinden gemeinschaftliche Sache gemacht hatte. Nach 2b Tagen mußten die Ju-den ihre Hauptfestung des Siegers Willkür übergeben, der die blutigste Rachenahm, 6—700 Männer niedermachen und die Weiber und Kinder in die Gefan-genschaft führen ließ. Einige Jahre später nahm er auch Khaibar, den Hauptsitzder jüdischen Macht in Arabien, ein, wodurch er seinen Sieg über dies Unglück-,liche Volk vollständig machte. Es ist wahrscheinlich, daß die vielen an seinenFeinden verübten Mordthaten und Grausamkeiten nnt seiner göttlichen Sendungvon seinen Anhängern für hinlänglich gerechtfertigt gehalten wurden; aber höchstanstößig mußte ihnen die Verletzung alles Rechts und Anstandes sein, die er sichbei seiner Leidenschaft für Zcinab, die Gattin seines freigelassene» Dieners undAdoptiviohns Zeid, zu Schulden kommen ließ, indem er, durch ein eignes, ihm oftfenbartes Capitel im Koran dazu bevollmächtigt, sie öffentlich zum Weibe nahm,mit Nichtachtung eines Verwandtschaftsgrades, den bisher die Araber als unverletz-lich angesehen. Diese Schwächt in Beziehung auf das weibliche Geschlecht nahmbei M. mit den Jahren und dem Ansehen, das er gewann, zu. Außer den zahl-reichen Weibern, die er nach und nach nahm, erlaubte er sich mehre vorüberge-hende Liebschaften, wie sein eignes Gesetz sie verbietet, und beschönigte stets seineUntreue durch neue Capitel des Koran . Daß so unverschämte Verwände wirkenkonnten, beweiset mehr die Gläubigkeit und den Fanatismus des Volks als seinTalent zu täuschen. Zu derselben Zeit breitete sich seine Lehre und sein Ansehenunter den benachbarten Stämmen aus. Die Raubzüge seiner Qfficiere verfehltenselten eine ansehnliche Beute. Er selbst war von seinen Anhängern mit einer fastgöttlichen Verehrung angesehen. Immer mehr erweiterten sich seine Ansichten,und im 7. I. der Flucht sandte er eine Einladung zur Annahme der neuen, durchihn geschehenen Offenbarung des göttlichen Gesetzes an die vornehmsten, ihn um-gebenden Fürsten, namentlich an Chosru Parviz, König von ,Persien, HerakliuS ,Kaiser von Konstantinopcl, MokawkaS, Beherrscher von Ägypten , den Königvon Äthiopien und die Fürsten verschiedener Landschaften Arabiens. Die Aus-nahme dieser Botschaft war verschieden nach der Macht und dem Stolze Derer, andie sie gerichtet war. Die entfernter» und mächtigern achteten nicht darauf, da-gegen hatten die nähern und schwächer«, die von seiner wachsenden Macht hörten,seine Waffen zu fürchten. Vorzüglich wichtig war es ihm, nicht länger ein Ver-bannter von Mekka zu sein, der heil. Stadt, aufweiche die Verehrung der Araberganz besonders gerichtet war. Er erschien daher an der Spitze von 1400 M. in derangeblichen Absicht, den Tempel von Mekka friedlich zu besuchen. Die Koreischi-ten widersetzten sich seinem Einzug und nöthigten ihn zu einem Vertrag (im 7. I.der Flucht). Nur 3 Tage dursten er und seine Anhänger, unbewaffnet, in derKaaba ihre Andacht verrichicn, am 4. Tage mußte er wieder abziehen. Dennochgelang es ihm bei dieser Gelegenheit, 3 Personen von großem Ansehen unter denKoreischiten und von noch größerm Ruhni unter den Moslemin, den Kalcd, Amruund Othman, zu bekehren. Im 8. I. der Hegira rückte ein Heerhaufen M.'Sunter Zeid's Anführung gegen die Stadt Muta in Palästina vor, wo der Statt-halter des Kaisers HerakliuS einen der mvslemitischen Abgesandten ermordet hatte.Zeid blieb, und nur der Muth Kaled'S, der bei dieser Gelegenheit den BeinamenSchwert Gottes erhielt, hinderte die Niederlage. Ein unbesonnener Treubruchder Koreischiten gab M. erwünschte Gelegenheit, 10,000 wohlbewassnete, vonfrcniMkM Eifer begeisterte Krieger gegen Mekka zu führen. Die erschrockenen'Koreischiten leisteten geringen Widerstand und erhielten nur unter der Bedin-gung, den Islam anzunehmen, Leben und Freiheit. Die Götzenbilder derKaaba wurden zerstört, aber der schwarze Stein ward durch des Propheten an-dächtige Berührung aufs neue Gegenstand der tiefsten Verehrung. Der Tem-pel ward das größte Heiligthum der Religion M.'s, und nur den Bekenne:»