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Mohammed II. (türkischer Kaiser)
tas unabwendbare Schicksal sind die Hauptcapitel seiner Sittenlehre. An Feier-lichkeit, Fasten und Gebrauchen durfte es einer solchen Religion für ein sinnlichesVolk nicht fehlen; das Gebot der Wallfahrt nach Mekka und Medina war aberunstreitig eine politische Mafregel, „in den Stammsitz des Islam für immer zuheiligen und Arabiens politisch-religiöse Bedeutenheit dauernd zu sichern. DieseLehre ist in dem.Koran enthalten, dem man bald eme zweite Sammlung: Sunna(zwenes Gesetz von Lebensregeln, die sich aufM.'S Beispiel gründen), an die Seitesetzte. Nicht alle Mohammedaner nehmen jedoch die letztere an; diejenigen,welche sie annehmen, heißen daher Sunniten. (Vgl. „Über die mohammeda-nische Religion", Elberftld 1800. Ältere Schriften sind von Adr. Reland „vsI,'l. >l,ch-,,„,>>e,lw„", Utrecht 1417, Häckspan, H. Hoiriuger :c.). Eine derHauptursacben der schnellen und gewaltsamen Verbreitung feiner Lehre und Herr«schasr lag m der Waffengewalt, indem Alle, welche sich nicht gutwillig ihr unter-weisen wollten, mit der Schürfe des Schwerts dazu gezwungen wurden. Selt-sam genug findet man in seiner Geschichte keine Spur, daß er zur Ausführungseiner Plane sich der Weiber bediente, obgleich er die Vielweiberei mit einiger Ein-schränkung und die Kebsweiberei ohne alle Grenzen zuließ. Daß er seiner erstenFient vorspiegelte, die Anfülle von Fallsucht, welche er hatte, seien Entzückungenin? Paradies, und daß sie zur Verbreitung dieser Fabel ihm zuerst Anhünger ver-schafft habe, scheint von christlichen Gegnern ersonnen zu sein, um Verachtunggegen den Lügeupropheten zu bewirke». Gewiß ist es, daß er selbst erklürte, erthue keine Wunder. Gleichwol schrieben ihm seine Jünger die allerunsinnigstenWunderwerke zu, z. B. daß ein Theil des Mondes in seinen Ärmel gefallen, under ihn wieder an den Himmel gen orfen habe, daß Wasser aus feinen Fingern ge-träufelt; daß Steine, Büume und Thiere ihn für Gottes wahren Propheten lautanerkannt u. s. f. — Tugendhaft m> christlichen Sinne war M. keineswegs;denn er predigte nur Duldung, wo man sich ihm unterwarf, Mord und Zerstö-rung aber, wo man die Waffen gegen ihn ergriff. Er war dabei unlüugbar einWollüstling. Nie kann er, in moralischer Hinsicht, mit dem göttlichen Stifterdes Christenthums verglichen werden. Doch hat sein politisch-religiöses System,besonders in Asien und Afrika , eine sehr weite Ausdehnung gewonnen. Auch istdie Ehrfurcht, welche die rechtglüubigen Moslemin dem Propheten und Allem,was ihn aufs entfernteste angeht, beweisen, ebenso groß, als nur irgend in derChristenheit die Verehrung der Religuien gewesen sein mag. So z. B. sind dieDecke in der Moschee zu Mekka , welche alle Jahre erneuert wird, das Kameel,welches den Koran zur Kaaba trügt, und in dem Gebiete von Mekka eine unzühligeMenge Tauben, die nicht einmal von den Frücbt.n verscheucht, noch weniger ge-tbdiet werden dürfen, weil sie von derjenigen Taube abstammen sollen, die sich desPropketen Ohr näherte, Gegenstände der heiligsten Verehrung. Nlkd der blinde,Wundersüchtige Pöbel glaubt indessen das Märchen: M.'S Grab hänge in derLuft. M. liegt vielmehr zu Medina begraben, wo er starb, und eine in der hei-ligen Capelle verschlossene kirne stellt sein Grabmal vor, das mit eisernem Gitter-werk umgeben und für Niemand zugänglich ist. So ist auch das sogen. Testa-ment M.'S ein untergeschobenes Machwerk späterer Zeiten, und es ging mit M.'SLehre wie mit der des Christenthums: sie war die fruchtbare Mutter vieler Sekten,unter welchen die Sunniten und Shiiten, als die vorzüglichsten, noch jetzt unterPersern und Türken den heftigsten Neligionshaß nähren. S. K. E. ÖlSner's „Ma-honie! w." (Frankfurt a. M. 1810); „Hirt. cl» äl-ilioiiiötismc etc.", von Ch.Mills, aus d. Engl. nach der 2. Anst. übers. von M. P. (Paris 1825).
Mohammed II., türkischer Kaiser, mit dem Beinamen Bujuk, derGroße, geb. zu Adrianopel 1430, folgte 1451 seinem Vater Amurat !I. Er er-neuerte zwar den von seinem Vorfahren mit dem griech. Kaiser geschlossenen Feie-
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