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Siebenter Band. M bis N.
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Mohammed II. (luetischer Kaiser) 4^6

den, süßte aber den Plan, die Eroberung des schon sehr geschwächten griech. Kaiser-,thums durch die Einnahme von Konstantinopel zu vollenden. Die christlichenMächte i.i Europa blieben müßige Zuschauer. Am 6. April 1453 erschien M.vor Konstantinopck, das er zu Lande mir einem Heere von 300,000 kühnen Strei-tern und zu Wasser mit 300 Galeeren und 200 kleinen Fahrzeugen zu belagernanfing. Die Belagerten hatte starke eiserne Ketten vor den Hasen gezogenund vertheidigten sich tapfer, ungeachtet sie der so sehr überlegenen Macht desFeindes nur etwa 10,000 M. entgegenzustellen hatten. Als aber M. einenTheil seiner Flotte über Land in den Hasen schaffen, eine Schiffbrücke schlagen undmit Kanonen besehen ließ, unterlag die Tapferkeit der Griechen nach einer 53tägi-gen Vertheidigung, und das morgenländische Reich hatte ein Ende. Die Stadtward am 29. Mai mit Sturm eingenommen und der Plünderung preisgegeben.Der Kaiser Konstantums DrogeseS fiel gleich anfangs mit den Waffen in derHand. In wenigen Stunden war die Eroberung der Stadt vollendet. Die zü-gellosen Sieger überließen sich allen Gräueln und Ausschweifungen. Währendder Plünderung ward eine junge Fürstin, Namens Irene, vor M. gebracht.Ohne die Thränen und die Unschuld der Unglücklichen zu achten, überließ er sich3 Tage lang in ihren Armen den Ausschweifungen der rohesten Sinnlicbkeit.Einige Zanitscharen murrten, und ein Bester wagte sogar, ihm darüber Vor-würfe zu machen. Sogleich ließ M. die Gefangene holen, ergriff sie bei den Haa-ren und ermordete sie vor den Augen der Unzufriedenen mit den Worten: „Alsobehandelt Mohammed die Liebe". — Als er in die Stadt einzog, fand er sie ver-ödet. Da er sie aber zum Hauptsih seines Reichs bestimmte, so sicherte er den Grie-chen, um neue Einwohner hinzuziehen, völlige Religionsfreiheit zu und erlaubteihnen, sich einen neuen Patriarchen zu wählen, dessen Würde er selbst noch mehrauszeichnete. Konstantinopel wurde unter ihm bald wieder blühend. Er stelltedie Festungswerke wieder her und ließ, zu mehrer Sicherheit, am Eingänge tegHelleöpontö, die Dardanellen (s. d.) anlegen. M. sehte seine Eroberungenfort. Eine Zeit lang hemmte sie, mit einem nicht sehr zahlreichen Heer und durchdie bergige Beschaffenheit feines Landes begünstigt, der Fürst von Albanien ,Skanderbeg . M. schloß endlich Frieden mit ihm, aber nach Skanterbeg'sTode (1467) unterwarf er sich Albanien bald. Sein weiteres Vordringen in Un-garn hielt der berühmte Johann Hunyad auf, der ihn (1456) nöthigte, die Bela-gerung von Belgrad aufzuheben, bei welcher er 25,000 M. verloren hatte undselbst schwer verwundet worden war. Auch der Sohn des großen Hunyad, KönigMathias EoivinuS, hielt die Türken von Ungarn ab und entriß ihnen selbst Bos-nien wieder. Dagegen eroberte M. in kurzer Zeit Serbien, Griechenland undden ganzen Peloponnes , die meisten Inseln im Archipel und das im Anfange des13. Jahrh, an der Küste von Kleinasien zu Trapezunt errichtete griech. Kaiser-thum der Komnenen. Die christlichen Mächte singen an, wegen der Fortschrittedieser Eroberungen besorgt zu werden, und es wurde auf Veranlassung des Pap-stes Plus II. 1459 zu Maniua ein Krcuzzug gegen die Türken beschlossen, deraber wegen der schlechten Verfassung der Meisten europäischen Staaten unterblieb.Der Republik Venedig entrißM„ außer mehren andern Besitzungen, auch (1470)Negropont und den Genuesern (1474) Kaffa. Die öfter» Kriege mit den Persernhinderten ihn, sein Kriegsglück gegen die christlichen Mächte weiter zu verfolgen.1480 griff er die Insel RhoduS an, ward aber von den Rittern mit großem Ver-luste zurückgetrieben. Er wandte hierauf seine Waffen gegen Italien , nahmOtranto ein und würde wahrscheinlich seine Eroberungen in diesem Lande weiterfortgesetzt haben, wenn nicht der Tod seinen Unternehmungen ein Ende gemachthätte. Er starb 1481 auf einem Zuge gegen Persien . M. hatte, während seiner29jährigen Regierung, 12 Reiche und mehr als 200 Städte erobert. Auf sein

EonversttionS-Lexicon. Bd. VIl, 29