Mohn (Sigismund — Gottlob Sain.) Mohs (Friedr.) 458
gepreßte treffliche Speiseöl (welches unter allen Ölen zum Malen da? vorzüglichsteist, gut trocknet und tcn Farben nicht schadet, und dadurch verbessert wird, daßman es mit weißem Sande durchschwenkeri küßt, «vorauf eS nach einigen Tagen»reiß, obwol etwas trübe, aber völlig flüssig und brauchbar wird), den Rainen, dereinen angenehmen, süßen Geschmack hat, dabei fett, ölig und nahrhaft ist (manbraucht ihn in Suppen und zu Kuchenwerk, auch bei heftigen Brustbeschwerdenals Arznei) und das Opium (s. d.). In Deutschland liefert Thüringe» undinsbesondere die Gegend von Erfurt den meisten Mohn.
Mohn (Sigismund ), Glasmaler, geb. zu WcißcnfclS 1160, erlernte inseiner Jugend das Tischlerhandwei k und kam später unter die Soldaten. Nacherhaltenem Abschiede reiste er als Silhouetteur. 1809 stellte er zum ersten Maleseine Versuche in der Glasmalerei öffentlich im Saale des Klassig'schen Eaffeehau-ses in Leipzig aus, nachdem er sich viele Jahre damit beschäftigt haue, auf starkesund feuerfestes Krystallglas mit eingebrannten Metallfarbcn zu malen. Er be-nutzte dies zur Verzierung von Trinkgläsern, Flaschen, Bechern u. s w. und gabseinen Farben eine solche Dauer, daß das Gemälde nur mir dem Glase selbst zer-,stört werden kann. Er lieferte so Arabesken, Silhouetten, Portraits, Landschaftten und Prospeete von mehren Städten, auch Nachbildungen größerer Gemälde,lind leistete in Zeichnung, Perspeetive und Eolorit das Mögliche. Bald daraufbegab er sich nach Dresden , wo er 1815 starb. — Sein ältester Sohn, GottlobSamuel, besuchte 1812 die Akademie in Wie», wo er sich ausschließend mitder Glasmalerei beschäftigte und u. a. auch eine kaiserl. Capelle im Schlosse Layen-bürg mit Malereien dieser Alt ausstattete. Die wiener Krystallglasfabrik hatMalereien von ihm von einer Nettigkeit und Eleganz, sowie von einer Kraft undSchönheit der Farben, die jeder gerechten Foderung Genüge leisten. Er starb zuLapenburg den 2. Nov. 1825. Unter mehren trefflichen Glasarbeiten hinterließ erein Turnier mit ten Wappen von 16 sürstl. und gräfl. Häusern.
M o h S (Friedrich), Pros. der Mineralogie, seit 1826 in Wien , vorher ander Bergakademie zu Freiberg , Ritter des kömgl. sächs. Eivilverdienstordcns, geb.um 1114 in einer kleinen Stadt im Herzogthum Anhalt-Bernburg, verlor seinenVater, der Kaufmann war, sehr früh und sollte die Geschäfte desselben fortfuhren.Aber sein Hang zu den Wissenschaften, besonders den mathematischen, hielt ihndavon zurück. Erging wöchentlich 3 Mal eine starke Meile «reit, um unreineStunde Unterricht in der Mathematik zu erhallen. Seit 1196 studinc er in Halleunter Klügel und Gre» die Naturwissenschaften und zugleich Philosophie; 2 I.daraufging er nach Freiberg . Hier zogen ihn besonders die Werner'schen Vortrügeüber die Geognoss an, weil sie aus Beobachtungen beruhten und verlangten, daßinan den Gegenstand zuvor kennen lerne, ehe man ihn erklärt. M. beschäftigtesich mit deni praktischen Bergbau und fand bald eine Anstellung m seinem Vaternlande, welche er aber verließ, um Antheil an der Gründung einer wissenschaftliche»Anstalt in Dublin zu nehmen, die sich jedoch durch den Tod der wichtigsten derdaraus Einfluß habenden Personen zerschlug. M. kehrte nach Freiberg zurück,wo er den daselbst studirenden I). Iameson (s. d.), jetzigen Pros. der Natur-geschichte in Edinburg , kennen lernte und eine Beschreibung der Grube Him-melsfürst bei Freiberg verfaßte. 1802 ging er nach Wien , wo er die Beschrei-bung der Mineraliensammlung des Banquiers Van der Null übernahm. In die-sem Buche (Wien 1804) liege» die ersten Keime seiner naturhistorischen Ansich-ten, welche er nachher entwickelt hat. In ters. Zeit schrieb er Aufsätze über mine-ralogische Gegenstände für die „Ephemeriderü' des Baron v. Moll. Sein Eiferfür Geognosie und Bergbau veranlaßte ihn zu Reisen in Steiermark, Salzburg ,Kärnthen, Krain, Ungarn, Siebenbürgen u. s. w.;„1810lrug ihm die östreich.Regierung auf, die Gegenden im Paffamschcn, in Ostreich und in Böhmen zu