Band 
Siebenter Band. M bis N.
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455
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Mvhö'S natiirhisiorische Methode der Mineralogie 455

die Mineralien. Mohs betrachtet die Mineralogie als die Naturgeschichte desMineralreichs und bestmuni den Begriff der Naturgeschichte. wie Linnö ihn be»stimmt, und wie auch Werner in seiner berühmten Schrift „Über die ÄußerlichenKennzeichen der Fossilien" ihn angenommen hat. Er erklärt sich gegen die B-sinn-mung des Charakters ein-r Wissenschaft nach dein Gegenstände, und gegen dieVerbindung verschiedenartiger Kenntnisse in einer Wissenschaft. Wenn man vonDem, was gemeiniglich Mineralogie genannt wird, Alles abzieht, was;« andernWissenschaften, zur Chemie, zur Geognosie u. s. w. gehört, so kann Nichts übrigbleiben, wenn die Mineralogie ein bloßes Composikum aus den Kenntnissen dieserWissenschaften ist. Cs bleibt aber allerdings Etivas übrig, Dasjenige nämlich, waserfodert wird, die Mineralien zu bestimmen, wie man Pflanzen und Thiere be-stimmt, also Kenntnisse, welch» zu keiner jener Wissenschaften, wcHl aber zur Na-turgeschichte gehören und in ihrer wissenschaftlichen Ausführung und Form dieNaturgeschichte des Mineralreichs selbst ausmachen. Alle jene Kenntnisse müssendaher von der Naturgeschichte abgesondert und, wie diese seihst, für sich bearbeitetwerden; die Naturgeschichte aber muß allen den genannten Wissenschaften, inso-fern sie es mit Naturgegenständen Z» thun haben, zum Grunde liegen, weil siedas Object bestimmt, auf welche? jene sich beziehen oder mit dessen Unke, suckungsie sich beschäftigen. Dies ist in allen Wissenschaften, selbst in denjenigen Thei-len der Naturgeschichte befolgt worden, welche die organischen Naturreiche zumGegenstände haben, nur nicht in der Mineralogie. Davon gibt Mohs als Grundan, daß die Mineralogie ihre Hülfsmittel (das sind die naturhistvrischen Eigen-schaften, wie er sie, wir wollen nicht entscheiden, ob ganz schicklich, nennt) nichtgehörig untersucht und gebraucht, und wenn sie bei einem solchen Gebrauchenicht ausreichen wollten, weil sie nicht ausreichen konnten, zu fremden gegriffenhabe. Er bestimmt nun den gesammten Inhalt der Na^ti geschichte und stelltihn, als ei» der Form nach vollständiges Ganzes, in ö Haupistücken dar, derenVerbindung unter einander in der Einleitung zu seinem im vor. Art. erwähnten„Grundrisse" gezeigt, die 4 ersten aber, sofern sie das Mineralreich betreffen, im1., das fünfte im 2. Theile desselben, ausführlich abgehandelt sind. In der Ter-minologie, dem 1. Hauptstücke, werden die nalurhisiorischcn Eigenschaftenbetrachtet. Mohs gibt zuerst einen genauen Begriff voni Individuum und sagt,daß auf dieses die ganze Wissenschaft gerichtet sein müsse. Er unterscheidet danneinfache, zusammengesetzte und gemengte Mineralien und theilt demzufolge dienaturhistorischen Eigenschaften ,-n. Die Unterscheidung der einfachen und zusam-mengesetzten Mineralien dürfte selbst bei der chemischen Untersuchung dieser Kör-per nützlich werden, weil man der vollkommenen Reinheit nur bei den ersten ver-sichert sein kann. Der Hauptgegenstand der Terminologie ist aber die Krystal-lographie, die durchaus mathematisch behandelt wird. Denn nur so weit reichtdie wahre Wissenschaft, als Mathematik in ihr in Anwendung gebracht werdenkann. Diese Krystallographie ist anschaulich, sehr einfach, frei von allen Hypo-thesen und in ihrer Anwendung leicht. Sie unterscheidet einfache und zusammen-gesetzte Krystallgestalten, welche man mir einsacken und zusammengesetzten Mine-ralien nicht verwechseln muß, und sieht die letzter», welche sie Combinationennennt, als Verbindungen aus den erster» an. Die Verhältnisse der einfachen Ge-stalten gegen einander werden dadurch gefunden, daß diese Gestalten von einanderabgeleitet werden. Aus diesen Ableitungen entsteht die Vorstellung der Reihen,auf welche sich eine sehr einfache Methode der krystallographischen Bezeichnunggründet, und der Begriff der Krystallsysteme. 'Auf die Reihen, die überhaupt dieGrundlage dieser Krvstallographie sind, gründet sich auch die Betrachtung und Er-klärung der Combinationen und der ganze krystallographische Calcul, der aus die-sem Grunde ebenfalls sehr einfach ist. Man hat es längst verstanden, den Calcul