Band 
Siebenter Band. M bis N.
Seite
461
JPEG-Download
 

Mokka

Mola

461

ausgeführte Bauten sein Andenken erhalten. — Der bekannteste von allen Seh-nen des Pierre Ekienne war der Bildhauer Jean Guillaume M., geb. zuParis 1717. Er entwickelte eine so frühe Anlage zum Zeichnen, daß Pigal, da-iNalS der beste Bildhauer, sich ihn zum Schüler erbat. Das Studium der Naturund des lebenden Modells befestigte ihn in seinen Fortschritten. Aus Lemoyne'SSchule ging er 1768, als sein David mir dem Haupte des Goliath den höchstenPreis erhalten hatte, nach Italien . Hier wählte er die Werke der alten Kunst zufeinen Vorbildern, versäumte aber doch die Natur nickt und erwarb sich dadurchjene Richtigkeit der Zeichnung, den Sinn für großartige Formen, die Gefälligkeitder Verhältnisse und die Pafilichkeit der Gewänder, welche seine Arbeiten auszeich-nen. Seine zerstörte Gesundheit zwang ihn, 1773 Rom zu verlassen. In Frank-reich kam ihm die günstigste Meinung entgegen. Wie Bcnvenuto Eellmi, wirkteer sehr glücklich aus Werke des Luxus ein, indem er dem Goldschmied des Königs,Auguste, Zeichnungen zu den Arbeiten entwarf, die durch ihre Zierlichkeit bald eineneuropäischen Beifall erhielten. Seine Statue eines Opfernden verschaffte ihm 1783die Mitgliedschaft der Akademie. Noch steht man mehre Basreliefs von ihni anden Barrieren von Paris. Eine von Ludwig X V l. ibm aufgetragene Statue Eas-sini'S, die man im Modell wegen der Bekleidung anfocht, hat er später vortrefflichausgeführt. In der Revolution erhielt er den Auftrag, das Pantheon mit einemRelief in dem Fronton zu schmücken. Diese kolossale Arbeit: das Vaterland, dasdie Bürger- und Kriegertugcnden ehrt, hat in der neuern Zeit, da jenes Gebäudewieder S.-Genovefenkirche ward, abgenommen wei den müssen. Damals wurdeM. bei der Errichtung des Nationalinstituts Mitglied desselben. Das Basreliefzuni Denkmal des General Desair für die Kirche des Hospizes auf dem St..Bern-hard ist nicht von ihm, wie man behauptet hat, sondern von Boizot. Ein Re-lief zur Ausschmückung des Louvre, dessen äußere Verzierung ibm und Ekaudet(1805) übergeben war, die Muse der Geschichte mit MoseS und Numa zur Seite,fand großen Beifall wegen der Übereinstimmung mit den Werken Ioh. Goujon'S,der mchk ohne Einfluß auf seine künstlerischen Leistungen war. Eine kleinere Rei-terstatue Bonapartc'S in Bronze verschaffte ihm, der früher zu den franz. Knust-commissairen in Italien gehörte, das Kreuz der Ehrenlegion. Der Tod einer geist-reichen, selbst als Künstlerin ausgezeichneten Gattin, Marie Adclaide CastillaS,wirkte nachtheilig auf seine Gesundheit und selbst auf sein Talent. Er starb am 2.Mai 1810. M. hat auch zu der AuSg. von Racine's Werken bei Didot die Zeich-nungen selbst verfertigt. In der PairSkammer befindet sich eins seiner geachtetstenRestes?: Krieger, die sich fürs Vaterland opfern. 19.

M o k ka , auch Moccha , Stadt am arabischen Meerbusen in der Pro-vinz Jemen , mit einem geräumigen Hafen und 6000 Einw., darunter 1500Juden. Dieser wichtige Handelsplatz, welchen Kaufleute aus der Barbarei,aus Ägrpten, der Türkei und von fast allen andern Nationen besuchen, warehedem ein bloßes Dorf, aber im 16. Jahrh, zog der Beherrscher von Jemen denHandel von Aden , welchen die Portugiesen störten, nach Mokka. Die Europäerbringen vornehmlich indische Waaren und Eisen dahin, und handeln dagegen Eaf-see (welcher daher Mokkacaffee genannt wird, obgleich zu Aden und Beitb elFakih fast noch größere Geschäfte mit diesem Artikel gemacht werden), Aloe, Bal-sam, Gummi u. s. w. ein. Vom Mai bis zum Aug. ist der Handel am leb-haftesten; während dieser Zeit kommen gewöhnlich SO — 100 Schiffe ausallen Gegenden daselbst an. Die größten Geschäfte machen die Engländer. DieRegierung zu Mokka führt ein Statthalter (Dola) des Imaug oder Beherrscherdes Jemen .

Mola, italienische Maler. 1) Pietro Francesco M., geb. zu Eoldreim Mailändischen 1621. AusAlbani'sSchulekam er nach Venedig . Hier bildete