Band 
Siebenter Band. M bis N.
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Mond

stellen sich, wenn sie von der Grenzlinie der Erleuchtung durchschnitten werden,allezeit glatt, d. h. ebne Hervorragungcn, dar. Hieraus zieht man den wahrschein-lichen Schluß, daß es Ebenen sind, deren Oberfläche aus einer Marerie besteht,welche das Sonnenlicht weniger zurückwirft. Ob sie aber Meere sind, ist sehrungewiß und wird dadurch sehr unwahrscheinlich, daß Huogen? große Einsen-langen, und Lchröter m mehren dieser Emsenkungen deutliche Spuren von ver-schiedenen überemanterliegenden horizontalen Schichten bemerkte, welche um dieEinsenklingen einen gebirgigen Wall bilden. Schröter, der mehre dieser Einsen-kungen maß, fand ihre Durchmesser von 30 Fuß biS zu einer halben Diertelmeile;ja eme hat 3ck geogr. Meilen im Durchmesser und über 30,000 Klaftern Tiefe.Sonst kannte man nur 244 dunklere Mondstecken. Schröter hat ihre Anzahl auf6000 vermehrt und viele davon genau untersucht und beschrieben. Einen zusam-menhängenden Ocean w>e auf der Erde findet man auf dem Monde nicht; auchzeigt das Teleskop keine Lpur von Flüssen. Die zusammenhängenden Bergkettensind nach Schröter'S wahrscheinlichen Vermuthungen Anschwellungen der MondS-rmde; die Emsenkungen aber mit ihren Wall- und Randgebirgen betrachteter alsKrater, die durch wirkliche Ausbrüche jener Anschwellungen veranlaßt wurden. Diegroßen grauen Flecken scheinen ihm minder zerstörte Gegenden zu sein, wo vielleichteinige Vegetation stattfindet. Auch nahm er noch andre Veränderungen auf derMond Oberfläche wahr, welche vulkanischen Ursprungs zu sei» scheinen. Aus Al-lem scheint zu erhellen, daß die Oberstäche des Mondes noch großen Revolutionenunterworfen sei, die ihre allmälige Ausbildung herbeiführen. Vielleicht daß desMondes Oberfläche noch von heftig brennende» Vulkanen und von Erschütterun-gen des Innern aufgerissen und angeschwellt wird, wie dies ehedem mit unsererErde ebenfalls geschehen sein mag. Man hat die wahrscheinlichen Revolutionenauf dem Monde i» unsern Tagen zur Erklärung des seit einigen Jahren so vielAufsehen erregenden Stemregens benutzt lind dafür gehalten, daß die aus der Lustgefallene» mineralischen Massen bei heftigen Ausbrüchen der Mondvulkane auf un-sere Erde geworfen worden waren. (Vgl. Meteorsteine.) Der Hur Endpmionsoll, nach PlmiuS, unter allen Sterblichen zuerst den Lauf deS Mondes und des-sen Veränderungen beobachtet haben. Schon die Ehaldäer hielten teil Mond fürden kleinsten unter allen Planeren und für den nächsten bei der Erde; sie wußten,daß er ein erborgtes Licht habe, bestimmten die periodische Wiederkehr der Mont-phasen mit vieler Richtigkeit und leiteten die Mondfinsternisse vom Schatten derErde her. Daß der Mond bewohnt fei, soll bereits Orpheus , oder vielmehr derVers. des unter seinem Name» vorhandenen Gedichts vermuthet, und PherecvdeSvon Scvros, ein Zeitgenosse des Servius Tullms , die Umlaufszeir desselben be-stimmt haben. Die Pvthagoräer behaupteten, daß der Mond Berge, Städte,Pflanzen, Thiere und Menschen enthalte. Anapimander kannte die Große desMondes, dessen Entfernung von der Erde, und wußte, daß er sein Licht von derSonne bekomme. Die dem Auge sichtbaren Mondflecken hielt Klearchus für Meere.In der neuesten Zeit hat dieser Himmelskörper die Astronomen viel beschäftigt.Die oft verneinte Frage: ob der Mond eme Atmosphäre habe? hat Schröter(s. t.) endlich bejahend entschieden. Siehe d. Artikel Atmosphäre des Mondesnn 1. Bd. der neuen Aufl. von Gehler's „Phosikal. Worrerb." (Leipz. 1820).Eine beinahe noch größere Aufmerksamkeit als Schröter verwendet aber gegenwär-tig auf den Mond der Profi der Astronomie zu München, i>. Franz von Paula Gruithuise», und feine Entdeckungen und daraus hergeleitete Schlüsse, wenn-gleich ein großer Theil derselben noch sehr der Bestätigung bedarf, haben bereitsdie Neugier von ganz Europa rege gemacht. S. das Kast,.cr'sche „Archiv f. t.ges. Naturkunde" (Bd. 1, Hft. 2, und Bt. 2, H. 3) und „Über einige neu ent-deckte regulaire Bildungen auf der Mondsobcrfläche" im 53. Bt. von Bode'S