Monomanie
488 Monolog
Wie sie aber von bem Einen oder von Dielen verfassungsmäßig ausgeübt werde,bleibe dabei unbestimmt. Wird sie von dem Einen oder den Dielen eingetheilt undganz allein ausgeübt, sodass das Dolk oder die übrigen Bürger als Unterthanenkeine an der Ausübung theilnehmende Stellvertreter haben, so ist der Staat eineAutokratie, und zwar entweder eine monarchische oder eine polvarchische. Sindaber dergleichen an der Ausübung der höchsten Gewalt theilnehmende Stellvertre-ter des Volks vorhanden, so ist der Staat eine Svnkratie (s, d.), die ebenfallsentweder monarchisch oder polnarchssch sein kann. So war Frankreich unter demDirektorium von 5 Männern eine polvarchische Svnkratie, jetzt aber ist eS einemonarchische Svnkratie, Diese heißt nun auch eine beschränkte oder conilinirion-nelle Monarchie. Eine unbeschränkte aber, wo gleichsam der Monarch selbst dieStelle der Tonstirution vertritt, heißt eine absolute Monarchie oder eine monarchi-.sche Autokratie, kürzer aber und zusammengezogen eine Monokrarie.
Monolog, -Selbstgespräch, heißt im Schauspiel diejenige Rede, in webcher eine einzelne der als handelnd eingeführten Personen für sich selbst spricht. Erist somit dem Dialoge (s. d.) entgegengesetzt. Um das Innere der handelndenHauptpersonen genauer zu schildern und sowol die Triebfedern ihrer Handlungenals auch die Veränderungen, welche durch wichtige Ereignisse in ihnen hervorge-bracht werden, darzustellen und so den Zusammenhang der Handlung zu erhalten,haben die dramatische» Dichter die Monologe erfunden. Als in der Kritik nochdas Gesetz der äußern Wahrscheinlichkeit als Hauptnorm galt, war man geneigt,die Monologe überhaupt zu verdammen, obgleich man nicht umhin konnte, diesemoder jenem berühmten Monolog, wie z. B. dem im „Hamlet ", aus andern Rück-^siebten Beifall zu schenken. Alan führte nämlich an, daß Niemand im wirklichenLeben leicht eine lange und zusammenhängende Unterredung mir sich halte, und daßnur der höchste Grad von Affect oder Zerstreuung dazu gehöre, um mit sich selbstzu sprechen, oder auch nur ein paar Worte hcrauszustoßen. Obgleich aber dieMonologe, streng genommen, in der Wirklichkeit nicht vorkommen, so muß diedramatische Kunst sich ihrer doch als Mittel bedienen, um ihre hoher» Zwecke voll-kommen zu erreichen. Zufolge des obigen Zweckes dürfen Monologe nur da eintre-ten, wo der Dramatiker durch den Dialog seinen Zweck nicht, oder doch nicht voll-kommen erreichen würde. Der Monolog darf daher nicht bloßer Lückenbüßer,Ausfüllung der Zwischenräume in der eigentliche» Handlung kein, welches nur ei-nen schlechten Plan voraussetzen würde; sondern er muß eben sowol die dialogischenScenen verbinden als auch eine bedeutende Veränderung in dem innern Zustandeder Person bezeichnen, welche als Ursache auf das Folgende einstießt, sowie sie alsWirkung des Vorhergehenden angesehen werden kann. Ferner muß auch ein solches«Selbstgespräch in der Lage der sprechenden Person möglich sein. Nur unter die-sen Bedingungen ist der Monolog seinem Inhalte nach ebensowol dramatisch alslyrisch zu nennen. Im Übrigen aber sind die Monologe darin verschieden, daß siebald mehr Raisoimemem enthalten, bald mehr pathetische» Inhalts sind. Wasdie Wirklichkeit anlangt, so treiben die dramatischen -Schriftsteller, besonders diejünger», welche mehr lyrische als dramatische Natur haben, mit den Monologen dengrößten Mißbrauch, indem sie in denselben den Lesern oder Zuhörern gern ihre Ge-fühle unter fremden Namen mittheilen, oder aus Ungeschicklichkeit und GeisteSar-muth Das, was sie als dramatisch darstellen sollten, durch lange Erzählungen schil-dern und zu beiden Behufen oft die Monologe häufe». Daß dadurch das Fortschrei-ten der Handlung aufgehalten, die Theilnahme durch Einförmigkeit geschwächt undder Leser oder Zuschauer oft gelangweilt wird, ist natürlich. Die bessern Dramatikerfuchen daher die episodischen Monologe zu vermeiden und den Monolog in innigelind nothwendige Verbindung mit dem Ganzen der geschilderten Handlung zu setzen.
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