Morcsli
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als Opfer der Schreckenszeit fielen (in dem Werke: „Lri sto; sninüle.e"), erwarbenihm die größte Hochachtung, und diese Schrift trug besonders dazu des daß mandaraus zu denken anfing, den Hinterlassenen jener Unglückliche» die früher ein-gezogenen Güter der Hingerichteten zurückzuerstatten. Ebenso nahm sich M.,oft mit großer Gefahr für eigne Sicherheit, der Sache der Emigranten in einemSchriftchen, ,,0.'>ii<^ ü'5 pere.-" betitelt, an. Der Verlust des größten Theils sei-ner Pension zwang M. damals, niedre Reisen, GeschichtSwerke und Romane a. d.Enal. zn übersetze». Gegen die „l.»i ckcs ot.i^c-i" erhob er fich 1799 mir der-selben Freimüthigkeit, wie früher gegen den Mißbrauch der Gewalt in Betrachtder Verwandten der Ausgewanderte» und der RevolutionSschlachtopfer. Bei derersten Organisation des Instituts (1796) war M. Übergängen worden; 1803wurden er und seine alten Gefährten in die Akademie aufgenommen, und 1807 kamer in das gesetzgebende Corps. 1815 hatte er das Unglück, durch einen Fall denSchenkelknochen zu brechen, welches dem 88jähr. Greise wenig Hoffnung zurGenesung ließ; dennoch fuhr er unermüdet in seinen Arbeiten fort, und noch 1818gab er die 1 Bde. s. „Ilrlsii^c- cle liltßi.itme ei ile pbilosopbio >In 18me kü'clr"heraus. M. starb am 12. Jan. 1819 und hinterließ den Ruhm, ein ebensogeistreicher als liebenswürdiger Mann gewesen zn sein. Die „>U»,uire>>üclils cke l'Xbbß älorellet, zuivis cke ss coi respoml. av. 5l. le (Ke. I!. su,lc-re>), mi»>5tic llc>i linnnoe!; ü Xnplc!. nvec uii eloge iiizt. cle I'XI>l>e älo-reüei", von Lemontey (Paris 1823, 2 Bde.), geben ein geistreiches Bild vondem Leben und Treiben vieler berühmten Männer seiner Zeit. An der En-cyklopädie war M. einer der thätigsten Mitarbeiter. M. s. M.'s Biographiein den „Zeitgenossen", N. R., Nr. X.
Morelli (Giacomo), der erste unter allen Bibliothekaren im umsassend-stenSinne des Wortes, geb. zu Venedig den 14. April 1745, war das Kind armer'Ältern, gegen deren Willen er den geistlichen Stand erwählte, so treu er auch sonstalleSohneSpslichken erfüllte. Den mangelhaften Echulunkerricht, der ihm nur dieKenntniß des Lateinischen gegeben hatte, ergänzte er durch eigne? Ekudiuin, dessenRichtung auf Kritik ein zufälliger Umstand bestimmte. Er kaufte einst eine Hand-schrift der lat. Briefe des Francesco Barbara, die wesentliche Abweichungen vorngedruckten Texte der O.uirini'schen Ausgabe darbot. Beim Vergleichen der beidenTexte lernte er ausübend gelehrte Kritik, die er sonst kaum dem Namen nach kannte.Fast täglich besuchte er, durch diese Beschäftigung angezogen, die Zeuiani sche Bi-bliothek, wo die Wahl seiner Beschäfkiaungen bald die Aufmerksamkeit des Biblio-thekars auf ihn leitete. Der P. de Rubeis gewann M. lieb, machte ihn zumTheilnehmer seiner eignen Studien, hals rathend und zurechtweisend, und begün-stigte seinen Liebling durch die Mittheilung von Apostolo Zeno'S handschriftlichemNachlasse. Durch diese Auszeichnung lernte M. vorzüglich die Kunst, sich litera-rische Sammlungen anzulegen, und bald übertrafen M.'S Zibaltoni (so nennendie Italiener gelehrte Excerptenbücher) an Umfang der Gegenstände, an Genauig-keit und Reichtkum die seines Musters. Sie sind noch im Besitze der Marcus-bibliothek zu Venedig . Unermüdlicher Fleiß, bei einem geübten und nüchternenUrtheil, verbunden mit einem treuen und leichtfassenden Gedächtniß, bildeten M.zn einem Gelehrten, der im Gebiete der Literatur, wie Cook auf dem Weltmeer,erst da umkehrt, wo die Natur die Wege versagt hat. Bald reichte die Zeniani'scheBibliothek für seine Studien nicht allein aus; er durchforschte alle andre Bücher-sammlnngen in der Stadt und auf den Inseln mit demselben Eifer und erlangtedurcki die Menge der Handschriften, die er überall antraf, eine solche Sicherheit inBeurtheilung der Schriftzüge Zur Zeitbestimmung, besonders der lateinischen unditalienischen, daß sein Ausspruch den Vorstehern für Autorität galt. Aber nochfehlte ihm die Kenntniß des Griechischen. Gallicioli ward ihm in der Erlernung