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Morelli
Beistand und Vorbild; und in den Sakristeien lernte er nach dem Messelesen, wenndie andern Geistlichen plaudernd umherstanden, von einem Bekannten französisch.Sem gelehrter Fleiß erwarb ihm allgemeine Auszeichnung. Es geschahen ihmvor-theilhafte Anträge von reichen Bibliophilen Venedigü; aber aus Liebe zur Unab-hängigkeit, bei der allein Gelehrsamkeit gedeiht, schlug er alle aus. Nur mit demPatrizier Farsetti verband er sich näher, dessen reiche Manuscriptenbibliothek erdurch s. „liililiutliec.'» innnorer. »lcl ljsil l. 0.1 srsetti" (Venedig 1111 — 80,2 Bd., 12.), wozu später Nachträge kamen, bekanntmachte. Darauf folgte s.Beschreib. derSt.-Marcusblbliothek („IWs. stnrica i,,t»rno all» z,ub1>lic,-> libre-r,a <l> 8.-ä1.->ncc>", Venedig 1114). Diese Geschichte der Marciana bot ihmGelegenheit, so viele lüerargeschichtliche Fragen zu beantworten und Zweifel zulösen, daß sie als musterhaft in diesem Fache gerühmt werden kann. (Eine neueAuSg. im 1. Bde. der „Opcectle li> Morelli", Venedig 1820.) Gleiches Ver-dienst wollte sich M. um die Bibliothek der Akademie zu Padua erwerben, wohiner Farsetti begleitet hatte, aber durch uneigennützige Mittheilung seiner Papiere anden Historiographen der Lehranstalt von Padua , Fr. Colle, sind sie spurlos verlo-ren gegangen. Sein Verzcichniß der Handschriften der Nani'schen Bibliothek(„däillcl. ä1s8. I.il. Ilibliotliecae di.iiiiuiuie relatl, c. Opusculle inc>litn> crÜ!,>len> Npronit,^") erschien zu Venedig 1116, 4.; später kam das Verzeichnißder italienischen hinzu. Schon diese Werke hätten ausgereicht, ihm den europ.Ruhm zu verschaffen, der ihm von Dilloison, Wyttenbach, Heyne zuerkanntwurde, und seine Würdigkeit, an der Marciana Antonmaria Zanetti zu ersetzen,erwiesen; aber die glücklichsten Funde in der alten und neuen Literatur (von 1185—1800) kamen noch hinzu, um die Behauptung zu rechtfertigen, daß in Sachender Vikeraturgeschichte der Dreifuß in Venedig zu suchen sei. Die Berühmtheit derMarcusbibliothek ward von dem Augenblicke an, wo er ihr Vorsteher ward, wäh-rend .der 41 Jahre, die er mit ihr lebte, der Angelpunkt seines Strebens. ZhrerVervollständigung mit allen Kräften beflissen, hatte er die Freude, sie durch dieZeuumstände mit Allem vermehrt zu sehen, was die Archive darboten, insoferndies nicht rein politische Verhältnisse betraf, aber auch ten Wchmerz, die von denfranz. Behörden angeordnete Verlegung der Sammlung aus ihrem berühmten al-ten Gebäude bewerkstelligen zu müssen. Nur die Pracht und Bequemlichkeit deöneuen Locals konnte den Greis trösten, daß Er gerade eine Änderung hatte leitenmüssen, von der er sich mit Recht Verluste für die Sammlung selbst voraussagte,und die ihm wegen der gelehrten Eriinierungen, die am Gebäude zu schweben schie-nen, außerdem schon schmerzlich und entheiligend vorkam. Sowie er die Pinelli'schevortreffliche Bibliothek, deren Katalog und innere Anordnung s.in Werk gewesenwar („liibliotli. äla>>!>.uei l'inclli Vciieli etc/', Venedig 1181, 6 Bde.), 1188zerstreuen sah, so besorgte er in den Zeiten der Auflösung den Verkauf ähnlicherSchätze, nachdem er vorher Alles aufgeboten hatte, sie in Venedig zu erhalten.Von s. „8>l>l. ni.iiiuscilpts" ist nur der 1. Bd. erschienen (Bassano 1802), ob-gleich zur Fortsetzung vieler Stoff vorbereitet da lag. Diese „MIO. x^nu.eciPl.-»"ist wol am meisten geeignet, das Urtheil über M.'S kritischen Scharfsinn und seinAlles umfassendes Wissen festzustellen. Die Schätze der Marcusbibliothek gewan-nen bei dieser Darstellung an Verherrlichung. Durch seine „kP>,. scptcii, vari-i«6i'ii,Iitic»,iV (Padua 1819) nahm M. von den Gelehrten Europas , die beiihm Rath und Hülfe niemals vergeblich gesucht hatte», gleichsam Ab'chied. Ge-ehrt durch den Orden der eisernen Krone, durch die Mitgliedschaft des franz. undlombard.-venetian. NationalinstüutS und durch die Liebe Aller, welche dem buma-nen Greise näher kamen, starb M. am 5. Mai 1819 in einem Alter von 15 I.Das vollständ. Verzeichniß seiner Schriften smdet man den 1 Briefen beigegeben,und einige hier benutzte Nachrichten über ihn selbst in der „OraVune recituta uellc