Band 
Siebenter Band. M bis N.
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Moritz (Graf v. Sachsen )

des Feinte- durch den Strom. Nach tiefem Feldzuge verheirathete ihn seineMutter mit der reichen und liebenswürdigen Gräfin Lobe»; er liebte jedoch zu sehrdas Vergnügen und den Wechsel, um sich den Pflichten der Ehe zu unterwerfen.Aber auch unter den Ausschweifungen, denen er sich zuweilen ergab, verlor er dasStudium der Kriegskunst ni.pt aus den Augen. Stets hatte er eine militaüischeBibliothek hej sich, mit der er sich täglich, wenn auch nur eine oder zwei Stunden,beschäftigte. 1117 nahm er in Ungarn unter Eugen an der Belagerung von Bel-grad und an einem Siege über die Türken Theil. Als er 1718 nach Polen zurück-gekehrt war, ertheilte ihm der König von Polen den weißen Adlerorten. DerFriede bewog ihn 1720, nach Frankreich zu gehen, da er die geselligen Eigenschaf-ten der Franzosen liebte. Hier siudirte er Mathematik, Kriegs - und Befestigungs-kunst und Mechanik, für welche er ein ausgezeichnetes Talent hatte. Schon inseinem 16. I. hakte er ein neues Exercitium erfunden und es in Sachsen anwen-den lassen. Nachdem er 1722 in Frankreich ein Regiment erhalten hatte, bildeteund erercirte er es selbst nach seiner neuen Methode. 1726 wählten die Ständevon Kurland ihn zu ihrem Fürsten. Olllein Menzikoff, der nach dem Herzogthunisirebte, schickte 800 M. Russen nach Mitau , die den Grafen in seinem Paläste be-lagerten. Dieser, obgleich er nur 60 M. hatte, vertheidigte sich mit großem Muthe.Die Belagerung wurde aufgehoben, und die Russen entfernte» sich. Als aberauch Polen zu den Waffen griff, benutzte er 1729 eine günstige Gelegenheit, nachFrankreich z,n-ückiukehren. Man behauptet, daß die verwitwete Herzogin v. Kur-land, Anna Iwanowna , zweite T. des Zaars Iwan Alexiewiß, ihm Hoffnung zurEhe gemacht, nachher aber wegen seiner Unbeständigkeit entsagt habe; so verlorM. nicht nur Kurland, sondern auch den Thron von Rußland , den jene Fürstinin der Folge bestieg. Als der Graf, von Kurland aus, nach Frankreich um Un-terstützung an Geld und Menschen schrieb, versetzte die berühmte SchauspielerinLe Couvreur alle ihre Kostbarkeiten und übersandte ihren« Geliebten 40,000 Livres.Nach seiner Zurückkauft nach Frankreich beschäftigte sich M. wieder mit der Mathe-matik. Er entwarf während eines Fiebers feineIlmerio.-i" (beste AusgabeParis 1757, 2 Bde., 4.), die er nachher ausfeilte. Dieses Werk, würdig einesCäsar und Conde, ist keineswegs in einem fehlerfreien, aber in einem männlichenStyle geschrieben und voll kühner und neuer Ansichten in der Kriegswissenschaft,deren Gültigkeit die jetzige Art des Kriegführend bewährt hak. Er beweist die Nütz-lichkeit der leichten Artillerie, den sichern Vortheil des Angreifenden, den Vortheilder leichten Infanterie und die gewisse Überlegenheit der Infanterie über die Cava-lerie, wenn sie den Angriff derselben mit Entschlossenheit erwartet, sowie ihrensichern Untergang, wenn sie anders handelt. Der Tod des Königs von Polen ,seines Vaters, entzündete 1733 den Kliez in Europa. Der Kurfürst von Sachsen bot dem Grafen, seinem Halbbruder, denDberbesehl aller seiner Truppen an, die-ser aber zog es vor, als Mar- chal dc Camp in dem franz. Heere zu dienen, undging zur Armee des Marschalls v.Bcrwick an den Rhein . Hier entschied er in derSchlacht von Eklingen, an der Spitze einerGrenadierabrheilung, den Sieg. MitgleicherUnerftbrockenheit führte erbeiderBelagerung von Philippsburg eine Mengevoii Angriffen aus. Der Grad eines GenerallieutenantS war 1734 der Lohn sei-ner Dienste. Im östreich. Erbsolgekriege nahm der Graf von Sachsen (26. Nov.1711) Prag mir Sturm. Egcr wurde einige Tage nach Eröffnung der Laufgrä-ben ebenfalls erobert. Dann führte er die Armee des Marschalls von Broglio anden Rhein zurück und bemächtigte sich der Linien von Lauterburg. ImMärz 1741wurde er Mai-schall von Frankreich ; doch konnte er als Protestant nicht in demMarschallstribunal seinen Sitz nehme». Sein Feldzug in Flandern (1714), einMeisterstück der Kriegskunst, stellt ihn an die Seite von Turenne. Er wußte denan Zahl überlegenen Feind in Unthätizkeit zu halten. Das 1.1745 war noch glor-