Band 
Siebenter Band. M bis N.
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Moritz von Nussou

reicb^r. Im Jan. war zu Warschau zwischen der Königin von Ungarn , Englandund Holland eni Büntniß geschlossen worden. Trotz einer schweren Krankheil uber-nahni der Marschall den Oberbefehl der franz. Armee in den Niederlanden. Baldnach Eröffnung des Feldzug? lieferte er die Schlacht bei Fontenoi, 11. Mai 1715.Er seinen dein Tode nahe, dennoch stieg er während des Gefechts zu Pferde; aberseine Schwäche lies; jeden Augenblickfür sein Leben furchten. Er gewann den ^ieg,auf welchen die Einnahme von Tournai, Brügge, Gent, Oudenarde, Ostende ,Ath und (28.Febr. 1746) Brüssel folgte. Im April d.I.ertheilte derKönigdemSieger von Fontenoi ein Naturalisationspatent. Nach dem Siege von Raucour,den 11. Oct. 1746, schenkte ihm dcrKonig 6Kanonen; das Jahr daraufei nannteer ihn zum Marschall aller seiner Armeen, und nach dem Siege bei Lawfeld (2. Juli1747) und der Einnahme von Bergen-op-Zoom (16. Sept.) zum Oberbefehls-haber in den eroberten Niederlanden . Hierauf belagerte der Marschall Mastricht(Apr. 1748), dessen Fall die Eroberung Hollands zur Folge gehabt haben würde:daher bot die Republik den früher von ihr verweigerten Friede» an. Dieser wurded. 18. Oct. 1748 zu Aachen geschlossen. M. zog sich nunmehr auf das «chloßChambord zurück, das der König ihm zum Gebrauch überlassen hatte, und machtevon hier eine Reise nach Berlin zu Friedrich d. Gr., der ihn mit der ehrenvollstenAuszeichnung behandelte. -Nach seiner Rückkehr lebte er in der Gesellschaft vonGelehrten, Künstlern und Philosophen, und starb zu Ehambord an einem Blut-sturze d. 30. Nov. 17.70. Sein Leichnam wurde mit großer Pracht zu -Ltrasburgin der lutherischen Kirche St.-Thonias beigesetzt und ihm daselbst 1777 auf Lud-wigs X V. Btfehl durch Pigalle ein Denkmal errichtet. Zum Erben hat er densächsischen Grafen Friese eingesetzt. Den Preis, welchen die franz. Akademie aufdie Lobrede des Marschalls setzte, gewann Thomas. Man erzählt, daß ihn mehrechimärische Plane beschäftigten; er habe bald die Juden wieder zu einem Volke ver-einigen, bald sich zum König von Coisika machen, bald ein Königreich inAmerika, namentlich in Brasilien gründen wollen.

M oritz von Nassau, Prinz von Oralsten, der jüngste Sohn aus der 2. EhedesPrinzen Wilhelm l. v. Oranien mitAnna, desKurs. Moritz v. Sachsen Toch-ter, geb. zu Dillenburg d. 14. Nov. 1767. studirte zu Levden, als s. Vater 1584meuchelmörderisch erschossen wurde, worauf ihn in s. 18.1. die Provinzen Hollandund Seeland, nachher auch Utrecht , zu ihrem Skattbalier erwählten. Mit außer-ordentlichen Talenten ausgerüstet, übertraf er als Feldherr bald alle Erwartungen.Ernahni 1590 durch ÜberfallBreda, darauf befreite er Geldern, Ober-Bssel, Fries-land und Gröningen von den Spaniern. Nun erhielt er, nebst dem Oberbefehlüber die Land - und Seemacht aller vereinigten Provinzen, zugleich die tzätatthalter-schaft von Geldern und Obervssel; die von Fries-land und Gröningen wurde seinemVetter, Grafen Wilkelm v. Nassau, zu Theil. Überbaupt nahm M. den Spa-niern, bis zu dem 1609 auf 12 I. geschlossene» Waffenstillstände, gegen 40 Stättelind mehre Festungen: er schlug sie in 3 Feltschlachten, ungerechnet die Läiege zurSee, welche die republikanischen Viceadmirale an den spanischen und flandrischen Kü-sten erfochten. So wurde M. der Gegenstand der allgemeinen Liebe und Achtungdes Volks; aufdiese baute sein feurigerEbrgeiz den Plan der Oberherrschaft. Dazubenutzte er mit die theologischen Zänkereien der Armüstaner und Gomaristen, oderder Remonstranten und Contra-Remonstranten. Er unterstützte die Gomaristenmit großem Eifer, ja mit Gewaltthätigkeit (vgl. Barneveldt); allein aller Be-mühungen ungeachtet, die Freiheit des Staats durch Partcisucht zu untergraben,sah er sich endlich doch genöthigt, von der Ausführung seiner Entwürfe abzustehen.Er starb im Haag d. 23. April 1625 und hatte s. Bruder Friedrich Heinrich zumNachfolger. Das Leben dieses L tatthalters war eine selten unterbrochene Kette vonGefechten, Belagerungen und Siegen. Den Krieg verstand er meisterhaft und