Band 
Siebenter Band. M bis N.
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Bach's und Handels Werke siudiren zu lassen, die er in Kurzem rein, deutlich undkräftig vortrug. Mit der musikalischen Übersicht, welche er sich dadurch verschaffte,stieg seine Fertigkeit vorn Blatte zu spielen; dabei entwickelte sich auch das Talent,ein ihm aufgegebenes Thema aus dem Stegreife aus eine interessante Weise durch-,zuführen. Bald machte sich auch der lehrbegierige Knabe, der schon in seinem 8.I. einige Compositionsversuche gemacht hatte, die Gesetze des ContrapunktS zueigen. Zuletzt liesi ihn sein L-Hrer Clementi'ü Claviercompcsitionen, welche sovorzüglich geeignet sind, eine gründliche Virtuosität im Pianofortespiel zu bilden,fleißig einüben und siudiren. Jetzt trat der junge Virtuos nicht nur in angesehe-.nen Privatcukeln, sondern auch in öffentlichen Concerten auf. Dies geschah zuei st1806. Seine täglich wachsende Kunstfertigkeit, sein reiner kräftiger Vortrag, inVerbindung mit seinen Kenntnissen, wurden bald so allgemein anerkannt, daß ihnmehre Kunstfreunde in seinem 14. I. ausfoderten, »ach Wien zu reisen, um dorts. Bildung zu vollenden. Es gelang ihm, in Wien des berühmten Albrechts-.bei ger Unterricht in: doppelten Conlrapunkt und in der Fuge zu gewinnen undSalieri's väterlichen Rath genießen zu können. Hier entwickelte sich nun seinKunsttalent mit solchen Riesenschritten, daß er bald der Mittelpunkt der Instru-.mentaleonccrte und ein Liebling des wiener Publicums ward. Zu diesen glänzen:den Fortschritten trug gar sehr der Wetteifer mit andern großen Clavierspielern bei,welche sich damals in Wien aufhielten, namentlich dem bekannten ComponistenMeyer Beer . Dieser Wetteifer veranlaßte auch die Composikion seiner beliebten Ale-,pandersvariationen (bei Artaria mit Orchesterbcgleikung). Nachdem M. auf meh-ren Kunstreisen, u. a. in das nördliche Deutschland (1816), großen Beifall einge-ärntet hatte, trat er 1820 seine Reise über Holland und Frankreich nach Englandan, wo er durch seine überraschende Kraft unk Bravour, seinen feurigen, glän-zenden Vertrag, seine interessanten effectrcichen Compositionen und vor Allemdurch sein glänzendes Talent, frei zu phantasiren, überall Bewunderung erregte.Nachdem er in London die anerkennendste Aufnehme gefunden und sich dort festge-setzt hatte, reiste er 1823 auf einige Zeit in siin Vaterland zurück und trat u. o.in München und Wien auf; ani letzter» Orte zu gleicher Zeit mit seinem Freundund Kunsirivalen Kalk brenn er (s. d.), der in seiner Gesellschaft von London ab-gereist war. Das ziemlich einstimmige Urtheil der dortigen Kenner war, daßM.'s Spiel nicht mehr bloß im Effecwollen und Glänzenden ausgezeichnet sei,sondern auch an Gediegenheit und Gehalt bedeutend gewonnen habe. Man be-wunderte den Glanz seiner Bravour bei der Rundung, Präcision und eigenthüm-lichen Schattirung des Anschlags.Durch das Imposante seines Spiels", schriebein Kunstkenner,steht er noch über Kalkbrenner, der bei gleicher Bravour mehrdas Sentimentale liebt". M. executirt seine Passagen mit eminenter Sicherheitund Kühnheit, und beherrscht seine Töne mit der größten Freiheit. Er trug ani22. Nov. in Wien ein neues Concert in bi-llui (bei Steiner in Wie» gestochen)und am 29. Nov. ein Concert aus 6 - >>>nll. Variationen über das Thema,1nulair cke I.-I lune" (von Boyeldieu) und eine freie Phantasie mit stürmischem Bei-fall vor. Die Kenner fanden, daß auch die Compositionen dieses jungen Mei-sters an Gediegenheit der Erfindung und kunstreicher Ausführung, und insbeson-dere in Gewandtheit der Instrument« una sehr gewonnen haben. 1824 überfielihn in seiner Heimath eine Krankheit, welche ihn nöthigte, im Sommer d. I. dieböhmischen Bäder zu gebrauchen. Wiederhergestellt, reiste er über Dresden , Leip.zig, Berlin, Hamburg und Paris noch London zurück. 1826 machte er eine neueKunstreise in Deutschland . Uni das Spiel dieses Meisters etwas genauer zu cha-rakterisiren, setzt der Derf. d. A. dem Obigen Folgendes hinzu. Die mechanischeVollendung im Pianofortespiel, welche M. als Mittel seiner Kunstübung so ur--verrückt im Auge hat, daß er keinen Tag ohne Übung vorübergehen läßt und, nach

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