Band 
Siebenter Band. M bis N.
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Moschus Mosel

Rath und in der Folge zum Präsidenten bei der Kanzlei, der Kammer und demConsistorium zu Hanau . Er starb 1889 zu Worma. M. war seil 1815 Mitgliedder fruchtbringenden Gesellschaft, in welcher er den Beinamen des Träumendenführte, und zu seiner Zeit ein seht beliebter Schriftsteller unter dem Namen Phi-lander v. Siticwald. Das Wichtigste, was wir von ihm haben, ist das sakyrischeWerk:Wunderliche und wahrhafte Gesichte Philanders v. Sittewald . das ist,Strafschrifken Hans Michael Moscherosch v. Wilstedt , in welcher aller Welt 2!?e-sen, aller Menschen Handel, mit ihren natürliche» Farben der Eitelkeit, Gewalt,Heuchelei und Thorheit bekleidet, öffentlich auf die Schau gefübrr, als in einemSpiegel gestellek und gesehen werden u. s. w." (Stiasb. 1650). (Eine andre Ausg.,Leyten 1846 und 1817, die ungleich mehr enthält, wurde von dem Derf. nicht an-erkannt.) M. hat zwar die Idee zu seine» Gesichten dem Spanier Quevedo zudanken, keineswegs aber denselben bloß nachgeahmt. Man erkennt darin viel eigen-thümliche Laune, Weltkenntnis, Gutherzigkeit und einen Geist der Sawre, der sichbald ernsthaft, bald komisch und burlesk äußert. Die Schreibart ist körnig undlebendig, wiewol nicht frei von den Fehlern jener Zeit. Nicht zu verwechseln istübrigens dieser Schriftsteller mit s. Bruder WuirinuS M., der u. d. N. Pki-lander ein Mitglied des Hirten- undBlumenoitens an derPegnih war und eniPoetisches BlumenparadieS" drucken ließ.

Moschus, ein griechischer Idyllendichter aus Syrakus , war, wie sein Aeit-genoffe Bion, ein Nachahmer des Theokrit, den sie jedoch durch Schmuck zu über-bieten suchten. Die von ihm noch vorhandenen Poesien sind mehr episch-mvlhi-sche und zum Theil elegische Schilderungen oder lyrische Herze,isergießungen undhymnische Darstellungen als wahre Idyllen, die kleinern Gedichte aber epigram-matische Lieder und poetische Tändeleien. Seine Gedichte sind gewöhnlich nittdenen von Bion (s. d.) zusammengedruckt, und übersetzt von Manso und Noß.

Moschus oder Bisam, eine starki iechendc Substanz, welche von demniännlichen Bisamihiere gewonnen wird. Ursprünglich ist sie weich; getrocknetist sie zerreiblich, von Farbe schmutzig, schwarzbräunlich und dem geronnenen Ge-blüt ähnlich; ihr Geschmack ist etwas harzig und bitterlich. Der Moschus machteine» bedeutenden Handelsartikel aus. Er wird aus China , Hstirdien und Per-sien durch die Engländer nach Europa gebracht. Auch Rußland erhält aus seinenasiatischen Provinzen viel Bisam; allein dieser, sowie der ostindische, ist viel schlech-ter als der tibetanische. Wegen s. Kostbarkeit wird er auf verschiedene W>ise ver-fälscht. In der Medicin bedient nian sich des Moschus als eines auf die Nervenwirkenden Mittels.

Moscovade, s. Zucker.

Mosel (äli'üi-ll,), die, ein Nebenfluß des Rheinstroms, entspringt inFrankreich am Berge Faucilles in dem Wasgaugebirge, nahe bei der O.uelle dersüdlich fließenden Saone, wird bei Poni-ä-Mousson schiffbar und ergießt sich beiKoblenz, Ehrenbreirstein gegenüber, in den Rhein . Sie durchfließt die franz. De.partementS desWasgau'S, der Meurlhe und der Mosel , eine» kleinen Theil desGroßherzogthums Luxemburg, die preuß. Provinz Nieterrhein. Die Länge ihresLaufes, den sie überhaupt von S. nach N. nimmt, beträgt an 50 Meilen. Ihrevornehmsten Nebenflüffe sind die Meurlhe und die Saar. Don Metz bis Trier fließt die Mosel in einem weiten Thale ohne Einschränkung fort; weiterhin verengtsich durch die Abzweigungen des Hundsrücks das Tbal derselben; sie macht nunso große Krümmungen, daß sie zu ihrem Laufe von Trier bis Koblenz , der in ge-rader Linie nur 22 stunden beträgt, 19 Stunden braucht. Die mittlere Breitedes Stroms ist zwischen Trier und Trarkach 430, zwischen Trarbach und Koblenz 595 Fuß. Die Tiefe ist zwischen 15 und 7 Fuß. Die Schifffahrr ist wegen dervielen Krümmungen langsam; gefährliche Stellen sind das Mudenloch und das