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schäftsleben sah er klar den innern Zusammenhang des Zwecks und der Mittel;allein er dachte nicht bloß, sondern arbeitete auch mit beharrlichem Eifer als Staats-mann, und sein edles Herz erhielt ihn stets auf der Höhe des Weltbürgers undMenschenfreundes. Als Schriftsteller brachte er aus dem Lande der Freiheit jeneunnachahmlich heitere Laune eines hellen Kopfs und unbefangenen Sinnes zurück,die s. Schriften classischen Werth gibt. M. war 20 I. hindurch, so lange dieMinderjährigkeit des Prinzen von England, welcher als protestantischer Bischof1161 Osnabrück erhielt, dauerte, zwar nicht dem Titel nach, aber in der That dererste Rathgeber des Regenten. Ei- pwnte zugleich dei» Landesherr» und den Stän-den. Beider Vortheil war nicht iimuer ein und derselbe. Nur M.'s ausgezeich-netes Talent, seine gründliche Gefchäftskenntniß und s. Fleiß, verbunden n»k uner-schütterlicher Redlichkeit, Billigkeit und Uneigennützigkeit, führten ihn gerade undtadelfrei durch alle Reibungen hindurch. Von 1162 an war er 6 I. lang Iusti-tiarius beim Trinzinalgerichte in Osnabrück , und nachdem er diese Stelle Nieder-gelegt, geheimer Referendar bei der Regierung bis an s. Tod. Nur auf wieder-holtes Verlangen der Regierung nahiii er 1183 den Titel eines Geh.-Iustizrathsan. So groß sein Ruf in s. Wirkungskreise war, so liebenSwerth erschien er indem engern Kreise des Hanfes »nd der (Gesellschaft. Für geistigen Genuß stetsempfänglich, gab und empfing er LebenSzlück in der Mitte der Seinige»; in derStadt und >m Lande, wie er selbst mit Rührung bekannte, erfreut durch Vieles,betrübt durch Weniges, gekränkt durch Nichts. M. war ei» großer, stark und eben-mäßig gebauter Mann. Er flößte schon durch sein Äußeres Achtung ein. SeinGang war fest und sicher; sein Wesen ernst und freundlich; sein Gesicht treuherzigund klug, nicht ohne Würde, aber ausdrucksvoll und Zutrauen einflößend. M.lachte selten, aber fast minier schwebte auf siuner Stirn und um seine» Mund einheiteres Lächeln. Seine Erholung war der Unigang mit Freunde» in Pyi nionk;er brauchte nicht den Brunnen, nur gesunde Luft und geistig heiteres Gespräch.Krankkeirszufüle wollte er durch Ruhe besiegelt, denn er meinte, die Natur kämpfeselbsi das Übel nieder, daher dürfe er sie nicht stören. Erst in s. letzten Krankheit,im 1t. I., erkannte ei' seinen Irrthum; er fühlte die Nahe s. TodeS lind sagte,wiewol mit Gleichmuik: .,Ich habe den Proceß verloren!" Ohne Schriftsteller-ruhm zumch-ii, fand ihn M. durch s. gründlichen, geistreichen und beredten Schrif-ten. Mu Sachkunde, Hellem 'Weitblick, aus warmer Brust und Mit unerreichba-rer Laune schrieb er über Fehler und Verbesserung der Suren, übe,- öffentliche An-stalten, über Geschichte, Staats- und bürgerliches Recht; und sowol der innereGehalt s. Schriften als s. eigenthümliche Schreibart sichern ihm unter den deut-schen Prosaisten eine der ersten Stellen. Seine ,,OSnabrückische Geschichte"(2 Thle. bis 1192; zuerst gedr. 1185, 3. Auf!., Berlin 1829, unveränd. Abdruckder 2. von 1189) ist voll von scharfsinnigen und eindringenden Bemerk., dieüber die ältere deutsche Geschichte manchen Aufschluß geben. Den 3. Tb. diesesMeisterwerks, mu Urkunde», gab aus des Dorfs, handschriftl. Nachlasse Herbartvon Bar (Berl. 1821 heraus. Als Nationalwerk verdienen s. ,,PatriotischenPhantasien", herausg. von s. Tochter I. W- I. von Voigt (1 Bde., 3. Aass,B.rl. 1891, mir M.'s Bildniß), stets gelesen und beherzigt zu werden. Sie ent-standen aus den Intelligenzblätter», welche M. für Osnabrück von 1188—82sch ieb, uni die Einw. Mit den Angelegenheiten des Vaterlandes auf eine zweck-mäßige Weise bekannkzuniachen. Man bewundert, welchen feinen Gebrauch ervon s. Gelehrsamkeit, s. Geschäftskenntniß und s. Lectnre zu machen gvußke, denWitz, mit welchem er oft gesagten Wahrheiten den Reiz der Neuheit gab, die Laune,mir der er den Ernst aufheiterte, und das herzliche Wohlwollen, mit dem er überalles Menschliche sich aussprach. Alle, die für die Nation schreiben , sollten AI.studire». ^ Seine „Vermischten Schriften" (2 Thle., nebst M.'s Leben, herausg.