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Siebenter Band. M bis N.
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Moses

von Fr. Nicolai, Berl. 1797 fg.) enthalten Aufsätze voll Laune und Menschen-,kenntniß, z. B. der auch ins Engl. übers. „Harlekin , oder Vertheidigung des Gro-tesk-Komischen", „Über die deutsche Sprache und Literatur" (gegen Friedrich II.).Vgl. M.'S Leben in Schlichtegroll's „Nekrolog", 1794, Bd. 2. X.

Mose «„wurde um 160V»vor Chr. unter dem damals hart bedrückten hebräi-schen Volke in Ägypten geb. Drei Monate nach seiner Geburt mußten seit, VaterAmramund seine-Mutter Zochebed, Beide vom Stamme Levi, zufolge eines königl.Befehls, der alle männliche Geburt der Hebräer umzubringen gebot, den Säug-ling aussetzen. Doch die lustwandelnde Tochter des ägyptischen Königs (Ther-MutiS nennt sie die Sage beim Zosephus) fand im wohlverwahrten Reh, kästchenam Ufer des Nils das weinende Kind, erbarmte sich sein und gab es, da seine nahe-stehende Schwester Mirjam die Mutter herbeirief, dieser zur Pflege. So wur-den ihm mit der Muttermilch die Gefühle seines unglücklichen Volks eingeflößt,und erst als lehrfähiger Knabe kam er in die Hände der Königstochter zurück, dieihn den aus dem Master Geretteten (Mo-üdsche im Ägyptischen, daher das hebr.Mofcheh) nannte und an Kindesstatt annahm. Dadurch wurde er zum Priester,stände, zu dem die königl. Familie gehörte, eingeweiht und konnte nun als Priester-lehrling zu allen Künsten und Wissenschaften, die dieser erste Ltanddes Reichs instreng verhüllten Mysterien bewahrte, gelangen. Sie waren das Höchste, wasjene Zeit an Bildung und Einsicht besaß; und daß Moses sich ihrer bemächtigteund noch tiefer als seine Lehrer in die Geheimnisse ihrer Religion, Naturkunde,Gesetzgebung und Regierunoskunst eindrang, leuchtet aus seinen Thaten und Re-den deutlich hervor. Von dem Feldzuge in Äthiopien , bei dem er i» seinem 40. Le-bensjahre als Anführer der Ägypter mir der Stadt Saba zugleich das Herz derbesiegten Prinzessin Tharbis erobert und diese zum Weibe genommen haben soll,spricht nur die jüdische Sage bei IosephuS. Indeß konnte M. im Glänze desHofes sein Volk nicht vergessen; beim Anblicke der Mißhandlungen, d,e ein ägvp-tischer Vogt sich gegen einen Hebräer erlaubte, empfand er das Unrecht lind brachteden Ägypter heimlich um. Äber diese That wurde bekannt, und er emgnig denNachstellungen des KönigS nur (die Apostelgeschichte sagt, im 40. Lebensjahre)durch eine schnelle Flucht nach Arabien. Hier fand er bei Jethro, einem midiani-tischen Hirtenfürsten und Priester, Aufnahme und erhielt dessen Tochter Zipora ,die er beim ersten Zusammentreffen durch kräftige Hülfe gegen feindliche Hirtengewonnen hatte, zum Weibe. So hütete nun der Pflegesohn einer Königstochterdie Heerden eines Arabers, und die Geschichte sagt nicht, daß er nach etwas Grö-ßerm getrachtet habe. Aber vorschweben mußte ihm das Elend seines Volks, undnicht umsonst konnte er aus dem ungewöhnlichsten Wege in das Heiligt!),»» derägyptischen Weisheit geführt und mit den seltensten Kräften und Kenntnissen aus-gestattet worden sein. Sie beschäftigten seinen Geist in der Einsamkeit, sie deu-teten ihm die Natur, die ihn, an Räthseln und Wundern reich, mit Schrecken undPracht in den Wüsten und Gebirgen MidianS umgab, und erhoben sein H nz zudem Gott, den er reiner erkannte als seine Väter. Doch lange bildete sich beidiesem stillen Hirtenlebcn der Keim des größten Unternehmens in seiner Bn:ü, eheer hervorbrach und die Gestalt eines tief durchdachte» Plans annahm. Moses hakte schon das Alter erreicht, das reife Erfahrung, Geduld und Ruhe gibt, alsdies durch eine unmittelbare Auffodcrung Gottes geschah. Am Horeb weitend,sieht er einst einen Dornbusch in Feuer, und forschend, warum der Busch nichtverbrenne, hört er aus ibm die Stiinme des Herrn, der sich ihm als den, GottAbrahams, Isaaks und Zakebs ankündigt und ihm befiehlt, sein Volk aus Ägrp-ten in das Land zu führen, das er den Erzvätcrn verheißen. Der Name Mhovah,unter dem sich Gott ihm offenbart, war ihm schon aus den ägyptischen Mpsterienbekannt, und klar wird ihm hier die Idee des Einzigen, Ewigen und Unveränderli-