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Moses
chen, die tiefer Name in sich schließt. Aber nicht ohne Einwendungen und Be-sorgnisse der Vorsicht und Bescheidenheit entschließt er sich diesem Rufe zu folgen:Pharao ist hart und ungläubig, er selbst geächtet, sein Volkroh und unfähig, dieIdee des Gottes, den er ihm ankündigen soll, zufassen; man wird den Wortenseines „„beredten Mundes, den eine schwere Zunge im Sprechen hindere, ohnesinnliche Zeichen nicht glauben. Darum gibt ihm Gott die Mache, seine Sen-dung durch Wunderrhaten zu verbürgen, und stellt ihn« seinen ältern Bruder Aaronals Redner an die Seite. So ausgerüstet kehrt M. im Glauben, daß es ihm mitGott gelingen werde, nach Ägypten zurück und geht, ein Greis von 8t) fahren,ans Werk. Alle und noch größere Schwierigkeiien, als er vorausgesehen, stellensich ihm hier entgegen. Zwar wird Aaron fein Mund, und das Volk Israel muß inseinen Thaten dieHand Gottes erkennen, aber durch lange Knechtschaft ausgeartet,schwankt es zwischen Glauben und Zweifel. Umsonst bringt er, nach Art der Ein-geweihten, die Schlange als Zauberstab in seiner Hand, Veränderungen ü» Laufeder Natur hervor, deren einige die Kunst der ägyptischen Weisen ihm nicht nach-zeichnn weiß und für das Werk höherer Kräfte erkennen muß; erst die zehnte derverheerenden Landplagen, die dadurch über Ägypten kommen, das Hinsterben allerErstgeburt, bewegt Pharao'S verstocktes Herz, die Hebräer ziehen zu lassen. M.stellt sich an ihre Spitze und führt sie mit aller ihrer Habe aus 'Ägoplen und zurZeit der Ebbe mitten durch den arabischen Meerbusen, in dem der treulos nach-setzende Pharao mit Mann und Roß ertrinkt. Doch diese Rettung von dem furcht-barsten Feinde ist nur der Anfang seines Unternehmens; gährend wogt um ihndie rohe Masseeincs Volks, das b>S jetzt nur den Stecken des Treibers, aber keineRegel in der Freiheit kannte. Der Mangel in der Wüste erregte lautes Murren,das Zusammenstoßen mit feindlichen Beduiuenvolkern blutige Kriege, die Eifer-sucht neidischer Ältesten innere Empörungen wider den Führer; sein Leben kommtnicht selten in Gefahr, und die Macht, die sein Beruf erfodert, kann er oft nurdurch Zwang und schreckliche Strafgerichte behaupten. Aber mit bewundernswür-diger Weisheit, Kraft und Ersindsamkeit verfolgt er trotz alles Widerstreben? sei-nen Plan, die störruck-e Menge zum gesitteten, frommen und selbständigen Volkezu mache». Er schafft den Hungrigen Brot vom Himmel') und öffnet den Dur-stigen neue Quellen aus den Felsen Horebs, nicht als ein Zauberer mit betrügli-chen Künsten, sondern als ein Diener des Herrn der Natur, der ihm auf sein Ge-bet gewährt, was das Volk bedarf. Für etwas niehr will Moses nicht angesehensein; bei allen seinen Anordnungen beruft er sich auf ausdrückliche Befehle Gottes,der das Volk durch Wohlthat und Schrecken, durch Güte und Ernst väterlich ausich ziehet, und bilden will. Religion ist der Geist des Gesetzes, das M, im 3.Monate nach dem Auszuge aus Ägbpten zu verkündigen anfängt. Angelangt amSinai , einem Berge Arabiens, läßt er das Volk sich lagern, er selbst aber besteigtden durch uralte Anbetung heiligen Gipfel, wo ihm, umringt von weithalleiideniDonner, unter den Schauern der Nähe Gottes kund wird, nach welchen GesetzenIsrael leben soll. Auf den Glauben der Erzväter gebaut, sind diese Gesetze mehreine Herstellung der einfachen Wahl Heiken, durch die sich die Urwelt zum Höchstenerhob, als eine neue Religion. M. hat das Verdienst, sie von den Irrthümernund Thorbeiren des Aberglaubens, worin sie unter den Händen abgöttischer Völ-ker fast untergegangen waren, gereinigt und nach den Bedürfnissen der aus einerFamilie zum großen unbändigen Volke angewachsenen Hebräer ausgebildet zu ha-ben. Der Hauptpunkt seiner Gesetzgebung ist die Lehre, daß Iehovah der einige
H Man oder Manna, ein vegetabilischer Saft, den die Israeliten von derÄamecl-staude (arabisch chsrii schwer) i„ der arabisthen Wüste sammelten und zur Speise bc.leiteten. Er siebt wie Koriaiiderfanien ail§, schmeckt süß wie Honig und heißt jetzt beiden Persern Terengabina.