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Schrift: „Moses Mendelssohn an die Freunde Lessing's ", zu vertilgen. Er be-fand sich in einem so gereizten Zustande, daß eine Erkältung hinreichend war, sei-nem Leben, den 4. Jan. 1786, ein Ende zu machen. Deutschland hat diesem gro-ßen Lehrer seiner Nation, dessen Vorbild Sokrates war, um so williger den ihmgebührenden Ruhm zuerkannt, je größere Hindernisse er zu überwältigen hatte.Die deutsche Sprache verdankt ihni einen Theil ihrer Bildung und Würde, unddie philos. Untersuchungen erhielten durch ihn ein gefällige« Gewand. Im philos.Dialoge machte er unter den Deutschen den ersten gelungenen Versuch, indem erdenselben dem Pluto und Tenophon nachbildete. Außer den bereits genanntenSchriften führen wir noch von ihm an s. „Philosophischen Schriften" (Derl. 1761und 1771, 2 Bde.); sein Meisterwerk: „Phäton, oder über die Unsterblichkeit derSeele", welches seil 1767 mehre Anst. erhielt und fast in alle neuern Sprachenübersetzt wurde, und s. Übersetzung der 5 Bücher Mosis und der Psalmen rc. EineLebensbeschreibung M.'S hat 1). Friedländcr in Michaud'S „viel. hio^i." geliefert.Am 10. Eept. 1829 wurde sein Gedächtnißfest zu Dessau, Berlin und Altona gefeiert.
Mo « heim (Johann Lorenz), einer der berühmtesten deutschen Theologen,au« einem steiermärkischen Geschlechte entsprossen, geb. 1691 zu Lübeck , studirtezu Kiel , ward daselbst 1718 Magister und 1719 Beisitzer der philosophischen Fa-cultär. Der Ruf seines Vertrag« als akademischer Lehrer, Prediger und Schrift-steller verschaffte ihm ehrenvolle Dienstanträge, die er aber ablehnte, bis er 1723als Pros der Theologie nach Helmstädt ging, wo er 1726 auch Kirchen - und Eon-sistoi ialrath und Abt zu Marienthal und Michaelstein wurde. Nachdem er inVerbindung mit diesen Stellen zuletzt noch das Generalinspectorat aller Schulenini Hei zogthum Wolfenbüctel verwaltet und sich durch Lehren und Schriften denouSgebreitetsten Ruhm erworben hatte, kani er 1747 in der Würde eines Kanz-lei« der Universität (die vor und nach ihm Niemand bekleidet) nach Göttingen , woer mit täglichen Vorlesungen über die Kirchengeschichte und über die meisten Theileder Theologie bis an seinen Tod, 1755, fortfuhr. Große Verdienste um alle Theileder theologischen Wissenschaften machen ihn unsterblich. Er war der Vater undWiederherstellet' der Kirchengeschichte. Er gab ihr neben der Zuverlässigkeit einepragmatische Gestalt und verbesserte Arnold'S nicht allzu glücklich gerathenen Ver-such. In der Ketzergeschichte war er gleichsam ein neuer Schöpfer; er wußte diekünstlichen Systeme aus den Lehren der Ketzer zusammenzusetzen; wenn er dabeiirrte, so geschah es aus reinem Eifer für die Sache. Sein Hauptwerk in diesemFache sind die „In5titntinn«.-5 bist. ecoleü. lilir. IV" (Helmstädt 1755, 4.), dievorher unter mancherlei Gestalt erschienen sind, nachher auch deutsch übers. undvermehrt. Seine „Sittenlehre der heiligen Schrift" (4. Aufl., b Thle., Helmst.1753, 4.) bleibt wegen ihrer Vollständigkeit und wegen ihrer durchaus praktischen,auf Erfahrung gegründeten Beziehung ein vorzügliches Werk. Der Plan waraber freilich zu weitläufig angelegt, und die Ausführung zu wortreich gerathen;daher blieb da« Werk unvollendet, und sein geschickter Fortsetzer, I. P. Miller,hatte noch 4 Bde. auszuarbeiten. Auch in der Kanzclberedtsamkeit machte M.theils durch s. „Anweisung, erbaulich zu predigen" (2. Aufl., 1771), vornehmlichaber durch seine für die Zeit ihrer Erscheinung musterhaften Religionsvorträge(„Heilige Reden", Hamb . 1732 fg., 3 Bde.) solche Epoche, daß man ihn denVater der neuern deutschen Kanzelberedtsamkeit nannte, sowie er überhauptum die didaktische Prosa der Deutschen große Verdienste hat. Er vereinigteGründlichkeit und Gemeinverständlichkeit, Feuer und Rührung, Reichthum undEleganz; nur ist der Plan oft zu weitläufig. Auch der Auslegungskunst der heil.Schrift und dem «tudium der alten Literatur überhaupt leistete er wichtigeDienste.Seine lat. Schreibart ist schön, und sein akademischer Vertrag floß ohne Anstoß,