Mücken
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Mufti
hatte, so viel habe ich auch zum Tode. Ich bin nicht der Einzige, -er diesen Ent-schluß gegen Dich gefaßt hat; eine große Anzahl römischer Jünglinge wird nachmir denselben Ruhm erstreben. Diesen Krieg kündigt dir die römische Jugendan." Zornig und erschrocken drohte der Konig, ihn dem Feuer zu überliefern, wo-fern er nicht entdecke, welche Anschläge gegen ihn im Werke seien. M. erwiderte:„Damit Du siehst, wie wenig Diejenigen der körperlichen Schmerzen achten, welchenach Ruhm streben, so stehe, was ich thue". Mit diesen Worten hielt er seineHand in eine auf dem Altare stehende Pfanne voll glühender Kohlen. Porsenna ließ ihn gewaltsam Hinwegreißen. „Gehe fort von hier", sagte der König zu ihm,„der Du feindseliger gegen Dich selbst als gegen mich handelst. Ich würde Dichbelohnen,, wenn Dein Muth sich so für mein Vaterland gezeigt hätte; so aberschenke ich Dir die Freiheit". Jetzt erklärte M., gleichsam aus Dankbarkeit, daßsich 800 Jünglinge verschworen hätten, ihn zu ermorden. „Mich", sagte er, „hatdas Loos zuerst getroffen. Die übrigen werden, sowie das Loos sie trifft, >°wenAngriff machen, bis ein günstiges Schicksal Dich einem überliefert". Geschrecktdurch diese Worte, hob Porsenna die Belagerung auf und schloß Frieden. M. er-hielt, weil er sich nur noch der linken Hand bedienen konnte, den Beinamen Scä-vola und wurde durch ein Stück Landes und eine Ehrensäule vom Senat belohnt.
Mücken, Insekten mit durchsichtigen, unbedeckten Flügeln, unterscheidensich durch den Säugrüssel, der mit Widerhaken und hornartigen Auswüchsen be-setzt ist. Durch ihren Biß und dessen unangenehmes Jucken sind am unerträg-lichsten die amerikanischen Mosguiros, eine Art der gemeinen Mücken (milox pi-pümss und die kleinen Beißmücken (c. replunss, die für Lappland, Sibirien unddas Baiiiiat eine Landplage sind. Diese erscheinen des Jahrs 2 Mal in dichtenSchwärmen, gegen die man sich nur durch Dampf schützt; sie todten dann oft da«Vieh, welchem sie zu allen -Öffnungen des Leibes hineinkriechen. Von den gemei-nen Mücken stechen nur die Weibchen; ihre Eier haben die Gestalt eines kolben-förmigen Medicmgkases und werden von ihnen in zusammengeklebten Reihen in«Wasser gckegt, wo sie sich nach einigen Tagen in Larven verwandeln. Diese sindwuimf.rmig, haben am Kopfe 3 Zangen, am Hintertheile 2 Schwänze und bewe-gen sich äuxerst schnell; nachdem sie sich einige Mal gehäutet haben, erscheint ihrDorderkhei! dick, ihr Leib platt und schwarz, sie fressen nichts mehr, können abernicht unter Wasser bleiben. Nach 8 Tagen kriechen aus diesen Nymph n die ei»genilichen Mücken des Nacht« sehr schnell heraus, was man in einem Glase vollfaulen Teichwassers, das im Juni geschöpft und im Sonnenschein erwärmt wird,beobachten kann. k.
M usti, Großmufti (bei den Türken auch Sheik-Ulislam, d. h. Haupt derAuserwählten, genannt), ist in der Türkei das Oberhaupt der Religion und der Ge-setze und folgt nn Range unmittelbar nach dem Großvesier. Er genießt sogar vomSultan Ehrenbezeigungen, die dieser nicht empfängt. Seine Wahl hängt einzig vondem Kaiser ab; so lange er in seinem Posten steht, kann er nicht zum Tode verur-theilt werden. Nur absetzen kann ihn der Kaiser, und ohne sein Vermögen dabei ein-zuziehen. Der Mufti wird als Ausleger des Koran bei gerichtlichen Handlungen,besonders in peinlichen Sachen, überhaupt bei allen wichtigen Angelegenheiten zuRathe gezogen; er gibt gewöhnlich seine Meinung ganz kurz und ohne Beifügungder EnlscheidungSgrunde zu erkennen. In bedenklichen Fällen setzt er noch hinzu:„Gott weiß, was besser ist". In der Unterschrift nennt er sich den armen KnechtGottes. Ein solcher schriftlicher Ausspruch heißt Fetfah, und Iahender Mufti selbstSahibi.Felive, d. h. Herr der richterlichen Aussprüche, und sein Secrelair Fetfah-Emini. Dieser geht ihm an die Hand, setzt auch wol in Sachen, womit sich derMufti nicht selbst bemüht, den Spruch aus und legt ihm denselben zur Unterschriftvor. Die festgesetzten Einkünfte des Mufti belaufen sich täglich auf 2000 AsperEonvttsarions-rericon. Bd. VU. 37