Band 
Siebenter Band. M bis N.
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Muggendorf Mühlberg (Schlacht bei)

(ungefähr 21 Thlr.). Da er viele Stellen an den kaiserl. Moscheen zu besetzen undbei allen Beförderungen der Gesehverständigen zu rhun hat, so stießen ihni »och an-sehnliche Nebeneinnahmen zu. Hn großeir Städten ist ein Untermufti, der s.Stellevoin Großniufti nicht ohne reiche Geschenke erhält.

Muggendorf , Flecken in einem tiefen Thal an der Wiesent, jetzt zum bai-rischen Ldberuiainkreise, Landgericht Ebernianstadi, gehörig; merkwürdig wegen dervielen Hehlen, die in den rings umher gelegenen Bergen befindlich sind. Die schön-ste und größte ist die wie eineKuche gewölbte und mu Figurenvon Sialakm besetzteRoseninüllershöhle; die für die Naturforscher merkwürdigste aber ist die gasten,eu-therAooluhenhöhle mit beschwerlichen und gefährlichcn Eingängen. Sie enthält intiefen Felfengängen große Massen halbverhärteten Thons,und in demselben eine un-endliche Menge großer, zum Theil uns unbekannter Thierknochen. E?p,r, Doppel,Roseninüller und Goldfuß haben Beschreibungen dieser Höhlen geliefert. S. Hos.Helle-- s „Reisehandbuch durch Franken" (Heidelb. 1828) und desselben „Handb.für ^anderer in die Gegend von Muggendorf" (Bamberg 1829), mit einer lopo-graph. Charte und Ansichten der Burgen -kkircirberg und Rabeneck.

M uhammed, M uhammeda » er, s. ?)boh ainm ed.

Mühlberg, die Schlacht bei (24. April 1547), hatte in politischer Hin-sicht die entschiedensten Folgen und würde sie selbst Beziehung auf den Prote-stantismus gehabt haben, wenn nicht zur rechten Zeit noch der Kurfürst Moritz(s. d.) für denselben gegen Karl V. (1552) aufgetreten wäre. — An der Spitzedes Schmalkalbischen Bundes (s. d.) standen rer Kurfürst von Sachsen,Johann Friedrich der Großmüthige, und der Landgraf Johann Philipp v. Hessen .Um diesen Bund aufzulösen, bediente sich Karl V. der heiligen Liga, welche die ka-tholischen Fürsten Deutschlands 1538 geschlossen hatten, und des jungen HerzogsMoritz von Sachsen . Dieser Fürst war Protestant, aber zugleich ein Freund desErzherzogs Ferdinand, und lebte mit dem Kurf. Johann Friedrich in Aw-.st. Erschloß daher 1546 ein geheimes Bündniß mit dem Kaiser Karl V. und muß e, alsder Kais r den Kurfürsten Johann Friedrich in die Reicksacht erklärte, die Vollzie-hung iei selbe» übernehmen. Die Streitkräfte des Kurfürst,n standen damals,mit denen des Bundes vereint, im südlichen Deutschland. Als m n Johann Fried-rich erfuhr, wie sein Vetter Moritz, dem er die Bewachung seiner Länder anvertrauthaue, in diese eingefallen sei und sie binnen 15 Tagen bis auf 3 feste Städte ein-genommen habe, so eilte er schnell zurück, eroberte sem Land wieder und drohte sogarLeipzig zu nehmen, das er (Jan. 1547) belagern ließ; allein statt den Herzog Mo-ritz ganz zu überwältigen, ging er mit ihm einen Waffenstillstand auf 1 Wochenein, der dem Kaiser Karl und seinem Bruder Ferdinand Zeit gewährte, mit ihrenS'reukräften heranzukommen. So ward Höh. Friedrich unvorbereitet von demkaiserl. Heere überrascht. Sein Heer Zählte nur 18,000 M. und stand zwischenMugiln und Meißen. Er ließ es zwar sogleich bei Meißen über die Elbe gehenund brannte die Brucke hinter sich ab; dasselbe geschah mit der Schiffbrücke, die erbei Mühlberg hatte, und so zog er rasch nach Wütenberg hin, unter dessen Kano-nen er der Übermacht Trotz zu bieten hoffte. Allein d>e Schiffbrücke brannte nurznni Theil ab. Ein Bauer zeigte dem Herzog Moritz eine Furih, wo die Reitereik urch die Elbe gehen konnte, und indeß die Schiffbrücke für das Geschütz hergestelltwurde, schwammen die Lpanier in Menge durch den Fluß. So gelang eS Karl V. ,den Kurfürsten (am 24. April) hinter Mühlberg mit kor Reiterei einzuholen. Diesächs. Völker zeigten wenig Tapferkeit. Sie ffoh-n durch die lochauer Haide derBeste Wittenberg zu; der Kurfürst selbst gerieih nach tapferer Gegenwehr mit demHerzog v. Braunschwcig in Gefangenschaft. Das über ihn gesprochene Todes»urtheil warb auf die Verwendung des Kurfürsten von Brandenburg , des HerzogsMoritz u. a. Fürsten in die Capitularion von Wittenberg (19. Mai