Mühlen 57S
1547) verwandelt. Durch diese verzichtete Johann Friedrich auf die Kurwürde undseine Länder, welche Moritz erhielt. Den Lohnen Johann Friedrichs ward einjährl. Einkommen von 50,000 rhein. Gu!d. zugesichert und ihnen dafür der Besitzeiniger Amler in Thüringen überladen. Diese bildeten, nebst spätern Erwerbungen»die Fürstemhümer des sächsisch-ernestinischen Hauses.
Mühlen, in der weitesten Bedeutung solche Maschinen, die durch ein«äußere Kraft in Bewegung gesetzt werden; im engern Sinne solche, durch welcheEtwas zerstückt oder zerrieben wird, namentlich solche, die zu Zermalmung des Ge-treides, zur Bereitung des OlS, zum Schneiden des Holzes u. s. w. dienen.
I. Nach ihrem Zwecke sind sie .->) Mahlmühlen (Mühlen im vorzügliche» Sinne),wenn sie zu Bearbeitung des Getreides zu Schrot, Mehl, Graupen oder Grützegebraucht werde»; b) Graupenmühlen; n) Ölmühlen; ck) Schneidemühlen;
> ) Pulvermühlcn; s) Papiermühlen u. s. w. I I. Nach der bewegenden Kraft, welchedabei wirkt: .4. Wassermühlen: ») oberschlächtige (s. d.) und >>) unterschläch-tige; je nachdem sie feststehen oder nicht: u) Pftzhlmühlen, l>) Schiffsmühlen.Erstere sind entweder Panstermühlen, wenn das Wasserrad mit seiner Welle nachdem Steigen und Fallen des Wassers hoher oder niedriger gestellt werden kann,oder Stabermühlen, deren Schaufeln auf einem Reife befestigt sind, oder Straube-mühlen, deren Schaufeln zwischen 2 Reifen stehen. Bei allen Wassermühlenunterscheidet man das Mühlengebäude, worin das gehende Zeug befindlich ist, unddas Gerinne, wodurch dem Zeug das Wasser zugeführt wird. Letzteres setzt nichtselten bedeutende Wasserbauten voraus. >i. Windmühlen . Diese sind entwederso eingerichtet, daß das ganze Mublengebäude sammt dem darin befindlichen Zeugnach dem Winde gedreht werden kann, und heißen dann Bockmühlen, oder dasGebäude steht fest, und nur das Dach (Haube) nebst der Welle und den Flügelnwird nach dem Winde gedreht: holländische Windmühlen, weil sie in Holland er-funden wurden und dort sehr üblich sind. Letztere haben vor den erstem bedeutend»Vorzüge, denn sie stehen ungleich fester gegen den Wind und enthalten im Inner»viel mehr Ra m auch können bei ihnen alle Arten von Mühlwerken, als Öl-,Schneide-, Papiermühlen u. s. w.'angelegt werden, während man in den erster»selten mehr als Mahl-, und Graupenmühlen anlegen kann. Die horizontalenWindmühlen, eine dritte Gattnng, wo die Flügel horinzontal oben angebracht sind,haben den Erwartungen nicht entsprochen. <ä. Hand - und Rvßmühlen werdenbloß durch thierische Kräfte in Bewegung gesetzt. Die erster» sind selten von gro-ßein Nutzen, daher man sie nur zum Schroten oder höchstens bei Armeen im Feldegebraucht. Dagegen leisten gut gebaute Roßmühlen, welche von Pferden oderÖchsen bewegt werden, nicht selten sehr gute Dienste. <Lie sind so eingerichtet,daß das Pferd entweder durch Treten in einem Tretrad oder durch Ziehen an einemSchwengel die Maschine bewegt. Man hat sich in neuerer Zeit auch der Dampf-maschinen als bewegender Kraft zu den Mühlen bedient, vorzüglich in Englandund Frankreich . — Das gangbare Zeug einer Mahlmühle ist sehr einfach. An einerWelle befindet sich das Wasserrad, und hinten ein Kammrad; dieses greift in einGetriebe am Muhleisen, welches in dem obern Mühlsteine (Läufer) befestigt ist,der sich dadurch auf dem untern Steine (Bodenstein) dreht, und zwischen diesen klei-nen wird das Getreide zermalmt, und dann das Mehl durch eine andre Vorrichtungvon der Kleie abgesondert. Der Müller kann den Bodenstein höher und tiefer stel-len und so das Ge.reide entweder ganz zu Mehl zerreiben oder es bloß schälen, Grau-pen oder Grütze daraus bereiten. (Über den Mühlenbau s. Sturm s „Mühlen-baukunst 5. Aufl., 18!5.) —Die ersten Mühlen waren Handmühlen und höchstwahrscheinlich unsern Kaffeemühlen nicht unähnlich; darauf folgten die Roßmutz-len, endlich die Wassermühlen. Letztere hatte» die Römer, nach Ditruv, schonzu den Zeilen Augusts. Öffentliche Wassermühlen kommen erst unter Honorius