Band 
Siebenter Band. M bis N.
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' 580 Mühlcnregal Mulgrave (Konsi. Joh. Phil.—Hcinr.)

und Arcadius vor. Die Schiffmüblen sind 536 von Belisarius in Rom erfunden.Die Erfindung der Windmühlen füll wahrscheinlich ins 12. Jahrh., die der Grau-penmühlen ins 16. Die Schneidemühlen sind eine Erfindung des 14. Jahrh.

M ühle » regal heißt das der Regierung vsrdehalkene Recht, daß neueMühlen nicht ohne Erlaubniß und gewisse Abgaben (Wasscrzins) angelegt werdendürfen, vornehmlich um Streitigkeiten mit den schon vorhandenen abzuschneiden.— Mühlen zwang heißt die Gerechtigkeit einer Mühle, vermöge deren alleEinwohner eines OriS oder einer Gegend genöthigt sind, ihr Getreide auf derselbenmahle» zu lassen, und eine solche Mühle heißt Awangmühle. — Mühlenord-n u n g, das schriftliche Derzeichniß aller Gesetze und Vorschriften, welche das Müh-lenwesen betreffen. — Mahlmetze ist der an den Müller abzugebende Theil desGetreides als Lobn. In einigen Ländern beträgt sie den 32., in andern den 30.und 24. Theil. Es ist billig, sie bei Getreidetheurung gesetzlich zu vermindern. —DaS S taubmehl, worunter man den beim Mahlen entstehenden Verlust an Mehldurch Verstäuben versteht, ist in den meisten Lander», um dem Betrüge der Mül-ler vorzubeugen, auch gesetzlich bestimmt und berrägl bisiveilen den 32. Theil, inRorddeutschland 1 Procent. Letzteres genügt.

Mulatten heißen in beiden Indien Diejenigen, welche einen Europäerzum Vater und eine Schwarze zur Mutter haben, oder auch umgekehrt, welchesjedoch seltener der Fall ist. Sie haben gewöhnlich eine olivenfarbige Haut. DieBenennung kommt von den Spanier-', her. In Westmtien sind die Mulatten derRegel nach Sklaven, wenn die Mütter Sklavinnen gewesen sind, weil dort Frei-heit oder Sklaverei von der Mutter ererbt wird.

Mulgrave, zwei Brüter. Konstantin Johann Philipps, nach-heriger Lord Mulgrave, geb. 1744, war schon im 19. Jahre königl. Fregatte,>eop,-tain und galt, als er 1768 den Scedienst aufgab, für einen der kenntnisreichstenund geschicktesten britischen Seemänner. Als Mitglied des Unterhauses, seit 1768,zeigte er, wenn er für die Sache des Volts sprach, ebenso vielseitige als gründlicheKenntnisse. Am lebhaftesten beschäftigte ihn die 1773 von der königl. Gesellsch. derWisscnsch. aufs Neue in Untei-suchung gezogene Möglichkeit einer Führt aus dematlantischen Ocean durch das nördliche Polarmeer in das große Weltmeer, welche dieEngländer schon von 1527 —1614 mehrmals fruchtlos unternommen hatten. Aufsein Erbieten erhielt er den Befehl über die vom König dazu ausgerüstete Expedition,bei welcher er den Capital» Ludwidge zum Gefährten wählte. Er segelte den 2.Juni1773 ab; vom 5. Juli bis zum 10. Aug. saß er in dem Eise bei Spitzbergen fest,drang dann weiter nordwärts vor als irgend ein Seefahrer vor ihm (bis 80° 48'),kehrte aber, nachdem er vergebens das Polarmeer zu durchschiffen versucht hatte,seiner Dienstvorschrift gemäß, den 24. Sept. zurück und machte die Ergebnisse sei-ner Reise für .Naturkunde und Geographie bekannt. Nach s. Vaters Tote, 1775,erhielt er den Lordetitel, war 1777 fg. Commissaw bei der Admiralität, zeichnelesichim amerikanischen Kriege als Flottcnofficier aus und wurde noch dem Frieden zuwichtigen Staatsämkern, z. B. bei der Oberaufsicht der Verwaltung Ostindiens,zum Geh.-Rath und zum Pair ernannt. Er starb zu Lüttich den 10. Oct. 1792.Auch um die Vervollkommnung des Schiffbaues hat er sich verdient gemacht, sowieals Mitglied der brit. Gesellschaft der Altei thumsforscher. Abstoßend im Äußern,verbarg Lord M. hinter der Form eines Matrosen die Urbanität des feinsten Welt-mannes. — Sein Bruder, Heinrich Lord M., Earl, Pair und brit. S raatsmmi-ster, geb. 1755, diente 1776 fg. im amerikanischen Kriege, wurde nach dem Friedenzum Mitgliede des Unterhauses gewählt und schloß sich ganz an das Ministerium an,insbesondere an Will. Pikt. 1793 trat er nur deni Titel Baron in das Oberhausein, wo er zu den eifrigsten Anhängern des Minister iums gehörte und bald Pilt'SAmtsgenoffe wurde. Die Schuld dc« unglücklichen Ausgangs der Coalitiou von